1.Mose 47:28 – 50:26

WaJechje – Und er lebte

  • Torahlesung: 1.Mose 47:28 – 50:26
  • Haftaralesung : 1.Könige 2:12

Übersicht:

  • Jakobs Anweisung für sein Begräbnis
  • Jakob adoptiert Ephraim und Manasse
  • Jakob spricht mit seinen Söhnen und segnet sie
  • Jakob stirbt und wird in Hebron begraben
  • Haftaralesung: König David gibt letzte Anweisung vor seinem Tod

„Und Jakob rief seine Söhne und sprach: Versammelt euch und ich will euch verkünden, was euch begegnen wird in künftigen Tagen (o. am Ende der Tage). Kommt zusammen und hört, ihr Söhne Jakobs, und hört auf Israel, euren Vater!“ (49:1-2)

Wenn heute über Israel gesprochen wird, wird damit entweder das Land gemeint, in dem der heutige Staat mit gleichem Namen liegt, oder man meint die Juden. Besonders in der, in den letzten Jahren, stärker werdenden Bewegung der „Israelfreunde“ wird der Begriff Israel, Juden und das „auserwählte Volk“ austauschbar verwendet.

Aber sind die Juden und Israel wirklich identisch? Und wenn nicht, wer ist dann Israel?

Um es vorwegzunehmen, ich glaube nicht, daß Israel und die Juden identisch sind, sondern, daß die Juden nur ein Teil Israels sind, Israel aber selbst weit über das hinausgeht, was wir heute unter Israel verstehen. Ein Schlüssel des Verständnisses wer oder was Israel tatsächlich ist, liegt in der heutigen Parasha verborgen. Was vielfach als der Segen Jakobs bezeichnet wird, ist in der Tat eine Prophetie, nicht nur über jeden einzelnen Sohn Israels, sondern über jeden einzelnen Stamm (49:28) und dessen Bedeutung in den letzten Tagen (49:1).

Die letzten Tage begannen mit Jesus vor 2000 Jahren. Das Entscheidene daran ist, das Israel Prophetien über Personen oder Stämme ausspricht, die es historisch gesehen gar nicht mehr gegeben hat, da im Jahre 722 v.Chr. die Assyrer in den Norden von Israel einmarschiert sind. Damals wurden die nördlich wohnenden Stämme in die Verbannung und sind seit dem „verschollen“.

Über wen spricht also Jakob seine Prophetien, wenn diese Personen seit über 2.500 Jahren nicht mehr lokalisierbar sind? Wer ist Israel?

Bevor Jakob im Kapitel 49 zu seinen Söhnen spricht, lesen wir in Kapitel 48, das Josef seine beiden Söhne zu seinem Vater bringt. Die beschriebene Szene ist ungewöhlich. Manasse der Erstgeborene erhält nicht den ihm „zustehenden“ Segen, sondern Ephraim. Ephraim, dessen Name „fruchtbar“ heißt, wird von Israel als sein Erstgeborener adoptiert.

Und nun, deine beiden Söhne, die dir in Ägypten geboren wurden, bevor ich zu dir nach Ägpten kam, sollen mir gehören; Ephraim und Manasse sollen mir gehören wie Ruben (der Erstgeborene) und Simeon. (48:5)

Durch die Adoption Ephraims setzt sich die Reihe der „adoptierten“ Erstgeborenen fort. Die Auswahl traf Gott, der Issak den Vorang vor Ismael gab, Jakob den Vorang vor Esau und Ephraim den Vorang vor allen anderen.

Exodus 4:22 Und du sollst zu ihm sagen: So sagt der HERR: Israel ist mein erstgeborener Sohn;

Jeremiah 31:9b ….daß sie sich nicht stoßen; denn ich bin Israels Vater, so ist Ephraim mein erstgeborener Sohn.

Gott machte Ephraim zum Erstgeborenen und machte ihn zum Erben des Namens Israels.

