4.Mose 30:2 – 36:13

Matot | Massaej – Stämme | Wanderungen

  • Torahlesung: 4.Mose 30:2 – 36:13
  • Haftaralesung: Jeremia 2:4 – 2:8

Übersicht:

  • Verordnungen über Gelübde.
  • Krieg gegen die Midianiter.
  • Ruben, Gad und der halbe Stamm Manasse erhalten Land östlich des Jordans.
  • Die Auszugsroute und Lagerplätze während der Wüstenwanderung.
  • Grenzen und Aufteilungen im verheißenen Land.
  • Städte der Leviten sowie Zufluchtsstätte.
  • Nochmaliges Gesetz über Erbtöchter.

In unserem Sprachgebrauch findet sich der Ausdruck „Ein Mann ein Wort!“

Und dieser Ausdruck könnte direkt aus dem ersten Kapitel unserer Lesung kommen.

Wenn ein Mann dem HERRN ein Gelübde ablegt, oder einen Eid schwört, ein Enthaltungsgelübde auf seine Seele zu nehmen, dann soll er sein Wort nicht brechen: nach allem, was aus seinem Mund hervorgegangen ist, soll er tun. (30:3)

Auch heute noch gibt es verschiedene Glaubensrichtungen, die Gott ein Gelübde ablegen. Ein Schweigegelübde, ein Gelübde zur Ehelosigkeit, oder sich bestimmter Nahrung zu enthalten. Dies kann zwar aus den verschiedensten Beweggründen geschehen, jedoch sollten alle eines gemeinsam haben: das Gelübde sollte auf freiwilliger Basis geschehen.

Gott verlangt an keiner Stelle ein bestimmtes Gelübde von uns, sondern er weist uns nur darauf hin, dass WENN wir ein freiwilliges Gelübde ablegen, wir daran gebunden sind.

Ein Versprechen an Gott, aber auch an andere Menschen hat einen sehr hohen Stellenwert. Gerade in einer Zeit, wo man nicht nur ellenlange Verträge unterschreiben soll, sondern auch noch mit der Lupe das Kleingedruckte untersuchen muss, ist Gottes Standard anders. Er verlangt ganz ausdrücklich, dass alles was unser Mund redet, getan werden muss.

Dieses Konzept, welches hier das erste Mal auftaucht, wird auch im Neuen Testament nicht nur bestätigt, sondern sogar noch verschärft.

Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was aber darüber hinausgeht, ist vom Bösen. (Matthäus 5:37)

Jesus macht uns darauf aufmerksam, dass es nicht reicht dem Herrn seine Eide zu erfüllen, oder davon abzulassen falsch zu schwören, sondern dass unsere gesamte Rede aufrichtig ist und wir das vollbringen und tun, was wir sagen. Wenn wir JA sagen, dann heißt das nicht „vielleicht“ oder „später“, sondern JA, ich tue, was ich gerade geredet habe.

Die Einhaltung dieses Gebotes würde dazu führen, das wir keinerlei Verträge mehr benötigten, unsere Kinder und Ehepartner unseren Versprechen vertrauen könnten, und unser Umfeld in dem wir leben verändert werden würde.

Wie oft haben wir etwas versprochen, was wir nicht gehalten haben? Unserem Arbeitgeber, unseren Kindern, unseren Ehefrauen oder –männern, unserem Pastor oder einem Bruder oder Schwester in der Gemeinde?

Obwohl es vielen schwer fällt „Nein“ zu sagen, ist es besser einmal „Nein“ zu sagen, als zu etwas „Ja“ zu sagen und es dann nicht zu halten.

Interessant ist das Verhältnis von Frauen gegenüber ihren Versprechen oder Gelübden. Während das Versprechen einer Witwe oder einer Entlassenen (Geschiedenen) direkt „Gewicht“ hat (4.Mose 30:10), hat bei noch nicht verheirateten Töchter, der Vater (30:4ff) und bei verheirateten Frauen (30:11) der Ehemann „das letzte Wort“.

