1.Mose 37:1 – 40:23
Wa’Jeschew – Und er wohnte
- Torahlesung: 1.Mose 37:1 – 40:23
- Haftaralesung: Sacharja 2:14 – 4:7
Übersicht:
- Josephs Träume
- Joseph wird nach Ägypten verkauft.
- Juda zeugt mit seiner Schwiegertochter Tamar den Perez.
- Joseph im Hause des Potifar.
- Joseph im Gefängnis.
- In der Haftaralesung: Der Hohepriester Jehoschua vor Gott.
Nachdem Jakob in der letzten Lesung seinen neuen Namen erhalten hat, wohnt er nun “in der Fremdlingsschaft seines Vaters im Lande Kanaan“. (37 Vers 1)
Was hatte Jakob alles durchzustehen und zu lernen! Die Flucht aus seinem Elternhaus vor seinem Bruder, sieben Jahre harte Arbeit für die „falsche“ Frau und noch einmal sieben für die „richtige“. Dann die erneute Flucht aus dem Hause seines Schwiegervaters, bis Gott ihn letztendlich in die Enge getrieben hatte.
Dort am Fluß Jabbok wurde Jakob verändert. Aus dem „Fersenhalter“ und „Betrüger“ wurde Israel der „Kämpfer Gottes“.
Nach der Begegnung mit seinem Bruder Esau ließ er sich dann als Fremdling wieder in Kanaan nieder.
Die gesamte Geschichte Israels (Jakobs) ist uns überliefert, da er einer der Schlüsselfiguren der Heilsgeschichte Gottes ist, dennoch zeigt uns der Vers 2 des 37.sten Kapitels, das erst am Ende aller Ereignisse über und mit Jakob, die wahre Geschichte Jakobs beginnt. Die Geschichte („toledoth“, siehe auch die Parasha vor drei Wochen) Israels beginnt aber nicht mit Jakob selbst oder mit seiner Namengebung direkt, sondern laut Kapitel 37:2 mit Joseph.
Warum?
Wie viele Geschichten und Lebensbeispiele aus der Bibel, ist auch das Leben Israels nicht nur die Geschichte einer einzelnen Person und deren Nachkommen, sondern ein Bild für zukünftige Generationen. Aber im Zentrum dieser Geschichte steht nicht die Person Israel, sondern der Erlöser Israels und seine Beziehung zum Volk Israel. Israel beginnt nicht mit Jakob sondern mit dem von dem gesagt wird:
„alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen; und er ist vor allem und alles besteht durch ihn. Und er ist das Haupt des Leibes, der Versammlung (griechisch: ecclesia, hebr.: kehila). Er ist der Anfang, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem Vorrang habe.“ (Kolosser 1: 16-18)
Die Geschichte Josephs ist so sehr mit der Geschichte eines Erlösers verbunden, das nicht nur Christen in der Person Josephs ein Bild auf Jesus sehen, sondern auch jüdisch orthodoxe Rabbiner die Gestalt eines Messiahs Ben- Joseph lehren.
Ein Messiah, der erst Leiden muß, um die Erlösung Israels zu bringen (Siehe auch Jesaja 53).
Jesus der gekommen ist um „die verlorenen Schafe des Hauses Israel“ zu retten wird wie Joseph von einem der zwölf für Silber verkauft. In beiden Fällen war der Name des „Verräters“ Juda (37:27). Jesus wurde wie Joseph in die „Grube“ gelegt, von der beide wieder „auferstanden“ sind. Noch heute stellen die Brüder Jesu die gleiche Frage die die Brüder Josephs gefragt haben „Willst du etwa König über uns werden, willst du gar über uns herrschen?“ ( 37:8) Studiert doch einmal selber, welche weiteren Parallelen zwischen Joseph und Jesus in diesem Torah Abschnitt zu finden sind, es ist überwältigend.
Doch der Blick auf Jesus durch die Person des Josephs ist nicht der einzige Verweis auf den vom damaligen Standpunkt aus noch kommenden Messias.
Inmitten der Geschichte Josephs stoßen wir im Kapitel 38 auf die Zeugung des Perez durch Juda und seiner Schwiegertochter Tamar. In Matthäus 1:2 erfahren wir, daß dieser Perez einer der Vorfahren des Messias ist, aber nicht nur das. Das Wort „Perez“ taucht ebenfalls in Micha 2:13 auf, wo es als „Durchbrecher“ übersetzt wird. Der kommende Durchbrecher wird von alten Rabbinischen Schriften als Bild auf den Messias gesehen. Dabei wird immer wieder auf Perez, den Sohn Judas verwiesen.
