4.Mose 8:1 – 12:16
BeHa’Aloteka – Wenn Du aufsetzt
Torahlesung: 4.Mose 8:1 – 12:16
Haftaralesung: Sacharja 2:10 – 4:7
Übersicht:
- Aufsetzen der Lampen in das Zelt der Begegnung.
- Verordnungen über den Priesterdienst.
- Passah und Nachpassah.
- Im Gefolge der Wolken und Feuersäule.
- die silbernen Trompeten.
- Der Aufbruch vom Berg Gottes.
- Murren des Volkes und dessen Folgen.
- Erwählung von 70 Ältesten zur Entlastung Moses.
- Auflehnung Aarons und Miriams.
Haftaralesungen:
- Gott will bei seinem Volk wohnen.
- Jehoschua vor dem Thron Gottes.
- Vision von Zwei Olivenbäumen und der Menorah.
Bevor wir uns mit dem Text des Abschnittes in dieser Woche auseinander setzten, möchte ich zunächst noch einmal eine Passage aus dem Neuen Testament in Erinnerung rufen:
“..damit die übrigen der Menschen den Herrn suchen und alle Nationen, über die mein Name angerufen ist, spricht der Herr, der dieses tut, was von jeher bekannt ist.
Deshalb urteile ich, man solle die, welche sich von den Nationen zu Gott bekehren, nicht beunruhigen, sondern ihnen schreiben, dass sie sich enthalten von den Verunreinigungen der Götzen und von der Unzucht und vom Erstickten und vom Blut.
Denn Mose hat von alten Zeiten her in jeder Stadt solche, die ihn predigen, da er an jedem Sabbat in den Synagogen gelesen wird.”
(Apostelgeschichte 15:17-21)
In einer Zeit, in der das Neue Testament noch nicht geschrieben war, wurde angenommen, das ein neuer „Christ“ (in Anführungsstrichen, weil sie damals auch noch nicht Christen hießen) einige Dinge direkt in seinem Leben ändert. Es waren die ersten Schritte im Leben eines Gläubigen.
Es wurde verlangt Abstinenz zu üben und zwar von Blut, Ersticktem, Götzendienst und Unzucht. Da man als frisch Bekehrter nun einen neuen Lebenswandel führte, wurde vorausgesetzt, das sich das neue Glied in der Gemeinde, der Gemeinschaft aktiv anschließt und anfängt in der Schrift zu lesen und sich aus der Schrift belehren zu lassen.
Man ging an einem Sabbat in die Gemeinde und hörte dort die Torah. Durch das Hören der Torah, wurde der Weg des Herrn aufgeführt und man erlangte durch das hören und umsetzen des Gehörten geistige Reife.
Vers 17: der Herr spricht was von jeher bekannt ist! Als Christ gab es nicht viel Neues, sondern der Lebenswandel sollte dem entsprechen, welcher durch Moses schon seit Hunderten von Jahren bekannt war.
Jesus formuliert dies so:
“Denn wenn ihr Moses glaubtet, so würdet ihr mir glauben, denn er hat von mir geschrieben.”
(Johannes 5:46)
An die Worte Jesu zu glauben ist eng damit verbunden, den Worten Moses zu glauben, denn Jesus kam nicht um die Worte Moses aufzuheben, sondern zu erfüllen! (Math. 5:17)
Aber was hat das mit dieser Torahlesung zu tun?
In dieser Lesung ist die Wichtigkeit Moses für die Gemeinde mehr als in jeder anderen Lesung zu erkennen. Lassen Sie uns also die Verbindungen herausarbeiten und zunächst das Bild von Moses aufzeigen, welches in diesen Kapiteln liegt.
Obwohl Moses der Richter des Volkes war, ist von seiner Richterposition in den Kapiteln unserer Parasha nichts davon zu lesen. Vielmehr wird der Charakter eines vollkommenen Gläubigen aufgezeigt:
- Moses war der demütigste Mann auf der Erde. (4.Mose 12:3)
- Moses war ein Fürbitter für seine Feinde. (12:13)
- Moses war vollkommen erfüllt vom Heiligen Geist. (11:17)
- Moses hatte eine tiefe, persönliche Beziehung zum Herrn. (12:8)
- Moses war ein Anbeter.
