1.Mose 1:1 – 6:8
Bereshit – Im Anfang
- Torahlesung: 1.Mose 1:1 – 6:8
- Haftaralesung: Jesaja 54:1 – 55:5
Übersicht:
- Die Schöpfung
- Der Sündenfall
- Kain und Abel
- Stammbaum von Adam – Noah
„Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde“ Genesis 1:1
Jede Geschichte hat einen Anfang. Die Geschichte der Menschheit beginnt mit der Schaffung seines Lebensraumes, den Himmeln und der Erde und allem was darin ist. Die Frage die wir uns heute stellen wollen, ist nicht die Frage nach dem „wie“, sondern nach dem „warum“.
Warum schuf Gott die Erde und die Menschen? Was wollte er damit bezwecken? Was hat er mit uns vor? War der Sündenfall ein unvorhergesehener Unfall?
Wenn wir uns die ersten und die letzten drei Kapitel der Bibel anschauen, werden wir nicht nur Antworten auf diese Fragen finden, sondern wir werden auch mit der nötigen Hoffnung und Freude erfüllt, um das Ziel, welches Gott für unser Leben hat zu erreichen.
Genesis 1 – 3 und Offenbarung 20 – 22 bildet den Rahmen, bzw. den Anfangs- und Endpunkt der Menschheit auf der Erde, wie wir sie kennen. Alle Kapitel dazwischen behandeln die Probleme der Menschen, die wir auf dem Weg vom „Anfang“ bis zum „Ende“ erleben werden. Anhand von Beispielen, Warnungen, Wegweisern, Geboten und Gleichnissen, wird uns in einfacher Sprache gezeigt, was wir tuen müssen, um das Ziel, welches Gott für uns vorgesehen hat, zu erreichen.
Wie sieht dieses Ziel aus? Was ist Gottes Wille für unser Leben?
„Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen in unserem Bild, uns ähnlich! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen!“ Genesis 1:26
„Und Gott, der HERR, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren.“ Genesis 2:15
Das direkte Ziel Gottes war, daß wir über seine Schöpfung herrschen sollten. Diese „Herrschaftsposition“ war aber an Bedingungen geknüpft. In dem Moment wo Adam von einem bestimmten Baum im Garten essen würde, mußte er sterben und damit selbstverständlich auch seine Position als Hüter und Bewahrer der Erde aufgeben.
Die Bedingung lautete: Gehorsam!
Durch den Ungehorsam Adams, verlor er seine Position, in die ihn Gott hineingestellt hatte. Dennoch hatte Gott von Anfang an einen Weg „parat“ um uns dennoch in diese Position hineinzubringen. Dieser Weg war und ist Jesus.
„Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Verse zermalmen.“ Genesis 3:15
Jesus war das Lamm, welches schon vor Anbeginn aller Zeit geschlachtet war. Er war und ist der Ausweg aus der Situation, in die uns Adam hineinbrachte. Durch eine Frau geboren, besiegte Jesus die Schlage (den Satan) am Kreuz. Obwohl Satan glaubte, einen Sieg am Kreuz errungen zu haben, indem er Jesus die Ferse zermalmte (durch die Nägel in seinen Füßen), stand Jesus am dritten Tage von den Toten auf und trug den Sieg davon.
In Jesus sind wir in der Lage, das Ziel und die Bestimmung die Gott für uns bereitet hatte, zu erreichen.
Jesus zeigte uns, das die göttliche Herrschaft eine andere ist als die menschliche. Obwohl er Herrscher war, kam er um zu dienen, was er auch von uns verlangt.
„Ihr aber nicht so! Sondern der Größte unter euch sei wie der Jüngste und der Führende wie der Dienende.“ Lukas 22:26
Wie sieht also das Ziel, welches wir als Geschöpfe Gottes erreichen sollen konkret aus?
Wir sollen Frucht bringen. Adam und Eva bekamen den Auftrag.
„Seit fruchtbar und vermehrt euch.“ (Genesis 1:28)
Dies bezog sich nicht nur auf die physische Fortpflanzung um den Planeten zu bevölkern, sondern auch auf den geistigen Auftrag Menschen von Gott und seinen Taten zu erzählen. Am Ende werden aus diesen beiden:
„eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen….“ (Off. 7:9)
Wir sollen ewig leben.
