2.Mose 25:1 – 27:19
TeRumah – Hebe /Abgabe
- Torahlesung: 2.Mose 25:1 – 27:19
- Haftaralesung: 1.Könige 5:12-6:13
Mit diesem Wochenabschnitt beginnt einer der unerschöpflichsten Abschnitte der Heiligen Schrift. Wir finden hier wertvolle Schätze, wenn wir mit dem richtigen Handwerkzeug an die Arbeit gehen, d.h. wenn wir den Dienst des Heiligen Geistes dafür in Anspruch nehmen. Wir müssen alle unsere eigenen Vorstellungen beiseite lassen, müssen nüchtern, einfältig und geistlich gesinnt sein, um die Anordnung und die Einrichtungen des Hauses des Herrn richtig verstehen zu können.
“Die Abbilder der himmlischen Dinge” (Hebr. 9:23) lassen sich nicht durch den natürlichen Verstand erklären, und sei er noch so scharfsinnig.
Unserer vorliegender Wochenabschnitt beginnt mit der Beschreibung der Bundeslade innerhalb des Vorhangs und schließt mit der Beschreibung des ehernen Altars und des Hofes, indem sich dieser Altar befand; in anderen Worten, wir sehen zunächst den Richterstuhl des Herrn der ganzen Erde und werden dann zu der Stätte geführt, wo der Herr in der Kraft und dem Wert der vollbrachten Erlösung dem Sünder begegnet.
Die Bundeslade und der eherne Altar bilden sozusagen die beiden äußeren Endpunkte. Die Bundeslade stellt den Thron Gottes dar, der auf “Gerechtigkeit und Gericht” (Psalm 89:15) gegründet ist; der Altar anderseits war die Stätte, wo der Sünder Gott nahen konnte und wo Seine “Gnade und Wahrheit” ihn begegneten.
Dadurch sehen wir daß der Herr seinem Knecht Mose, vor allem anderen die Gnadenabsicht mitteilt, sich inmitten Seines Volkes eine heilige Wohnstätte zu bereiten; und zwar sollte dieses Heiligtum aus solchen Materialien gebaut werden, die in ihrer Bedeutung unmittelbar auf Christus, auf seine Person, Sein Werk und auf das herrliche Ergebnis dieses Werkes hinweisen.
Außerdem waren diese Baustoffe freiwillige Opfer aus dem Volk und als solche eine Frucht der Gnade Gottes. Der Herr, dessen Majestät die Himmel und der Himmel Himmel nicht fassen können (1.Kön. 8:27), fand Wohlgefallen daran, in einem von Menschen gebauten Zelt zu wohnen – von Menschen, die den tiefen Wunsch hatten, daß ihr Gott in ihrer Mitte wohnte.
Dieses Zelt oder diese Hütte kann von zwei Gesichtspunkten aus betrachtet werden, nämlich einerseits als ein Muster der Dinge in den Himmeln, des wahrhaftigen Heiligtums, und anderseits als ein bedeutungsvolles Bild vom Leibe Christi. Die “Lade des Zeugnisses” nimmt in den Mitteilungen Gottes an Mose die erste Stelle ein, auch hatte Sie einen hervorragenden Platz in der Stiftshütte. Eingeschlossen innerhalb des Vorhangs, im Allerheiligsten, bildete sie die Grundlage des Thrones des Herrn .
Schon ihr Name deutet auf ihre Wichtigkeit hin. Eine Lade ist dazu bestimmt, das, was man hineinlegt, unversehrt zu erhalten. Eine Lade oder Arche war es, die Noah und seine Familie mit allen Tierarten der Schöpfung vor den Fluten des Gerichts in Sicherheit brachte.
Eine solche Lade war auch das “Kästlein von Schilfrohr”, das, als das Gefäß des Glaubens den Knaben Mose über den Wassern des Todes am Leben erhielt. Wenn daher von der “Lade des Bundes” die Rede ist, denken wir daran, daß diese Lade von Gott dazu bestimmt war, Seinen Bund inmitten eines irrendes Volkes unversehrt zu bewahren. In dieser Lade wurde das zweite Paar der Gesetzestafeln zur Aufbewahrung niedergelegt.
“Das erste Paar wurde am Fuß des Berges zerschmettert.” (2.Mose 32:18) – zum Zeichen dafür, daß der Bund des Menschen völlig gebrochen war, und daß menschliche Werke niemals die Grundlage des Thrones der Regierung des HErrn bilden konnten. Auch der Stab aus Holz, mit dem Mose die großen Wunder tat, wurde in der Lade aufbewahrt; was wiederum auf das Kreuz hinweist, durch das auch wir die Kraft erhalten. Die Kaporet, Deckplatte, oder vom hebräischen wörtlich übersetzt “Sühneverdeck”.
“Und mache einen Deckel von reinem Golde… mache zwei Cherubim von Gold… und lege die Deckplatte (Sühneverdeck) oben auf die Lade.” (25:17-25)
An diesem Ort des Allerheiligsten zeigte sich die Herrlichkeit des Gottes Israels in ihrem vollem Glanz. Von hier aus erließ Er Seine Befehle, und diese Befehle wurden erträglich, ja sogar angenehm gemacht, weil die Gnade Gottes ihre Quelle war und auch den Weg bereitete, auf dem sie zu den Menschen gelangten.
