4.Mose 16:1 – 18:32
Korach – Korach
- Torahlesung: 4.Mose 16:1 – 18:32
- Haftaralesung: 1.Samuel 11:14 – 12:22
Übersicht:
- Aufstand Korachs.
- Aufstand des Volkes.
- der Stab Aarons.
- Aufgaben und Entlohnung der Priester.
“Sollen wir denn ganz vergehen?” (4.Mose 17:28b)
Es ist schon erstaunlich, dass es das Volk nach drei großartigen Zeichen Gottes, immer noch nicht verstand, worauf es ankam und sich die obige Frage stellte.
Was war passiert?
Zuerst stellt sich Korach mit einer ganzen Reihe führender Männer aus dem Volk gegen Mose und Aaron. Als dann Korach und seine ganze Familie vor ihr Zelt traten, tat sich die Erde auf und verschlang die gesamte Familie Korachs und Feuer vom Herrn ließ alle 250 Komplizen in Rauch aufgehen.
Obwohl das Volk die Wunder Gottes sah, hörte es nicht, sondern ging sofort wieder dazu über, gegen Mose und Aaron zu murren. Das Resultat: 14.700 Menschen sterben und nur durch die Fürbitte und der Opfer Moses und Aarons konnte die Zahl der Toten begrenzt werden.
Zum letzten dann, legen die Fürsten der Stämme Israels ihre Hirtenstäbe vor den Herrn und der bestätigt die Autorität Aarons dadurch, dass er den Hirtenstab Aarons zum Blühen bringt und sogar Früchte daran wachsen lässt.
Nach alledem spricht der Herr zu Mose:
„Bring den Stab Aarons vor das Zeugnis zurück, um ihn als Zeichen für die Widerspenstigen aufzubewahren, damit du ihrem Murren vor mir ein Ende machst und sie nicht sterben!“ (17:25)
Die Antwort des Volkes darauf war:
„Siehe wir vergehen, wir kommen um, wir alle kommen um. Jeder, der irgend der Wohnung des Herrn naht, der stirbt. Sollen wir denn ganz und gar vergehen?“ (17:27-28)
Die Reaktion des Volkes ist wirklich erstaunlich. Anstatt umzukehren und sich vor dem Herrn zu beugen, bleibt die widerspenstige Herzenshaltung bestehen. Nicht die Frage „Herr wie kann ich dir in Heiligkeit dienen?“, sondern „Jeder der sich dem Herrn nähert stirbt, ja sollen wir denn alle sterben?“ kommt dem Volk in den Sinn.
Gott kam, um mitten unter dem Volk zu wohnen. Er erwählte Israel, erlöste Israel, machte einen Bund mit Israel, versorgte Israel in der Wüste und er war tagtäglich dem Volk präsent. Gott wollte Gemeinschaft mit Israel haben. Er hatte Israel zur „Braut“ erwählt und wollte mit Israel ewiglich zusammen bleiben.
Was hatte Israel also falsch verstanden, wenn es sagte „Jeder, der irgend der Wohnung des Herrn naht, stirbt.“?
A) Wer gegen die von Gott eingesetzte Autorität handelt, handelt gegen Gott.
Das Volk murrte zu keiner Zeit direkt gegen Gott, sondern immer und immer wieder gegen Mose und Aaron. Sie verstanden nicht, das es keinen Unterschied machte, ob sie gegen Mose und Aaron oder direkt gegen Gott murrten.
Wir müssen verstehen, das jegliche Leiterschaft und Autorität von Gott eingesetzt wurde, selbst, wenn die Leiterschaft gottlos sein sollte (war ja bei Mose und Aaron nicht der Fall war)!
1.Petrus 2:11-17 beschreibt es als unsere Pflicht, selbst den menschlich eingesetzten Herren zu dienen und ihnen zu gehorchen, wie viel mehr dann auch den göttlich eingesetzten.
Israel verstieß gegen diesen Grundsatz Gottes und lehnte sich gegen göttlich eingesetzte Autorität auf und wurde dafür „zurechtgewiesen“.
Auch wir heute, müssen die richtige Einstellung zu unseren Leitern haben, da auch wir sonst zurechtgewiesen werden!
“Erweist allen Ehre; liebt die Bruderschaft; fürchtet Gott; ehrt den König!” (1.Petrus 2:17)
Könige, Herrscher und andere Oberhäupter, wie Pastoren, Lehrer, Bürgermeister etc. sind von Gott eingesetzt, um das Gute zu belohnen und das Böse zu bestrafen. Sie sind der „verlängerte“ Arm Gottes um Belohnung, oder Gericht über ein Volk zu bringen, oder aber auch, dem Volk eine geistige Lektion zu lehren.
