4.Mose 13:1 – 15:41
Shlach Lecha – Sende Sie
- Torahlesung: 4.Mose 13:1 – 15:41
- Haftaralesung: Josua 2:1-24
Übersicht:
- Aussendung und Heimkehr der Kundschafter.
- Aufruhr im Volk.
- Strafe für das Volk.
- das Volk verliert den Kampf gegen Amalek und Kanaan.
- Verordnungen der Opfer im verheißenen Land.
- Erneutes Sabbatgebot.
- die Merkquasten.
Endlich sollte es so weit sein. Nach dem Auszug aus Ägypten, der Bundesschließung am Sinai, nach langer Wanderschaft in der Wüste und mehreren Vertrauensbrüchen des Volkes gegen Gott, stand das Haus Israel endlich an der Grenze um in das verheißene Land hineinzugehen.
Und der Herr redete zu Mose und sprach: Sende dir Männer aus, dass sie das Land Kanaan auskundschaften, das ich den Söhnen Israel gebe! ( 4.Mose 13:1)
Das Ergebnis dieser Auskundschaftung war verheerend. Von 12 Kundschaftern brachten nur 2 einen positiven Bericht, während die anderen Angst über die Bewohner des Landes in das Herz des restlichen Volkes legten. Und nicht nur das. Das Volk wollte sich ein anderes Oberhaupt erwählen und zurück nach Ägypten gegen und Mose und Aaron steinigen. (13:10)
In diesem Moment erscheint die Herrlichkeit des Herrn der ganzen Gemeinde Israel und Gott spricht:
„Wie lange will mich dieses Volk verachten, und wie lange wollen sie mir nicht glauben bei all den Zeichen, die ich in ihrer Mitte getan habe? Ich will es mit der Pest schlagen und es austilgen; und ich will dich zu einer Nation machen, größer und stärker als sie.“
Welch ein Angebot an Mose! Anstelle Israels will Gott ihn zu einem Volk machen und ihm dadurch einen Namen machen. Aber die Antwort Mose passt zu dem demütigsten Mann der Erde:
Dann werden es die Ägypter hören. Denn durch deine Macht hast du dieses Volk aus ihrer Mitte heraufgeführt; und man wird es den Bewohnern dieses Landes sagen.
Sie haben gehört, dass du, HERR, in der Mitte dieses Volkes bist, dass du,HERR, Auge in Auge dich sehen lässt und dass deine Wolke über ihnen steht und du in einer Wolkensäule vor ihnen hergehst bei Tag und in einer Feuersäule bei Nacht.
Und wenn du dieses Volk wie einen Mann tötest, werden die Nationen, die die Kunde von dir gehört haben, sagen:Weil der HERR dieses Volk nicht in das Land bringen konnte, das er ihnen zugeschworen hatte, darum hat er sie in der Wüste hingeschlachtet.
Und nun möge sich doch die Macht des Herrn groß erweisen, so wie du geredet hast, als du sprachst: «Der HERR ist langsam zum Zorn und groß an Gnade, der Schuld und Treubruch vergibt, aber keineswegs ungestraft lässt, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der dritten und vierten Generation.»
Vergib doch die Schuld dieses Volkes nach der Größe deiner Gnade und so, wie du diesem Volk vergeben hast von Ägypten an bis hierher! (4.Mose 13-19)
Anstatt das „Angebot“ Gottes anzunehmen, leistet er Fürbitte für sein Volk und der Herr lässt sich erbitten:
Und der HERR sprach: Ich habe vergeben nach deinem Wort. (13:20)
Obwohl das Volk nicht ungestraft blieb, so blieb es jedoch am Leben und lebt noch heute!
Interessant ist die Vorgehensweise Mose bei seinem Fürbittegebet. Anstelle direkt um Gnade zu flehen und über das Volk Israel zu sprechen, oder die Bündnisse mit Abraham, Isaak und Jakobs in „Erinnerung“ zu bringen, geht es Mose um nur eines: den Namen Gottes.
„Dann werden es die Ägypter hören“ ist sein Argument. Es war der HERR der das Volk nicht in das Land bringen konnte, so würden die Ägypter denken.
Mose appelliert an den Heiligen Namen Gottes, einem Konzept, welches im Judentum heute „Chillul HaShem“ genannt wird. Chillul HaShem bedeutet den Namen Gottes in Misskredit bringen. Dies ist jedoch für Gott unmöglich, denn der Name Gottes spiegelt seinen Charakter wider.
Der Name Gottes ist so heilig, das er im heutigen Judentum nicht mehr ausgesprochen wird. Dies führte dazu, das wir heute nicht mehr mit 100 prozentiger Sicherheit wissen, wie der Name Gottes, das Tetragramm „YHVH“ ausgesprochen wird. Anstelle des Tetragramms wird der Name „HaSchem“ benutzt, welches einfach „Der Name“ heißt. Mose ist im Hebräischen so geschrieben, das sein Name rückwärts gelesen genau diesen Ausdruck „HaShem“ ergibt. Im Namen „Mose“ ist also der Name Gottes verborgen.
In dem Fürbittegebet des Moses wird klar, dass es weder um das Volk Israel geht, noch um den Einzelnen Gläubigen, sondern einzig und allein um den Namen Gottes.
Gott hält was er verspricht! Selbst wenn wir untreu sind, ist er treu und vergibt uns unsere Schuld um seines heiligen Namens willen.