In der Prophetenlesung sieht Sacharja Gesichte, die seid jeher als messianische Verheißungen angesehen werden und die auf das Wiederkommen Jesu hinweisen.
„Denn siehe ich komme und werde in deiner Mitte wohnen spricht der Herr. Und an jenem Tag werden viele Nationen sich dem Herrn anschließen.“ (Sacharja 2:14-15)
Auch die beiden Ölbäume aus Kapitel 4 tauchen später in der Offenbarung Kapitel 5 wieder auf.
Der Hohepriester Jehoschua (obwohl in der derzeitigen messianischen Bewegung unter Juden Jesus Jeschua genannt wird, gibt es ebenfalls Belege dafür, dass sein Name Jehoschua gewesen sein könnte, was übersetzt „YHVH ist meine Rettung“ heißt) steht vor dem „Engel des Herrn“, der ihm die Worte Gottes verkündet. Alles im Alten Testament deutet darauf hin, das dieser Engel des Herrn unser Herr Jesus ist, bevor er auf die Erde kam.
Doch eines der interessantesten Parallelen ist der Zeitpunkt der Parasha, die um oder während des Hannuka Festes gelesen wird.
Obwohl Hannuka kein Fest ist, welches durch die Torah festgelegt ist, hat die Entstehung sehr wohl einen „göttlichen“ Ursprung. Nach der Tempelentweihung durch Epiphanes ca. 165 v.Chr. kam es zu dem sogenannten Makkabäer Aufstand, der im 1. und 2. Makkabäer Buch festgehalten wird, welches teilweise Bestandteil einiger Bibelübersetzungen ist.
Als der Tempel nach gewonnenem Aufstand wieder eingeweiht werden sollte, gab es nur noch Öl für einen Tag, um die von der Torah vorgeschriebene Menorah anzuzünden. Die Neuproduktion des Öl dauerte achte Tage. In diesen acht Tagen brannte die Tagesration Öl in der Menorah, bis die Herstellung des neuen Öl abgeschlossen war. Seither feiert man diese acht Tage als das Lichterfest um sich an das Wunder der Tempelweihe zu erinnern.
Jedes Jahr werden hier in Israel in allen religiösen jüdischen Haushalten sogenannte Hannukias an das Fenster gestellt.
Jeden Tag wird eine Kerze mehr angezündet, bis am letzten Tag acht Kerzen plus einer weiteren sogenannten „Dienerkerze“ brennen. Wer also durch die Gassen der Altstadt von Jerusalem geht, sieht in den Abendstunden ein Lichtermeer durch die Fenster und Hauseingänge scheinen.
Gerade jetzt, vor 2000 Jahren kam Jesus in die Welt. Johannes sagte dazu:
„Das war das wahrhaftige Licht, das, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet. (Johannes 1:9)“
Von Jesus spricht er weiter:
„In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. (Johannes 1:4)“
Ich denke es ist kein Geheimnis das Jesus nicht an Weihnachten (24.12) geboren und auch nicht zu Ostern gestorben und auferstanden ist. Er hat sich an den damals und heute noch gültigen jüdischen Kalender gehalten. D.h. er hat alle Feste die laut Torah gehalten werden mußten gehalten und hat danach gelebt.
Ob er an Hannuka geboren ist weiß ich nicht, aber eins steht fest: er hat Hannuka gefeiert und war zu dieser Zeit im Tempel!(Johannes 10:22) Und gerade zu dieser Zeit um Hannuka machte er das Statement:
„Ich bin das Licht der Welt!“ (Johannes 8:12 +11:9-10)
Wenn heute am Schabbat Millionen Juden diese Parasha lesen, und an den „Messias Ben-Joseph“ erinnert werden und dabei gerade heute die erste Hannuka Kerze anzünden, wollen wir dafür beten, daß sich ihr Messias so offenbart, wie damals auch Joseph seinen Brüdern.
Denn wie damals Joseph um seine Brüder weinte als er sich zu erkennen gab (Kapitel 45, Kommentar dazu in zwei Wochen), werden diesmal das Haus David um Jesus weinen, wenn er sich seinen Brüdern zu erkennen gibt. Denn Sacharja (12:10) schreibt:
Aber über das Haus David und über die Bewohnerschaft von Jerusalem gieße ich den Geist der Gnade und des Flehens aus, und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über der einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn weinen, wie man über den Erstgeborenen weint.