Die geistige Lektion im Falle unserer Parasha ist das Wunder des blühenden Hirtenstabes. Aber auch dieses Zeichen wurde vom Volk nicht erkannt. Und führte zum zweiten Problem.
B) Das Volk verwarf das Zeichen Gottes
Der Hirtenstab wurde als Zeichen in die Bundeslade gelegt, die im Allerheiligsten stand. Die Geschichte der Bundeslade, und somit auch des blühenden Hirtenstabes, ist abenteuerlich, denn nach der Zerstörung des salomonischen Tempels, verschwindet die Bundeslade im Dunkeln der Vergangenheit und taucht nicht mehr auf.
Und es wird geschehen, wenn ihr euch im Land vermehrt und fruchtbar seid in jenen Tagen, spricht der HERR, wird man nicht mehr sagen: «Die Bundeslade des HERRN»; und sie wird keinem mehr in den Sinn kommen, und man wird nicht mehr an sie denken noch sie suchen, und sie wird nicht wiederhergestellt werden. (Jeremia 3:16)
Obwohl die Bundeslade schon seit über 2.500 Jahren verschwunden ist, bleibt die Erfüllung der Prophezeiung Jeremias aus. Es gibt duzende Bücher, Videos, Theorien und haarsträubende Spekulationen darüber, wo sich die Bundeslade heute befindet.
Die einen vermuten die Lade unter dem Tempelberg in Jerusalem, die andere in Äthiopien, wieder andere unter Golgatha. Gefunden hat sie jedoch niemand.
Warum also beschäftigen sich unzählige Menschen mit der Suche der Bundeslade, wenn Jeremia prophezeit, das sie keiner mehr suchen würde?
Ich persönlich glaube daran, das der Grund darin liegt, das die Leute das Zeichen welches IN der Bundeslade lag, nicht verstanden. Der Schreiber des Hebräerbriefes versucht ein wenig Licht in die Angelegenheit zu bringen, lässt aber im Kapitel 9 einige Details offen, denen wir auf den Grund gehen wollen.
Denn es wurde ein Zelt aufgerichtet, das vordere in dem sowohl der Leuchter als auch der Tisch und die Schaubrote waren das das Heilige genannt wird, hinter dem zweiten Vorhang aber ein Zelt, das das Allerheiligste genannt wird, das einen goldenen Räucheraltar und die überall mit Gold überdeckte Lade des Bundes hatte, in welcher der goldene Krug, der das Manna enthielt, und der Stab Aarons, der gesprosst hatte, und die Tafeln des Bundes waren; oben über ihr aber die Cherubim der Herrlichkeit, die den Versöhnungsdeckel überschatteten, von welchen Dingen jetzt nicht im einzelnen zu reden ist. (Hebräer 9:2-5)
Da wir in vorherigen Kommentaren zur Torah schon die Stiftshütte und deren Instrumente besprochen hatten, wollen wir uns an dieser Stelle nur auf die Bundeslade konzentrieren.
Die Bundeslade bestand aus zwei Teilen. Der erste Teil war die eigentliche Lade. Die Lade war ein Holzkasten, der mit Gold überzogen war und verschiedene Gegenstände enthielt.
Der zweite Teil war der Deckel der Lade, welcher der „Thron der Gnade“ genannt wird. Der Thron der Gnade wurde auf die Lade gelegt und verschloss somit den Kasten mit den Gegenständen.
Auf dem Deckel befanden sich zwei Cherubim, die ihre Flügel zueinander streckten. Zwischen diesen beiden Flügeln wohnte die Herrlichkeit Gottes im Tempel. Der einzige Weg sich dieser Lade zu nähern, bestand darin, am Yom Kippur, am Versöhnungstag, Blut eines Lammes zu nehmen und dieses an die Lade zu sprenkeln. Das Nähern zur Lade war dazu nur dem Hohenpriester gestattet, sonst niemandem.
D.H. um die Herrlichkeit Gottes sehen zu können, brauchte man das Blut eines Lammes und erhielt dann Zugang zu den drei Zeichen Gottes.
- Tafeln des Bundes.
- Manna aus der Wüste.
- Blühender Stab Aarons.
Alle drei Gegenstände, bzw. Zeichen repräsentieren den Messiahs!