„Und nun, daß er nicht etwa seine Hand ausstrecke und auch noch von dem Baum des Lebens nehme und esse und ewig lebe!“ Genesis 3:22
Es war Adam anfangs nicht verboten von diesem Baum zu essen! Allerdings hätte die gefallene sündhafte Natur, die von Adam Besitz ergriffen hatte, zu einer Katastrophe geführt, wenn er ewig gelebt hätte. Dennoch, wird am Ende der Baum des Lebens in der Mitte des neuen Jerusalems stehen. (Off.22:2), von dem jeder essen kann sooft wie er will.
Gott wird mitten unter uns leben.
Als Adam und Eva im Garten lebten, kam Gott sie in der Kühle des Tages „besuchen“ (Gen 3:8). Durch den Sündenfall wurde diese Verbindung zum Vater getrennt, die durch Jesus wieder eingesetzt wurde. Am Ende wird diese Beziehung inniger sein als jemals zu vor.
„Und er wird bei ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott.“ Off. 21:2
Wir werden in einer perfekten Stadt wohnen.
Während die Menschen am Anfang in einem Garten wohnten, werden wir in eine Stadt versetzt werden, die wir uns heute nur sehr schwer vorstellen können, da alleine die Höhe dieser Stadt mehrere hundert Kilometer beträgt! Dennoch ist es interessant zu sehen, aus welchen Materialien diese Stadt besteht.
Genesis 2:12 zeigt uns drei verschiedene Materialien, die an den verschiedenen Flüßen zu finden sind.
- Gold
- Bedolach
- Onyx
Gold
„Und der Baustoff ihrer Mauer war Jaspis und die Stadt reines Gold, gleich reinem Glas“ (Off 21:18)
Ich glaube das dieses Gold unser Leben repräsentiert. Während das Gold am Anfang noch am Flußufer liegt, wird es durch einen göttlichen Reinigungsprozess so rein wie Glas. Nur unter Druck, Hitze und göttlicher Läuterung wird aus dem Gold des Gartens das reine, durchsichtige Gold der Stadt. Ohne diesen Reinigungsprozess werden auch wir es nicht schaffen, in die Stadt hineinzukommen.
Bedolach
Während z.B. meine Elberfelder Bibel diesen Stoff als wohlriechendes Harz identifiziert, gibt uns die „Encyclopedia Judaica“ eine andere Erklärung. Schon seit jeher wird dieses Bedolach als eine Perle oder kostbarer Stein angesehen und nicht als ein Harz. Rashi, der große jüdische Torah Kommentator sieht im Bedolach eine Perle.
Was geschieht aber mit diesen Perlen am Fluß des Gartens?
„Und die zwölf Tore waren zwölf Perlen, je eines der Tore war aus einer Perle….“ Off 21:21
Onyx
Während wir am Beginn Onyx im Garten finden, besteht die Stadt aus zwölf verschiedenen kostbaren Steinen.
Wenn wir uns nun aber die Kleidung des Hohenpriesters anschauen, werden wir feststellen, das er auf seiner Brust ein Platte trug, die mit zwölf kostbaren Steinen besetzt war. Jeder dieser Steine repräsentierte einen Stamm des Volkes Israel. Auf seiner Schulter trug er zwei Platten aus Onyx, die ebenfalls mit den Namen der zwölf Stämme Israels beschriftet waren. Der Onyx faßte also alle zwölf kostbaren Steine zusammen.
In der Stadt tragen die zwöf kostbaren Steine die Namen der Apostel. Jesus, als unser Hohepriester trug sie auf seinen Schultern. Da die Apostel schon von Anbeginn aller Zeiten auserwählt waren, um ihren Dienst zu tuen, sind sie in dem Onxy „präsent“, der sich im Garten versteckt am Ufer des Flußes befindet.
Wir werden ohne die Sünde leben.
Durch den Adam kam die Sünde in die Welt, die durch Jesus besiegt wurde. Die Sünde, die im 3. Genesis Kapitel in die Welt kommt, wird endgültig im 20. Kapitel der Offenbarung hinweggetan.
Wenn wir nun auf diesen Bogen schauen, der sich von den ersten zu den letzten Kapiteln der Bibel aufbaut, sollten wir um so mehr angesport sein im Wort Gottes zu forschen um unseren Weg in die für uns bereitete Stadt zu finden. Und während wir heute noch hingehen müssen, um unsere Lampen mit Öl zu füllen um den Weg zu erkennen, wird auch dies wegfallen, wenn wir unser Ziel erreicht haben und unsere Aufgabe zusammen mit Gott erfüllen.
„Und Nacht wird nicht mehr sein, und sie bedürfen nicht des Lichtes einer Lampe und des Lichtes der Sonne, denn der Herr, Gott, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ Off 22:5