1.Mose 41:1 – 44:17

Mikez – Nach Ablauf

  • Torahlesung: 1.Mose 41:1 – 44:17
  • Haftaralesung: 1.Könige 3:15-4:1
Übersicht:
  • Pharaos Träume und deren Deutung durch Joseph
  • Joseph wird zweiter Mann im Staate
  • Sieben fette und sieben Dürre Jahre
  • Josephs Brüder in Ägypten
  • Haftara: Salomons weises Urteil zwischen zwei Müttern

Die Thorahlesung dieser Woche beschreibt eine dramatische Wende im Leben Josephs. In der letzten Woche sahen wir, wie Joseph von seinen Brüdern verraten wurde, seinem Vater als Tod ausgegeben wurde und zuerst als Sklave in Potifar’s Haushalt diente und dann als unschuldiger Häftling in einem Ägyptischen Gefängnis landete. In dieser Parasha werden wir sehen, wie er aus dem Gefängnis direkt an den Thron Pharao’s katapultiert wird. Pharao bekommt von Gott einen besorgniserregenden Traum geschenkt, aber keiner seiner Magier und Traumdeuter ist in der Lage dem ägyptischen Herrscher diesen Doppeltraum auszulegen.

Der Mundschenk des Pharaos erinnert sich dann an diesen Hebräer namens Joseph welcher ihm vor über zwei Jahren im Gefängnis sein Schicksal exakt vorher gesagt hatte. Joseph wird vor Pharao gebracht und legt diesem dann nicht nur seinen Traum aus, sondern gibt ihm darüber hinaus weise Ratschlage, wie die Politik des ägyptischen Weltreiches für die nächsten 14 Jahre zu gestalten sei. Pharao erkennt, daß in diesem jungen Mann Joseph der Geist Gottes innewohnt und macht ihn zum zweiten Mann im Staat. Als dieser wird Joseph dann nicht nur die Geschicke des Ägyptischen Weltreiches lenken, sondern Errettung für das Haus Jakobs bringen.

Dem Messias Ben Joseph ist alle Macht übergeben.

Bereits in der letzten Thorahlesung wurde dargestellt, daß Joseph als ein Typus für den Messias zu sehen ist. In heutiger Lesung entfaltet sich dieses prophetische Schattenbild auf den Messias zu seiner vollen Fülle. Wir sahen bereits wie Jesus gleich Joseph von einem Bruder Namens Juda für einen Silberschekelbetrag verraten wurde. Gleich Joseph war Jesus von seinem Vater geliebt (Math. 3:17), Joseph war wie Jesus seinem Vater völlig untertan (Joh. 8:35) und war darum gehaßt von seinen Brüdern (Joh. 15:24-25). Noch manch andere Parallele könnte aus den Kapiteln 37-40 gezogen werden.

Als Joseph aus dem Gefängnis vor den Thron des Pharao gerufen wird und dort zu ungeheurer Macht gelangt, entfaltet sich dort ein Bild welches die Person Jesu nach seiner Auferstehung und Himmelfahrt fast perfekt beschreibt. Petrus berichtet in 1.Pet.3:19, daß Jesus in den drei Tagen, in denen er im Grab war er den Gefangenen der Zeit Noahs predigte. Auch Joseph predigte gewissermaßen seinen Mitgefangenen, indem er diesen ihre Träume auslegte. Nach seiner Traumdeutung veränderte sich seine Position jedoch dramatisch:

Und zu Joseph sagte der Pharao: Nachdem dich Gott dies alles hat erkennen lassen, ist keiner so verständig und weise wie du. Du sollst über mein Haus sein, und deinem Mund soll mein ganzes Volk sich fügen; nur um den Thron will ich größer sein als du. Und der Pharao sagte zu Joseph: Siehe, ich habe dich über das ganze Land Ägypten gesetzt. Und der Pharao nahm seinen Siegelring von seiner Hand und steckte ihn an Josephs Hand, und er kleidete ihn in Kleider aus Byssus und legte die goldene Kette um seinen Hals. Und er ließ ihn auf dem zweiten Wagen fahren, den er hatte, und man rief vor ihm her: Werft euch nieder! So setzte er ihn über das ganze Land Ägypten. Und der Pharao sprach zu Joseph: Ich bin der Pharao, aber ohne dich soll kein Mensch im ganzen Land Ägypten seine Hand oder seinen Fuß erheben!

In diesem obigen Abschnitt geht es um zwei Personen un ihr Verhältnis zueinander: Joseph und Pharao – oder Jesus und der Vater im Himmel. Pharao mit Gott zu vergleichen scheint zunächst etwas gewagt, jedoch sollte man bedenken, daß der Pharao in seinem damaligen Reich ein Herrscher-Gott war, welcher nicht nur Gehorsam, sondern auch göttliche Anbetung forderte.

Dieser Herrscher-Gott Pharao erhob Joseph nun auf den zweiten Platz im Ägyptischen Weltreich. „Ich habe Dich über das ganze Land Ägypten gesetzt.“ Pharao gab ihm darüber hinaus seinen Siegelring, d.h. er gab ihm die Autorität, alle Entscheidungen in seiner „göttlichen“ Autorität zu fällen. Alle Ägypter mußten sich wie vor Pharao so auch vor Joseph niederwerfen. Alles was Joseph sagte hatte zu geschehen, sein Wort war gleich dem Wort des Pharaos. „…und deinem Mund soll mein ganzes Volk sich fügen.“ Er wurde in königlichen Schmuck und Gewändern gekleidet. Und nicht nur das, sondern ohne den Willen von Joseph konnte im Reich des Pharao nichts mehr geschehen. „…ohne dich soll kein Mensch im ganzen Land Ägypten seine Hand oder seinen Fuß erheben!“

Nach außenhin gab es also keinen Unterschied mehr zwischen Joseph und Pharao. Wer mit Joseph konfrontiert wurde, wurde dadurch auch mit der ganzen Macht des Pharaos konfrontiert.