In Hesekiel 37:19-24 spricht der HERR:
Und ich versprengte sie unter die Nationen, und sie wurden in die Länder zerstreut; nach ihrem Weg und nach ihren Taten richtete ich sie.
So kamen sie zu den Nationen, aber wohin sie auch kamen, da entweihten sie meinen heiligen Namen, indem man von ihnen sagte: «Das Volk des HERRN sind diese, und aus seinem Land haben sie hinausziehen müssen.»
Da tat es mir leid um meinen heiligen Namen, den das Haus Israel unter den Nationen entweiht hatte, wohin sie auch kamen.
Darum sage zum Haus Israel: So spricht der Herr, HERR: Nicht um euretwillen handle ich, Haus Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr entweiht habt unter den Nationen, zu denen ihr gekommen seid.
Und ich werde meinen großen, unter den Nationen entweihten Namen heiligen, den ihr mitten unter ihnen entweiht habt. Und die Nationen werden erkennen, dass ich der HERR bin, spricht der Herr, HERR, wenn ich mich vor ihren Augen an euch als heilig erweise.
Und ich werde euch aus den Nationen holen und euch aus allen Ländern sammeln und euch in euer Land bringen.
Warum ist denn der Name so wichtig?
Der Name einer Person spiegelt in der Torah mehr als nur die einfache Benennung zur Identifikation wider. Der Name spiegelte vielmehr den Charakter und das Wesen einer Person wider. Bei verschiedenen Personen haben wir eine Namensänderung, weil sich ihre Bedeutung änderte.
Aus Abram (Vater ist erhaben) wurde Abraham (Vater einer Menge), aus Sarai (Prinzessin) wurde Sara (Fürstin), aus Jakob (Fersenhalter) wurde Israel (Kämpfer Gottes).
Gottes Name ist zusammengefasst „Heilig, Heilig, Heilig“.
.. und sie hören Tag und Nacht nicht auf zu sagen: Heilig, heilig, heilig, Herr, Gott, Allmächtiger, der war und der ist und der kommt! (Offenbarung 4:8b)
Gottes Name ist unveränderlich, weil auch seine Person unveränderlich ist. Er ist der Gleiche gestern, heute und morgen. Den Namen Gottes zu verachten, bedeutet seine Person und seinen Charakter, ja sein ganzes Wesen zu verachten.
Leider hat das gesamte Haus Israel den Namen des HERRN in der ganzen Welt lächerlich gemacht. Zum Haus Israel gehören auch wir Christen, und wir können uns nicht aus der Verantwortung stehlen. Ja, auch wir haben den Namen des HERRN verachtet und haben ihn unter den Nationen lächerlich gemacht.
Aber welch eine große Erleichterung ist es da, wenn wir Gott selber sagen hören:
Und ich werde meinen großen, unter den Nationen entweihten Namen heiligen, den ihr mitten unter ihnen entweiht habt. Und die Nationen werden erkennen, dass ich der HERR bin, spricht der Herr, HERR, wenn ich mich vor ihren Augen an euch als heilig erweise.
Obwohl wir Gottes Namen lächerlich gemacht haben und versagt haben, erweist sich Gott an uns heilig. Nicht, weil wir so „toll“ sind, sondern weil er so heilig ist und um seines heiligen Namens willen seinem Volk Errettung schenken wird.
Diese Errettung kommt wiederum durch einen „Namen“ und damit durch eine Person, die einen bestimmten Charakter und Wesenszug Gottes widerspiegelt.
Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist,.. (Philipper 2:9)
..denn jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden.. (Römer 10:13)
Aber um welchen Namen geht es denn? Was ist denn der Name in dem wir Errettung finden, obwohl wir ja noch nicht einmal wissen, wie der heilige Name Gottes ausgesprochen wird? Die gleiche Frage stellt man sich schon seit Jahrtausenden:
Wer ist hinaufgestiegen zum Himmel und herabgefahren? Wer hat den Wind in seine Fäuste gesammelt? Wer hat die Wasser in ein Tuch eingebunden? Wer hat aufgerichtet alle Enden der Erde? Was ist sein Name und was der Name seines Sohnes, wenn du es weißt? (Sprüche 30:4)
Die Antwort finden wir in den Worten des Juden Petrus:
..so sei euch allen und dem ganzen Volk Israel kund: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, den ihr gekreuzigt habt, den Gott auferweckt hat aus den Toten in diesem Namen steht dieser gesund vor euch.
Das ist der Stein, der von euch, den Bauleuten, verachtet, der zum Eckstein geworden ist.
Und es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen. (Apostelgeschichte 4:10-12)
Obwohl wir wissen, wie der heilige Name Gottes ausgesprochen wird, so kennen wir jedoch die Bedeutung der Buchstaben YHVH:
Yeshua HaNozri V’Melech HaJehudim
Jesus von Nazareth, König der Juden, war die Inschrift, die an seinem Kreuz in drei Sprachen angebracht wurde (Johannes 19:19-20)
Yeshua heißt zu deutsch „Errettung“ und es dieser Name, den Gott uns zu unserer Errettung anbietet. Wenn wir diesen Namen anrufen, um Vergebung unserer Schuld zu erlangen wird Gott uns genauso antworten, wie damals Mose:
Ich habe vergeben nach deinem Wort.
(4.Mose 13:20)