2.Mose 13:17 – 17:16

Beshalach – Als er ziehen ließ

  • Torahlesung: 2. Mose 13:17 – 17:16
  • Haftaralesung: Richter 4:4 – 5:31

Übersicht

  • Der Weg zum Schilfmeer.
  • Pharao verfolgt die Kinder Israels.
  • Israel zieht durch das Schilfmeer und die Ägypter ertrinken.
  • Das Lied Mose.
  • Erstes Geben von Recht und Ordnung.
  • Wachteln und Mann.
  • Wasser aus dem Felsen.
  • Kampf gegen Amalek.
  • Haftaralesung: Sieg Deborahs und Baraks und anschließendes Siegeslied.

Auch diese Woche enthält unsere Lesung wieder Verse, die auch in Neuen Testament entscheidende Bedeutung haben. Zum einem ist dies das Lied des Mose (15:1-21), welches eine so tragende Rolle spielt, das es sogar im Himmel gesungen wird (Offenbarung 15:3) und auf der anderen Seite der Fels, aus dem Wasser in der Wüste hervorging (17:1-7), vom dem Paulus sagt (1.Korinther 10:4) das er der Christus sei.

Dennoch wollen wir uns in dieser Woche einem Punkt zuwenden, der seine Auswirkung nicht im Himmel hat (oder vielleicht doch?!), oder als ein Gleichnis gesehen werden kann, sondern der ganz praktische Auswirkungen für unser Leben als Christen hat. Es ist der Übergang unseres Lebens vom Sklaven in ein Leben als Freier.

Schon in der letzten Woche haben wir gesehen, wie Gott durch die Gabe des Festes der ungesäuerten Brote ein Bild aufgezeigt hatte, wie wir als Erlöste leben sollten. Dennoch wurde dieses Fest immer noch in Sklaverei gefeiert. Der tatsächliche Weg in die Freiheit, geschieht erst in dieser Lesung.

Gott führt das Volk aus Ägypten hinaus und behütet es als eine Wolken- oder Rauchsäule bei Tag und als eine Feuersäule bei Nacht. Obwohl Gott dem Volk als mächtiger Herrscher und Befreier begegnet, schaut das Volk immer wieder zurück nach Ägypten und schreit zu Mose, weil es in verschiedenen Situationen getestet wird.

Zuerst ist es die scheinbar ausweglose Situation am Schilfmeer, dann fehlt Wasser, dann gibt es zu wenig Fleisch, dann zuviel. Es sieht in dieser Wochenlesung so aus, als ob man es den Israeliten nicht recht machen könnte.

Aber ist es nicht genau das, was mit uns geschieht, wenn wir unser Leben Gott übergeben? Zu festgefahren ist unser Alter Lebensstil. Während es bei denIsraeliten das Leben als echte Sklaven ist, ist es bei uns das Leben als Sklaven der Sünde, welches uns immer wieder zurückschauen läßt. Ein genaue Betrachtung der Geschichte Israels ist für uns der richtige Anschauungsunterricht, um aus den Fehlern zu lernen und es „richtig“ zu machen.

Die letzten Generation der Kinder Israels vor der Befreiung, wurden in die Sklaverei hinein geboren. Der Besitzer der Sklaven, in diesem Fall der Pharao, bestimmte das Leben der Sklaven. Er sagte was gegessen wird, was man anzieht. Er bestimmte die Arbeit, er sagte welche Götter anzubeten sind. Nach eigenem Dünken tötete er die Kinder der Sklaven.

In der Zeit der Sklaverei wurden die Israeliten passiv. Sie mußten im Grunde keine eigenen Entscheidungen treffen. Alles war von den Aufsehern geregelt. Die kleinsten Anzeichen von Rebellion wurde mit Peitschenhieben belohnt. Jede Eigeninitiative und der Wille zum Kämpfen war über die Jahrzehnte gebrochen worden.

In diese Situation hinein sendet Gott einen Retter und mit starker Hand führt Gott die Sklaven in die Freiheit. Aber die Sklaven sind die Freiheit nicht gewöhnt. Sie wissen nicht wie man als Freier lebt. Woher kommt das Essen? Woher die Kleidung? Woher das Dach über dem Kopf? Wie kann man kämpfen? Was heißt es einem einzigen Gott zu dienen?

Aber Gott wußte um diese Dinge. Er wußte um die Schwächen der Israeliten, daher..

„ führte Gott sie nicht den Weg durch das Land der Philister, obwohl es der nächste war. Denn Gott sagte: Damit es das Volk nicht gereut, wenn sie Kampf vor sich sehen, und sie nicht nach Ägypten zurückkehren.“ (13:17)

Nach dem ersten überstandenen Kampf führt Gott das Haus Israel in die Wüste und hier wird der Grundstein für das zukünftige Leben als Freie gelegt.