„segne die Knaben; und in ihnen werde mein Name(Israel) genannt und der Name meiner Väter, Abraham und Isaak, und sie sollen sich mehren zu einer Menge inmitten des Landes!“ (48:16)

Jedoch erhielt Ephraim nicht den kompletten Segen des Erstgeborenen. Denn obwohl der Name seines Vaters Israel über ihm genannt werden sollte, erhielt er nicht die „Regentschaft“ über seine Brüder, wie es normalerweise der Fall gewesen wäre.

Das Zepter der Familie erhält Judah. Judah erhält die Regentschaft über die Familie, bis der Messiahs kommt, dem dann nicht nur der Gehorsam der „Familie“ sondern gar der Völker angehören. ( 49:10)

Da weder Ephraim noch Juda, der volle Segen gegeben wurde, entbrennt in den darauffolgenden Jahrhunderten ein Streit um die Vorherrschaft unter den Stämmen. Im Laufe dieses Streites entwickeln sich zwei verschiedene Häusern, denen jeweils verschiedene Stämme angehören.

Im Norden des verheißenen Landes siedelt sich das Haus Israel an, im Süden das Haus Juda. Jedes Haus hatte seinen eigenen König, seine eigenen Propheten und sein eigenes Leben.

Das Haus Juda bestand hauptsächlich aus den Stämmen Juda und Benjamin, sowie den halben Stamm Levi (lt. Der Prophetie 49:7 werden Levi und Ruben in Israel zerstreut). Das Haus Israel bestand hauptsächlich aus dem Stamm Ephraim sowie allen anderen Stämmen.

David war der einzige, der beide Häuser unter ihm vereinen konnte. Daher wird der Messiahs auf dem Thron Davids sitzen, da er ebenfalls beide Häuser wieder regieren wird. Während sich das Haus Juda einigermasen an die Gesetze und Ordnungen Gottes hielt, fiel das Haus Israel vollkommen von Gott ab und wollte so werden wie die Nationen. Kurz vor der Einnahme der Assyrer, schickte Gott den Propheten Hosea, um eine letze Warnung an Ephraim auszusprechen.

Und er sprach: Gib ihm den Namen Lo-Ammi; denn ihr seid nicht mein Volk, und ich, ich will nicht euer Gott sein. Doch die Zahl der Kinder Israel wird sein wie der Sand des Meeres, der nicht gemessen und nicht gezählt werden kann; und es wird geschehen, an dem Orte, wo zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk, wird zu ihnen gesagt werden: Kinder des lebendigen Gottes. (Hosea 1:9-2:1)

Israel soll also nicht nur in die Nationen zerstreut werden, sondern auch nicht mehr direkt als Volk Gottes angesehen werden. Dennoch wird man sie Kinder des lebendigen Gottes nennen.

Wie eben schon gesagt, wurde 722 v.Chr. die Drohung Gottes wahr und Israel wurde in alle Winde verstreut. Ein Teil des Hauses Israel ging nach Süden zum Hause Juda und sind heute in dem Haus Juda aufgegangen. Aber war ist mit dem Rest der Ephraimiter, Naftaliter, Daniter, Sebuloniter, usw?

Wenn wir diese Frage vielleicht nicht benworten können, stellen wir die Frage doch anders herum, wer sind denn die Kinder des lebendigen Gottes von denen Hosea spricht?

Das sind wir!

Denn soviele durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes. (Römmer 8:14)

Da wir Kinder des lebendigen Gottes gennant werden, sind wir deshalb auch das Haus Israel? Ich denke ja, was aber nicht heisst, das wir alle physikalische Nachfahren Israels sind (aber sehr wohl bei dem ein order anderen sein könnte).

Das Haus umfasst in der Bibel nicht nur all diejenigen, die hinein geboren wurden, sondern auch die, die in der ein oder anderen Form hinein adoptiert, oder gekauft wurden (Sklaven). Durch Genesis 17:12-14 erfahren wir, dass der gekaufte Sklave genauso in den Beschneidungsbund eintrat wie jeder andere der Familie auch.

Duch Exodus 12:43-50 erfahren wir, das für den beschnittenen Sklaven oder Fremden, das gleiche Gesetz gilt wie für den Einheimischen.