- Moses war Mittler zwischen Menschen und Gott.
Wo nun finden wir das Bild der Gemeinde?
Direkt in den ersten Versen des 8. Kapitels wird über die Wichtigkeit der Lampen des Leuchters gesprochen. Das wesentliche an diesem Leuchter war es, das er den Raum in dem sonst vollkommen dunklen Zelt der Begegnung erhellte.
In der Haftara finden wir ein weiteres Bild über einen Leuchter:
Und der Engel, der mit mir redete, kam wieder und weckte mich wie einen Mann, der aus seinem Schlaf geweckt wird. Und er sprach zu mir: Was siehst du? Und ich sagte: Ich sehe: und siehe, ein Leuchter ganz aus Gold und sein Ölgefäß oben auf ihm und seine sieben Lampen auf ihm, je sieben Gießröhren für die Lampen, die oben auf ihm sind; und zwei Ölbäume neben ihm, einer zur Rechten des Ölgefäßes und einer auf seiner Linken.
Ich antwortete und sagte zu dem Engel, der mit mir redete: Was sind diese, mein Herr?
Und der Engel, der mit mir redete, antwortete und sprach zu mir: Hast du nicht erkannt, was sind? Und ich sagte: Nein, mein Herr.
Da antwortete er und sprach zu mir: Dies ist das Wort des HERRN an Serubbabel: Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der HERR der Heerscharen.
Wer bist du, großer Berg? Vor Serubbabel werde zur Ebene! Und er wird den Schlussstein herausbringen unter lautem Zuruf: Gnade, Gnade für ihn! (Sacharja 4:1-6)
Wie können wir sicher sein, dass die Menorah, oder der Leuchter, die Gemeinde ist?
Weil wir genau das Bild von sieben Lampen in Offenbarung 1 haben. In Vers 20 haben wir die Bestätigung, das die Leuchter Gemeinden repräsentieren.
Ebenfalls in der Offenbarung finden den Schlüssel zum Verständnis der beiden Ölbäume:
“Diese sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen.” (Offenbarung 11:4)
Ich glaube, das zumindest einer dieser beiden Zeugen Moses ist. Viele Hinweise in der Schrift weisen darauf hin.
- Auf dem Berg der Verklärung erscheinen Elijah und Moses, um mit Jesus seinen Ausgang in Jerusalem zu besprechen.
- Die Plagen mit denen die Zeugen die Menschen richten, sind gleich der Plagen mit denen Moses die Ägypter richtete.
Aber ein weiterer Punkt weist darauf hin, das sowohl einer der beiden Zeugen, als auch einer der beiden Olivenbäumen in Sacharja 4 Moses ist.
In unserer Torahlesung lesen wir, wie Gott vom Geist des Moses nahm um ihn auf die 70 Ältesten zu legen. In der Haftara sehen wir wie der Ölbaum (Moses) Öl (Heiliger Geist) in den Leuchter (die Gemeinde) gießt.
Wenn wir unser Leben anschauen, müssen wir uns fragen ob der Geist, den Gott dem Moses gab auch in unserem Leben aktiv ist. Trägt er Früchte in unserem Leben?
Nur wenn wir mit den gleichen Charaktereigenschaften leben wie Moses, der durch den Geist Gottes geleitet war, werden wir unsere Aufgabe als Gemeinde und Einzelne erfüllen. Den Raum um uns erleuchten.
So wie die Menorah in das Zelt der Begegnung gestellt wurde um den Weg zum Allerheiligsten zu erleuchten, stehen wir als Lichter in der Welt. Wenn Menschen unser Licht scheinen sehen, werden sie den Weg zu Gott finden. Den Weg zum Allerheiligsten.
Last uns also so sein wie die Ältesten der Gemeinde, bereitdiesen Geist zu empfangen, der auch auf Moses lag und lasst uns aktiv das Leben Gottes in seinen Geboten leben.
“Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen sein.
Man zündet auch nicht eine Lampe an und setzt sie unter den Scheffel, sondern auf das Lampengestell, und sie leuchtet allen, die im Hause sind.
So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen.
Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen.” (Mathäus 5:14-17)