2.Mose 38:21 – 40:38

Pekude – Berechnungen

  • Torahlesung: 2.Mose 38:21 – 40:38
  • Haftaralesung: 1.Könige 7:51 – 8:21

Übersicht:

  • Fertigstellung des Heiligtums.
  • Salbung des Heiligtum.
  • Einsetzung der Priester.
  • Die Herrlichkeit Gottes läßt sich im Heiligtum nieder.
  • Haftara: Einweihung des ersten Tempels.

Die Parasha dieser Woche beschreibt die Fertigstellung und Einweihung der Stiftshütte. Sie ist zugleich die letzte Parasha des Buches Exodus (hebr. Schemot). Die Beschreibung der Stiftshütte in ihrer Ausstattung und in ihrem Bau nimmt über 13 Kapitel in der Bibel ein. Dazu kommen noch zahlreiche weitere Stellen in denen die Bibel die Stiftshütte erwähnt, zuletzt in Offb 15:5. Dieses Thema nimmt also weit mehr Platz im Wort Gottes ein, als viele andere Themen dennoch ist die Stiftshütte nur selten in einer Predigt vertreten.

Die Wohnung Gottes.

Die Stiftshütte hat mehrere Namen in der Bibel. Sie wird als Zelt des Zeugnisses (4.Mose 9:15), Wohnung (2.Mose 38:21) oder Zelt der Begegnung (2.Mose 38:30) genannt. Es war der Ort wo Gott zu finden war, wo Gott wohnt und wo Israel ihm begegnen konnte. Die Stiftshütte war während der 40 Jahre Wüstenwanderung der Treffpunkt Gottes mit seinem Volk. Hier konnte man Gott finden und seine Gegenwart nicht nur mit eigenen Augen erkennen (z.B. durch die Wolken und Feuersäule Korinther 40:34), sondern Mose konnte dort auch die verändernde Kraft der Gegenwart Gottes erleben. Immer wenn er aus der Gegenwart Gottes zum Volk hinaustrat leuchtete sein Angesicht.

Das Himmlische Zelt.

Da Gott Israel versprach, daß dies seine Wohnung sein sollte, konnte dies daher nicht irgend ein beliebiges Zelt oder Gebäude sein, sondern Gott mußte sich darin, menschlich gesprochen, „wohl fühlen“. Als ein heiliger Gott mußte daher nicht nur dieses Zelt seine Heiligkeit widerspiegeln, sondern auch die Art und Weise wie die Priester vor Gott traten mußte nach einem bestimmten Muster von Statten gehen.

Das Interessante ist, daß die Bibel in Offb 15:5 berichtet, daß es auch im Himmel eine Stiftshütte, ein Zelt des Zeugnisses gibt. “Und nach diesem sah ich: und der Tempel des Zeltes des Zeugnisses im Himmel wurde geöffnet.”

Als Mose auf dem Berg Sinai war, hatte er offensichtlich dort genau dieses Zelt gesehen, denn in 2.Mose 25:40 lesen wir, wie Gott Mose befiehlt:

Und sieh zu, daß du alles nach ihrem Urbild machst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist! (siehe auch Apg.7:44)

Das Zelt mit dem Moses von Gott beauftragt wurde zu bauen war daher nicht etwas völlig Neues, sondern ein Zelt welches das Abbild eines himmlischen Zeltes ist.

Das ist wichtig zu verstehen, da diese Stifthütte welche in der Bibel im Detail beschrieben wird nicht irgend ein jüdisches Kulturgut oder Relikt aus dem „Alten Testament“ darstellt, sondern von ewiger Bedeutung ist. Sie wird von Johannes im Himmel gesehen und wir lesen wie im letzten Kapitel der Bibel Johannes voller erstaunen ausruft „Siehe das Zelt Gottes bei den Menschen!“.

Und nicht nur das. Sondern auch die Geräte der Stiftshütte werden im Buch der Offenbarung immer und immer wieder erwähnt.

In Offenbarung 1:12ff lesen wir wie Johannes Jesus inmitten von sieben Leuchtern sieht – sieben Menorahs, siebenarmige Leuchter wie sie in der Stiftshütte standen. In Offenbarung 8:3-5 wird beschrieben, wie ein Engel vor dem Räucheralter Schalen voller Räucherwerk darreicht. Es waren die Gebete der Heiligen. Solch ein Räucheraltar stand auch im Zelt der Begegnung, direkt vor der Lade des Bundes.

