1.Mose 12:1 – 17:27
Lech Lecha – Gehe Aus
- Torahlesung: 1.Mose 12:1 – 17:27
- Prophetenlesung: Jesaja 40:27 – 41:16
“Lech Lecha” – Mit diesem Befehl Gottes an Abraham beginnt die Torahlesung dieser Woche.
Durch den Gehorsam Abrahams entsteht eine Freundschaft wie sie in der Bibel einmalig ist. Abraham ist der einzige der „Freund Gottes“ genannt wurde (Jak.2:23) und fortan ist Gott unter dem Namen „Gott Abrahams“ genannt.
Warum folgte Abraham dem Befehl Gottes? War es das Versprechen ihn zu einer großen Nation zu machen oder gar seinen Namen groß zu machen? Oder war es der Segen der dem Gehorsam folgen sollte? (12:2-3) Immerhin war Abrahams Vater nach jüdischen Überlieferungen ein Götzenmacher.
Warum also Abraham?
Die Frage ist durchaus berechtigt, da gerade in dieser Wochenlesung Abraham im Grunde genommen nicht viel „richtig“ macht.
Als Gott ihn aus seinem Vaterhaus ruft, war er ja schon auf dem halben Weg und befand sich an der Grenze zu Kanaan (oder schon darin, je nachdem wie damals die Grenze gezogen wurde). Als der erste Test in Vers 10-20 des 12. Kapitels kommt versagt er. Er geht nach Ägypten, das Sinnbild für die Welt und die Sünde, anstatt auf Gott zu vertrauen, ihn im Verheißenen Land zu versorgen. Doch nicht nur das, er gibt sogar seine Frau als seine Schwester aus und sieht mit an, wie sie in das Haus des Pharaos gebracht wird. Doch Gott greift nicht nur ein, sondern er segnet dazu Abraham über alle Maßen.
Lange habe ich darüber nachgedacht, warum Abraham ohne Murren und Nachfragen Gott nachgefolgt ist.
Am wahrscheinlichsten erscheint mir die Möglichkeit, das er die „alten Geschichten“ von Opa Noah und Sem hörte, die aus erster Hand erzählten wie Gott den Ungehorsam der Menschen strafte. Noah, der ja schon vor der Flut Gerechtigkeit predigte, wird dies sicherlich auch noch die Zeit danach getan haben, als er die Möglichkeit hatte, seinen Kindern und Kindeskindern die Wege Gottes zu lehren. Durch das Geschlechtsregister in Kapitel 11:10-32 erfahren wir, das Sem 2 Jahre nach der Flut seinen ersten Sohn zeugte und sein Nachkomme Abraham 292 Jahre nach der Flut gezeugt wurde. Noah starb, als Abraham 58 Jahre alt war. Sem erlebte sogar noch die Geburt Isaaks und Jakobs!
Abrahams Herz war vorbereitet! Er verließ nicht einfach mal sein Haus und sein Land, sondern er folgte einem Gott, dessen glorreiche Taten er hörte und glaubte. Er war vielleicht nicht der Vollkommenste, aber er glaubte Gott, und dies wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet. (15:6)
Wie sehr reflektiert Abraham unsere eigene Persönlichkeit! Wir haben von Gott gehört und haben Ihm geglaubt und dann… Eines Tages spricht Gott zu uns und gibt uns eine Aufgabe. Und was machen wir? Bei den ersten Anzeichen von Problemen gehen wir nach „Ägypten“. Wir greifen zu weltlichen Methoden und Halbwahrheiten und genießen damit sogar einen kurz- oder langfristigen finanziellen Segen!
Trotzdem nimmt uns der Herr wie auch den Abraham und schließt einen Bund mit uns – einen ewigen! Er spricht uns gerecht durch Jesus, den Sohn Abrahams (Math. 1:1).
Und wie geht es weiter?
Nach all den Verheißungen und den Segnungen zeugt Abraham den Ismael, den Sohn des Fleisches wie ihn Paulus nennt (Röm. 9). Obwohl Abraham hautnah erleben durfte, wie Gott immer wieder übernatürlich in sein Leben eingriff, ihn mit Nachkommen und Finanzen segnete, blieb die in Kapitel 17 folgende Beschneidung, das Siegel der Gerechtigkeit, nur eine Beschneidung des Fleisches und nicht des Herzens.
Welche weittragenden Konsequenzen hatte die Zeugung des Sohnes des Fleisches! Ja, Gott hat Abraham vergeben, die Konsequenzen jedoch bleiben bis heute. Heute stehen Millionen Nachkommen Ismael vor den Toren Israels, des Sohnes der Verheißung um ihn zu vernichten. Welch ein Leid und wieviel Tod wurde durch die Zeugung eines einzigen fleischlichen Sohnes in die Welt gebracht!
Laßt uns daher auf den schauen, dem Abraham verheißen wurde, dem Nachkommen in dem die ganze Welt gesegnet ist, dem Sohn Abrahams, Jesus Christus.
„In Ihm seid ihr auch beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschehen ist, sondern im Ausziehen des fleischlichen Leibes, in der Beschneidung des Christus, mit Ihm begraben in der Taufe, in Ihm auch mit auferweckt durch den Glauben an die wirksame Kraft Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat.“ Kol 2:11-12