Durch das Blut Jesu sind wir gekauft, um nicht mehr Sklaven der Sünde zu sein, sondern Sklaven der Gerechtigkeit (Röm.6:19). Wir sind beschnitten mit einer Beschneidung die nicht mit Händen geschieht (u.a. Röm. 2:29) und haben somit alle biblischen Voraussetzungen erfüllt, Teil des Hauses Israels zu sein. Das Bild in Römer 11:11-21 beschreibt es trefflich, wenn es davon spricht, das wir in den Ölbaum eingepfropft sind, eingepfropft in das Haus Israel.

Für den Apostel Petrus war es anscheinend klar, das die neuen Gläubigen Israel sind, dene er schreibt:

Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch berufen hat aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht; die ihr einst ”nicht ein Volk” waret, jetzt aber ein Volk Gottes seid; die ihr “nicht Barmherzigkeit empfangen hattet”, jetzt aber Barmherzigkeit empfangen habt. 1.Petrus 2:9-10

Es gibt noch unzählige Stellen, von Petrus, Paulus, Jakobus und anderen Schreibern, die darauf hinweisen, das jeder wahre Gläubige Israel sind.

Hat denn Gott dann die Juden verstoßen? Das sei vollkommen ausgeschlossen!

Denn Israel ist zum Teil (nur ein bzw. 2 ½ Stämme, nicht alle 12)Verstockung widerfahren, bis die Anzahl der Gläubigen aus den Nationen eingegangen ist. Wenn das geschehen ist, wird ganz Israel (alle 12 Stämme) errettet werden. (Römer 11:25-26)

Das wovon Paulus spricht ist schon durch den Propheten Hesekiel in der Haftaralesung der letzen Woche vorhergesagt worden:

Und du, Menschensohn, nimm dir ein Holz und schreibe darauf: Für Juda und für die Kinder Israel, (also nur die physikalischen Nachkommen) seine Genossen. Und nimm ein anderes Holz und schreibe darauf: Für Joseph, Holz Ephraims und des ganzen Hauses Israel (also auch Fremde, die dem Gott Israels angehören und von dem Juden Jesus erkauft wurden), seiner Genossen. Und ich werde sie zu einer Nation machen im Lande, auf den Bergen Israels, und sie werden allesamt einen König zum König (Jesus wird auf dem Thron Davids sitzen) haben; und sie sollen nicht mehr zu zwei Nationen werden, und sollen sich fortan nicht mehr in zwei Königreiche teilen. (Hesekiel 37:21-22)

Wenn ich mir heute die Christen und die Juden ansehe, so kommt es mir vor, als hätte sich nichts verändert. Das Haus Judah (Judentum) streitet für den Herrn, aber nicht mit rechter Erkenntnis. Das Haus Israel (Christentum) erhebt zwar den Anspruch das „wahre“ Israel zu sein, verfehlt aber vollkommen Gottes Standard an Heiligkeit und verfällt in Götzendienst (Wunderprediger, Wohlstandsevangelium etc.). Beide Häuser bekämpfen sich und jeder meint der einzig wahre zu sein.

Was fehlt ist der König auf dem Thron Davids. Jesus, der die verlorenen Schafe Israels sammelt und der König der Juden ist.

Und nach zweitausend Jahren nachdem er sagte „ich komme bald“ dürfte es nicht mehr so lange dauern.

Und dieses Land sollt ihr unter euch verteilen nach den Stämmen Israels. Und es soll geschehen: Ihr sollt es als Erbteil verlosen unter euch und den Fremden, die sich in eurer Mitte aufhalten, die in eurer Mitte Söhne gezeugt haben. Und sie sollen euch gelten wie Einheimische unter den Söhnen Israels. Mit euch sollen sie es als Erbteil erhalten mitten unter den Stämmen Israels. Und es soll geschehen, in dem Stamm, bei welchem der Fremde wohnt, dort sollt ihr ihm sein Erbteil geben, spricht der Herr, HERR. ( Hesekiel 47:21-23)

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