Die Heiligen werden in der Offenbarung als „bekleidet mit weißer Leinwand“ beschrieben. Das war die Kleidung der Priester welche im Zelt der Begegnung ihren Dienst taten. Und als genau das bezeichnet uns auch Johannes in Offenbarung 5:10 “und hast sie unserem Gott zu einem Königtum und zu Priestern gemacht, und sie werden über die Erde herrschen!”

Wie der HERR dem Mose geboten hatte.

Wenn wir also verstehen, wie Gottes Wohnung beschaffen ist, und wie wir als seine Priester uns darin zu verhalten haben, wird sich das auf alle Fälle auch auf unsere Beziehung zu Gott niederschlagen. Gott räumte deshalb dem Zelt der Begegnung so viel Raum in der Bibel ein, da er wollte, daß wir Kenntnis darüber haben, wie wir uns ihm nähern können und wie wir uns in seiner Gegenwart zu verhalten haben.

Es war Gott sehr wichtig, daß dieses Haus genau dem entsprechen sollte, was er Mose auf dem Berg gezeigt hatte.

„Und sieh zu, daß du alles nach ihrem Urbild machst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist!“

Mose nahm dies offensichtlich sehr ernst. Bei allem was Moses zur Stiftshütte anfertigen lies achtete er darauf daß es so war, „wie der HERR dem Mose geboten hatte.“

Allein in den 3 Kapiteln unserer heutigen Lesung finden wir 16 mal den Ausdruck „wie der HERR dem Mose geboten hatte.“

In den 5 Büchern Mose finden wir diesen Ausdruck 34 mal. Immer handelte es sich dabei um die Stiftshütte oder die Opfer die Aaron Gott darbrachte. Die Beziehung Gottes zu den Menschen ist folglich, von Gott selbst, durch bestimmten Ordnung geregelt.

Leinwand und Wasser.

Wann immer die Priester in die Gegenwart Gottes kamen, mußten ihre Kleider in Ordnung sein 2.Mose 39:27-29.

Weiter machten sie die Leibröcke für Aaron und für seine Söhne aus Byssus, in Weberarbeit, und den Kopfbund aus Byssus und die turbanartigen Kopfbedeckungen aus Byssus, und die leinenen Beinkleider aus gezwirntem Byssus und den Gürtel aus gezwirntem Byssus, aus violettem und rotem Purpur und Karmesinstoff, in Buntwirkerarbeit wie der HERR dem Mose geboten hatte.

Ebenfalls mußten Sie sicher stellen, daß ihre Leiber frei von irgendwelchen Verunreinigungen waren. (2.Mose 40:30-32)

Dann stellte er das Becken zwischen das Zelt der Begegnung und den Altar und tat Wasser zum Waschen hinein, damit sich Mose und Aaron und dessen Söhne darin ihre Hände und ihre Füße wuschen. Sooft sie in das Zelt der Begegnung hineingingen, und so oft sie an den Altar herantraten, wuschen sie sich wie der HERR dem Mose geboten hatte.

Dies war wichtig weil es um den Charakter Gottes ging. Gott ist heilig und jeder der in Gottes Gegenwart treten will soll ebenso heilig sein. „Ohne Heiligung wird niemand Gott sehen!“ warnt uns der Hebräerbrief. Die reine Leinwand der Heiligen, so sagt uns das Buch der Offenbarung, widerspiegelt die Gerechtigkeit der Heiligen.(Offb 19:8) Das heißt, nur wenn unser Leben den Rechtsforderungen entspricht, können wir vor ihn treten und ihm dienen.

Es ist folglich wichtig für jeden, der in die Gegenwart Gottes tritt, daß sein Leben mit Gott in Ordnung ist. Wenn immer wir in die Gegenwart Gottes treten müssen wir uns fragen ob wir mit den Kleidern der Gerechtigkeit bekleidet sind. Wenn nicht, so sagt uns die Bibel, kann Gott das für uns wieder in Ordnung bringen.

„…und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde. Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.“ (1.Johannes 1:7-9)

Es ist interessant zu sehen, daß der Brandopferaltar das Erste war was man sah, wenn man vom Lager her den Vorhof betrat.