In dem Moment wo die unverheiratete Frau in den Stand der Ehe eintritt, hat der Ehemann das Recht ihr Gelübde aufzuheben, in dem Moment wo er davon hört.

Obwohl es sicherlich in verschiedenen Gesellschaft etwas aus der Mode gekommen ist, spiegelt diese Vorgehensweise bei Gelübden von Frauen, die göttliche Ordnung wider.

Ich will aber, dass ihr wisst, dass der Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, das Haupt der Frau aber der Mann, des Christus Haupt aber Gott. (1.Korinther 11:3)

Der Mann als Haupt der Frau, kann der Frau den nötigen Schutz geben, den sie in Hinblick auf Gott benötigt. Dies hat nichts mit einer Wertung der Stellung der Frau zu tun, sondern ist eine Feststellung der Gott gegebenen Ordnung und hat nichts mit einer feministisch-humanistisch beeinflussten Gesellschaft zu tun.

Um die Sache ein wenig verständlicher zu machen ein kleines Beispiel:

Der Ehemann verspricht dem Nachbarn am Sonntag beim Umzug zu helfen. Nachdem er dies dem Nachbarn versprochen hat, kommt seine Frau und möchte einen Familienausflug machen. Der Mann hat sein Versprechen gegeben, somit an sein Wort gebunden und kann nicht absagen, ohne gegen Gottes Gebot zu verstoßen.

Die Ehefrau verspricht ihrer Nachbarin beim Umzug zu helfen. Für den gleichen Tag hat der Ehemann einen Ausflug geplant. Als er von dem Versprechen der Frau hört interveniert er. Er hebt damit das Versprechen der Frau auf, die nicht mehr an ihr Versprechen gebunden ist. Sie ist ohne Schuld.

Im Allgemeinen haben die Dinge die wir sagen einen entscheidenden Einfluss auf unser Leben. Während die Gebote über Gelübde die erste Aufzeichnung über die Konsequenzen unseres Sprechens darstellen, gibt es unzählige Verse in der Bibel, die uns über die Wichtigkeit des gesagten in Kenntnis setzten.

Otternbrut! Wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund. (Matthäus 12:34)

Es ist der Mund der unser Inneres hervorbringt. Durch den Mund zeigt es sich ob wir wahrhaft Nachfolger Christi sind und in Langmut und Liebe reden, oder ob wir immer noch in Finsternis verweilen, lügen und schlechte Dinge reden.

Der Mund des Gerechten spricht Weisheit aus, und seine Zunge redet Recht;.. (Psalm 37:30)

Wenn jemand meint, er diene Gott, und zügelt nicht seine Zunge, sondern betrügt sein Herz, dessen Gottesdienst ist vergeblich. (Jakobus 1:26)

Aber es ist nicht nur das, was wir anderen mit unsere Zunge oder unserem Mund antun, sondern auch was wir uns selber antun.

Denn wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der halte Zunge und Lippen vom Bösen zurück, daß sie nicht Trug reden;.. (1.Petrus 3:10)

Wenn wir nicht aufpassen, was wir sagen, werden wir unseren Lebenslauf beeinflussen, auf die ein oder andere Weise. Wir können segnen oder verfluchen. Wir können zusammenbringen oder zerreißen, Hass oder Liebe verteilen. Wir sind es, die durch ihre Zunge unser eigenes Leben steuern.

Siehe, auch die Schiffe, die so groß und von heftigen Winden getrieben sind, werden durch ein sehr kleines Steuerruder gelenkt, wohin das Trachten des Steuermanns will. So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rühmt sich großer Dinge. Siehe, welch kleines Feuer, welch einen großen Wald zündet es an! (Jakobus 3:4-5)

Ach ja…. wie heißt es noch? Reden ist Silber, Schweigen Gold.

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