Die Tafeln des Bundes.
Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. (Johannes 1:14)
Das Manna aus der Wüste.
Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben das Manna in der Wüste gegessen und sind gestorben. Dies aber ist das Brot, das aus dem Himmel herabkommt, damit man davon esse und nicht sterbe. (Johannes 6:48-50)
Der tote Stab Aaron, der blühte und Frucht trug.
Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; (Johannes 11:25)
Alle Zeichen, incl. „unseres“ Hirtenstabes wurden dem Volk für eine kurze Zeit als Zeichen gezeigt, um sie dann unter dem „Thron der Gnade“ einzuschließen. Um sie sehen zu könne, musste man also „unter“ die Gnade Gottes kommen.
Obwohl also die Zeichen da waren, konnte sie keiner sehen, da ja selbst der Hohe Priester den Deckel nicht öffnen durfte. Alle Gegenstände wurden von Mose selbst hineingelegt und waren bis zum Verschwinden der Bundeslade „unsichtbar“.
In dem Moment wo wir die Zeichen verstehen, wird die physische Anwesenheit der Bundeslade in einem Tempel vollkommen belanglos.
Wir sind die Bundeslade und der Tempel!
Ihr seid aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst Eckstein ist. In ihm zusammengefügt, wächst der ganze Bau zu einem heiligen Tempel im Herrn, und in ihm werdet auch mitaufgebaut zu einer Behausung Gottes im Geist. (Epheser 2:20-22)
In dem Moment, wo wir mit dem Blut des Lammes Gottes besprengt werden, wohnt die Herrlichkeit Gottes auf und in uns. Und nicht nur das, sondern wir sind ab dem Moment an, von dem wir von neuem geboren werden, Träger der „Zeichen“ Gottes.
Wir tragen die Tafeln des Bundes an unserem Herzen.
Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der HERR: Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Gott sein, und werden mein Volk sein. (Jeremia 31:33)
Um es uns noch einmal in Erinnerung zu holen: das Haus Israel sind sowohl die Kinder Israels, als auch diejenigen, die „gekauft“ wurde. Als diejenigen, die mit dem Blut des Lammes erkauft wurden, sind wir Teil des Hauses Israels. (Siehe auch Römer 11)
Das Leben nach der Torah Gottes, nach den Tafeln des Bundes, geschieht zur Ehre Gottes und der Welt zum Zeichen!
Wir essen auch noch heute das Brot des Lebens.
Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Dies tut zu meinem Gedächtnis! (Lukas 22:19)
In dem Moment, wo wir das Brot des Abendmahles zu uns nehmen, nehmen wir symbolisch das Brot des Lebens, das Manna aus der Wüste zu uns. Dem Herrn zum Gedächtnis und der Welt zum Zeichen.
Wir sind der ehemals tote Stab, der jetzt blüht und Früchte trägt.
Auch euch hat er auferweckt, die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden,.. (Epheser 2:1)
..auch uns, die wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig gemacht durch Gnade seid ihr errettet! (Epheser 2:5)
Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit. Gegen diese ist das Gesetz nicht gerichtet. Die aber dem Christus Jesus angehören, haben das Fleisch samt den Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. (Galater 5:22)
Wir, die wir einst tot waren in unseren Vergehungen, sind durch das Blut des Lammes von neuem geboren worden. Von nun ab, sind wir nicht mehr der tote Stab, sondern die Rebe, die Frucht trägt. Zur Ehre Gottes und der Welt zum Zeichen.
„Sollen wir denn ganze vergehen?“ war die Frage zu Beginn. Obwohl die Frage im Text unserer Parasha nicht direkt beantwortet wird, so wird sie doch im Laufe der Geschichte beantwortet.
Die Antwort lautet ganz klar „NEIN!“.
Gott gab den blühenden Stab Aarons zum Zeichen für das ganze Haus Israel. Leben aus den Toten, Widerbelebung von längst aufgegebenen und ewige Treue zu seinem Bundesvolk.
Gott gab uns den Stab aus Liebe, damit wir uns an seine Auferstehungskraft erinnern, aber auch an seine Schläge, mit denen er uns züchtigt.
Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut widerstanden und habt die Ermahnung vergessen, die zu euch als zu Söhnen spricht: «Mein Sohn, schätze nicht gering des Herrn Züchtigung, und ermatte nicht, wenn du von ihm gestraft wirst! Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er schlägt aber jeden Sohn, den er aufnimmt. (Hebräer 10:4-6)