Auf dem Brandopferaltar wurden alle Sünd- und Schuldopfer geschlachtet und verbrannt. Jesus kam auf die Welt und starb für uns am Kreuz als das Lamm Gottes welches für die Sünde der Welt geschlachtet wurde. Immer wenn wir vor Gott treten, sollten wir uns überprüfen, ob unser Leben diese Reinigung durch das Blut seines Sohnes benötigt.

Der zweite Schritt ging dann zum Waschbecken. Immer wenn die Priester in die Gegenwart Gottes traten, mußten Sie sich dort reinigen. Es wurden dabei jedoch lediglich die Hände und Füße gewaschen. (“damit sich Mose und Aaron und dessen Söhne darin ihre Hände und ihre Füße wuschen“) Es geht hier nicht um Sünde sondern um die Verunreinigungen des täglichen Lebens.

Da wir alle in einer Welt leben, in der Gottes Maßstäbe immer weniger gelten, haben wir als Gläubige solch ein Reinigungsbad regelmäßig nötig, damit uns der Staub des Alltages nicht bedeckt. Johannes bezeichnet diesen Staub folgendermaßen:

„denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht vom Vater, sondern ist von der Welt.“

Wenn sich etwas von diesem Staub des Alltags (oder der Welt) in unserem Leben abgesetzt hat, dann muß er abgewaschen werden.

Paulus gibt uns da einen Hinweis wie dies wirkungsvoll geschehen kann: Epheser 5:25-27

Ihr Männer, liebt eure Frauen! wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort, damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern daß sie heilig und tadellos sei.

Paulus vergleicht uns als Gläubige mit einer Braut die sich auf das Kommen des Bräutigams (Jesus) bereit macht. Wenn in Israel eine Jüdische Frau heiratet, betritt sie am Morgen vor der Hochzeit ein rituelles Reinigungsbad (Mikve) um sich für die Hochzeitsnacht zu reinigen. Dieses Wasserbad, so sagt uns Paulus, ist das Wort Gottes.

Das regelmäßige Studium des Wortes Gottes hat eine reinigende Wirkung auf unser Leben. Jedes mal, wenn wir in dem Wort Gottes graben, tauchen wir in ein göttliches Waschbecken, welches den Staub aus unserem Leben entfernt. Je mehr wir uns also mit den Maßstäben und Gedanken Gottes beschäftigen, je mehr fällt dieser Staub der Welt von uns ab und wir werden mit Gottes Sicht über uns und unser Leben erfüllt.

Der Dienst im Heiligtum.

Wenn nun also unsere Kleider stimmen und wir uns gereinigt haben, können wir als Priester Gottes in seine Gegenwart treten.

Wenn wir dann so in die Gegenwart Gottes treten, können wir sicher sein, daß er sich von uns finden läßt. Dann können wir unseren Dienst am Tisch des Herrn versehen, uns am Licht des Leuchter Gottes (der Menorah) erfreuen und vor den Räucheraltar treten. Wir können mit Zuversicht vor Gott treten und wissen, daß unsere Gebete und unser Lobpreis als ein Wohlgeruch vor ihm aufsteigt und seine Wirkung nicht verfehlen wird.

Es geht darum Gemeinschaft mit Gott zu haben. Die Rabbiner weisen darauf hin, daß in der ersten Parasha (Bereshit 1. Mose 1) beschrieben wird, wie der Mensch von der Gegenwart Gottes getrennt wurde. In der letzten Parasha in Shemot kehrt diese wieder zu den Menschen zurück.

Da bedeckte die Wolke das Zelt der Begegnung, und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte die Wohnung.(2.Mose 40: 34)

Gott ermöglicht es also, mit ihm Gemeinschaft zu haben. Wir sahen jedoch: um diese Gemeinschaft mit Gott zu haben, können wir nicht plötzlich vor seinen Thron stolpern. Wir sollten bedenken, daß wir vor den Herrn der Herrn und den König aller Könige treten. Auch wenn dieser König und Herr unser Vater ist und wir ihn sogar Abba nennen dürfen, so ist Er dennoch ein verzehrendes Feuer.

Deshalb laßt uns, da wir ein unerschütterliches Reich empfangen, dankbar sein, wodurch wir Gott wohlgefällig dienen mit Scheu und Furcht! Denn auch unser Gott «ist ein verzehrendes Feuer. (Hebräer 12:28-29)

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