Ich denke, daß es in den ganzen Schriften des Alten Testament kein besseres Bild auf das Wesen Jesus gibt. Jesus setzte sich nach seiner Himmelfahrt zur rechten Gottes (Mk. 16:19) und ihm ist übergeben „alle Macht im Himmel und auf Erde“ Math. 28:24. Paulus sagt von ihm „Er ist vor allem und alles besteht durch ihn.[...] damit er in allem den Vorrang habe; denn es gefiel der ganzen Fülle [der Gottheit] in ihm zu wohnen.“ (Kol. 1:15-20) Der Epheserbrief beschreibt es in Kapitel 1 Vers 21+22 nicht weniger treffend: “…indem er ihn aus den Toten auferweckt und zu seiner Rechten in der Himmelswelt gesetzt hat,hoch über jede Gewalt und Macht und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der nicht nur in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen genannt werden wird. Und alles hat er seinen Füßen unterworfen,…“ Zahllose weitere Bibelstelen, welche das selbe ausdrücken könnten zitiert werden. (Eine kleine Auswahl: Dan.7:14; Lk.10:22; Phil. 2:9; 1.Pet.3:22; Hebr.1.2ff;…).

Weitere Parallelen.

Wie Jesus hatte auch Joseph einen neuen (ägyptischen) Namen erhalten. Pharao nannte ihn „Zafenat-Paneach“ was so viel bedeutet wie: „Gott spricht – er lebt“ Gott spricht – das Wort Gottes, das ist auch der Name Jesu in Offb.19:13. Wie Jesus, beginnt Joseph seinen Dienst mit 30 Jahren! Pharao gab Joseph die Tochter eines Götzenpriesters, eine Heidin zur Frau – die Braut Jesu die Gemeinde besteht auch heute mehrheitliche aus Gläubigen aus den Nationen, aus Heiden.

Eine der schönsten Parallelen finden wir jedoch am Ende von Kap.41 unseres Textes:

Als nun das ganze Land Ägypten hungerte und das Volk zum Pharao um Brot schrie, da sagte der Pharao zu allen Ägyptern: Geht zu Joseph; tut, was er euch sagt! Und die Hungersnot war auf der ganzen Erde; und Joseph öffnete alles, worin Getreide war, und verkaufte den Ägyptern Getreide; und die Hungersnot war stark im Land Ägypten. Und alle Welt kam nach Ägypten zu Joseph, um Getreide zu kaufen; denn die Hungersnot war stark auf der ganzen Erde.

Welch treffende Beschreibung des Dienstes Jesu. Die ganze Erde litt unter der Hungersnot Die Anweisung des Pharaos war: „Geht zu Joseph; tut, was er euch sagt!“ Jesus ist nicht nur selbst das Brot des Lebens, sondern die Bibel lehrt uns deutlich, daß Jesus auch der Weg die Wahrheit und das Leben ist, niemand der seinen geistlichen hunger stillen will kommt an Jesus vorbei. „Niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ sagt Jesus und Petrus hatte es richtig erkannt als er ausrief: „Herr wohin sollen wir gehen? Du hast Wort des Ewigen Lebens.“. Genauso wie bei Pharao ist Gottes Botschaft auch heute an alle die nach Gott hungern: „Dies ist mein geliebter Sohn! Auf ihn hört.“ Math 17:5.

Gleich wie zu Zeiten Josephs kommt heute die ganze Welt zu Jesus, um dort das Brotb des Lebens zu erhalten. Aus jeder Nation, Stämmen, Völkern und Sprachen werden einmal die vor dem Thron Gottes stehen die zu Yeshuah dem Messias Ben Joseph kamen, um ihren Hunger zu stillen.

Joseph und seine Brüder.

In dieser Wochenlesung wird auch beschrieben, wie Joseph zum ersten mal seine Brüder wiedersieht. Obwohl Joseph sehr wohl seine Brüder erkennt, nehmen diese nicht wahr, daß dieser ägyptischen Machthaber eigentlich ihr Bruder ist. Dieser Mann sah ägyptisch aus, hatte einen ägyptischen Namen und wurde von den Ägyptern angebetet. Keiner der Söhne Jakobs wäre auf die Idee gekommen, daß dies ihr Bruder Joseph sein könnte. Ein treffendes Bild über das heutige Jüdische Volk. Die Person Jesus Christus hat für sie einen heidnischen Namen, und der Glaube der Kirche ist in Ihren Augen voll mit heidnischen Bräuchen wie z.b. Heiligen Anbetung, Weihnachtsbäume, Marienkult,… Kein Jude käme da auf den Gedanken es handle sich hier um einen ihrer Brüder bzw. den jüdischen Messias. Aber mehr dazu nächste Woche. In der nächsten Lesung werder wir sehen wie sich Joseph seinen Brüdern offenbaren wird.

Zum Abschluß wollen wir noch einmal den Apostel Paulus zu Wort kommen lassen. In seinem Brief an die Philliper finden wir eine Zusammenfassung dessen, was uns die heuteige Lesung gezeigt hat. Die Sklaven- und Gefangenschaftsjahre waren Josephs Lehrjahre für den Thron. Ähnliches trifft auch auf Jesus zu:

Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war, der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein. Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz. Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, daß Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. | Philliper 2:5ff

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