„Dort legte er Ordnung und Recht für es fest, und dort prüfte er es, und er sprach: Wenn Du der Stimme des HERRN, deines Gottes, hörst und tust was in seinen Augen recht ist, seinen Geboten gehorst und all seine Ordnungen hältst, dann werde ich dir keine Krankheiten auferlegen, die ich den Ägyptern auferlegt habe; denn ich bin der HERR der dich heilt.“ (15:26)

Nachdem die Israelitischen Sklaven aus dem Sklavenhaus herauskamen waren sie Freie, was jedoch nicht hieß, das sie keinen „Besitzer“ mehr hatten. Gott hatte Israel als sein Eigentum erwählt.

„Und nun, wenn ihr willig auf meine Stimme hören und meinen Bund halten werdet, dann sollt ihr aus allen Völkern mein Eigentum sein, denn mir gehört die ganze Erde. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein.“ (2.Mose 19:5-6)

Um es mal etwas „locker“ auszudrücken: anderer Besitzer – andere Spielregeln!

Was können wir nun aus dieser Geschichte, ganz praktisch für unser Leben gewinnen?

Die ganze Menschheit wird durch den Sündenfall Adams in die Sklaverei der Sünde hinein geboren. Der Teufel ist damit unser Besitzer. Er bestimmt unser Leben. Durch Christus werden wir nun frei von der Sklaverei der Sünde, aber auch wir haben nun einen neuen „Besitzer“: Jesus, der uns mit seinem Blut erkauft hat, um uns zu einem Königtum von Priester seinem Gott und Vater darzubringen ( u.a. Offenbarung 1:5-6).

Sobald wir erlöst werden, stehen wir nun nicht mehr unter dem Gesetz der Sünde, oder den Regeln der Sklaverei, aber wir wissen es nicht besser (es sein denn, Gott hat uns durch ein Wunder von einem Augenblick in den anderen verwandelt).

Als ich mich vor einigen Jahren entschieden hatte Jesus nachzufolgen, war mir schlagartig klar, das mein altes Leben nicht mehr so weitergelebt werden konnte. Aber ich wußte auch nicht, wie das neue Leben in Christus „funktionierte“. Es waren keine Erfahrungen mir Gott vorhanden, ich hatte keine „christliche“ Erziehung, es gab keine Regeln, wie ich als neuer Christ, als Freier leben sollte.

Ich habe mich damals entschieden Gottes Regeln, die „Regeln meines neuen Besitzers“ zu befolgen. Diese Regeln sind anders als die regeln dieser Welt, aber was sollte ich machen? Es waren die Regeln dessen, der mich mit seinem Blut erkaufte!

Worauf will ich hinaus?

Das erste was Gott tat, als er Israel befreite, war es ihnen Ordnungen und Regeln zu geben. Ich glaube das es genau das ist, was Gott heute noch tun möchte. Wenn wir errettet werden , möchte er unserem Leben eine neue Richtung geben, nicht mehr die Regeln der Welt, sondern seine Regeln. Diese Regeln sind zusammengefaßt in der Torah, wortwörtlich der „Lehre“ Gottes.

Die Torah wird normalerweise als „Gesetz“ wiedergegeben, ist aber viel mehr als nur ein juristisches Regelwerk von Verboten und Geboten, denn Jesus selbst, als die höchste Autorität zur Torah erklärt die Essenz der Torah: das Doppelgebot der Liebe.

www.torah.de wurde u.a. deshalb in Leben gerufen, um diese Ordnung und Regeln Gottes wieder hochzuheben und zu „predigen“, denn ohne diese Ordnung ist es unmöglich ein vor Gott heiliges Leben zu führen.

In dem Abschnitt Kapitel 15:25b-26 alleine, finden wir drei verschiedene Arten von „Gesetzten und Regeln“. Wir haben die Ordnungen (Hebräisch: Chok), das Recht (Hebräisch: mischpat) und die Gebote (Hebräisch: Mitzwa).

Schauen wir uns z.B. das Gesetz der BRD an, dann haben wir die verschiedensten Verordnungen: Grundgesetz, Gesellschaftsrecht, Sozialgesetz, Scheidungsrecht, Verkehrsgesetze etc.

Kein Christ würde auf die Idee kommen, zu sagen wir sind frei vom Verkehrsgesetz und würde beginnen auf Bürgersteigen zu fahren, Stop Schilder zu missachten, über rote Ampeln zu überfahren etc. Früher oder später würde es zu einem Unfall mit Todesopfern kommen.

Was macht uns also Glaubens, das es bei Gottes Gesetzten, die Regeln und Ordnungen des Herrschers des Universums, anders ist?

Gott hat uns seine Verordnungen, Regeln, Gebotes und Lehren gegeben, das wir leben. Nicht nur als gesetzlose Freie, sondern als ein königliches Priestertum, Söhne Gottes und Tempel des Heiligen Geistes.

Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Mund weichen, und du sollst Tag und Nacht darüber nachsinnen, damit du darauf achtest, nach alledem zu handeln, was darin geschrieben steht; denn dann wirst du auf deinen Wegen zum Ziel gelangen, und dann wirst du Erfolg haben.

Habe ich Dir nicht gesagt sei stark und mutig? Erschrick nicht und fürchte dich nicht! Denn mit dir ist der HERR, dein Gott wo immer du gehst.
(Josua 1:8-9)

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