“Seine Gebote sind nicht schwer” (1.Johannes 5:3)
Uns wird bewußt, daß allein die Fähigkeit, sie zu hören schon Gnade ist, und daß nur die Gnade uns Kraft geben kann, zu gehorchen, Wir sehen in der Lade und ihrer Sühneverdeck, als ein ganzes betrachtet, ein deutliches Bild von der Person Christi und Seines Werkes. Nachdem Er in Seinem Leben das Gesetz verherrlicht hatte, wurde Er durch Seinen Tod zu einer Sühnung für jeden Glaubenden (Römer 3:25).
Gottes Gnade konnte nur auf einer Grundlage vollkommener Gerechtigkeit verwirklicht werden. Der einzige Platz, wo Gott und der Mensch zusammentreffen können, ist dort, wo Gnade und Gerechtigkeit sich begegnen. Nur eine vollkommene Gerechtigkeit kann Gott genügen, und nur eine vollkommene Gnade dem Menschen. Aber wo konnten diese beiden Dinge zusammentreffen? Nur am Kreuz.
Dort sind “Gnade und Wahrheit”, wir lesen dass “Gerechtigkeit und Friede sich geküßt” haben (Psalm 85:11), und dort findet jetzt der glaubende Sünder Frieden für seine Seele.
Wenn du an den Herrn Jesus als deinen Erretter glaubst, dann bist du dadurch zugleich mit allen diesen herrlichen Wahrheiten verbunden.
Dein Platz ist nicht nur inmitten der “Abbilder der himmlischen Dinge”, sondern inmitten der “himmlischen Dinge selbst”. Du hast “Freimütigkeit… zum Eintritt in das Heiligtum durch das Blut Jesu” (Hebräer 10:19).
Du bist ein Priester für Gott.
Daher, hüte dich vor allen Leidenschaften, vor allen unheiligen Gefühlen und Gedanken! Halte deine alte Natur unter deinen Füßen, halte die Welt draußen, halte Satan fern! Möge der Heilige Geist deine ganze Seele mit Christus erfüllen! Dann wirst du praktisch heilig und immer glücklich sein.
“Du wirst Frucht tragen, der Vater wird verherrlicht werden, und deine Freude wird völlig sein.” (Johannes 15:11)
So klar wie diese Wahrheit in der Heiligen Schrift ans Licht gestellt ist, ebenso klar ist es auch, daß die Grundlage für das Erlösungswerk die Tatsache ist, daß der Sohn Gottes als sündloser Mensch auf die Erde kam; und die Teppiche von gezwirntem Byssus stellten die Reinheit dieses Menschen Christus Jesus bildlich dar.
Er konnte einen Aussätzigen oder die Bahre eines Toten anrühren, ohne selbst verunreinigt oder mit dem Geruch des Todes behaftet zu werden. Er lebte in einer Welt tiefsten Verderbens und blieb doch ohne Sünde – ebenso wie ein Sonnenstrahl, der aus der Quelle des Lichts hervorkommt und durch das schmutzigste Fenster dringen kann, ohne selbst verunreinigt zu werden.
Blau ist die Farbe des Himmels. Der “blaue Purpur” deutet daher an, daß Christus, obwohl Er wirklich Mensch war und, die Sünde ausgenommen, alle Bedingungen des menschlichen Lebens kannte, dennoch stets der Herr vom Himmel (1.Korinther 15: 47) blieb.
Der “rote Purpur” ist das Zeichen der Königswürde und zeigt uns Ihn als König “Du sagst es, daß ich ein König bin” (Johannes 18:37).
Die Überschrift auf dem Kreuz in hebräischen, griechischen und römischen Buchstaben, d.h. in der Sprache der Religion, der Wissenschaft und der Regierung, verkündigte der ganzen Welt, daß “Jesus, der Nazaräer, der König der Juden..” sei.
“Karmesin” oder “Scharlach”, die Farbe des Blutes, weist auf Christus hin, der “für uns im Fleische gelitten hat”.
(1.Petrus 4:1)
Ohne den Tod wäre alles nutzlos gewesen. Wir mögen den “blauen und roten Purpur” mit Bewunderung betrachten,, aber ohne den ”Scharlach” hätte in der Stiftshütte einer der wichtigsten Aspekte gefehlt. Es ist außerordentlich wichtig, über die bildliche Bedeutung des ehernen Altars und über die Lehre, die der Heilige Geist uns in ihm gibt, ein klares Verständnis zu haben.
Der Mangel an Klarheit an dieser Sache ist der Grund dafür, daß so viele Kinder Gottes ihres Lebens nicht froh werden. Die Frage ihrer Schuld ist für sie niemals völlig in Ordnung gebracht worden. Sie haben noch nie durch den Glauben wirklich erkannt, daß Gott selbst diese Frage auf dem Kreuz für immer geordnet hat.
Sie suchen Frieden für ihr beunruhigtes Gewissen in den Beweisen ihrer Wiedergeburt, in den Früchten des Geistes, in ihren Neigungen, Gefühlen und Erfahrungen – kurz, in Dingen, die an und für sich sehr schätzenswert sind, die aber nie die Grundlage des Friedens bilden können. Nur die Erkenntnis dessen, was Gott an dem ehernen Altar getan hat, kann der Seele vollkommenen Frieden geben.
Die Asche auf dem Altar verkündigt mir die glückselige Botschaft, daß alles vollbracht ist. Die Sünden des Gläubigen sind alle durch Gott selbst in Seiner erlösenden Liebe ausgelöscht worden.
“Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm”. (2.Korinther 5:21)
Jede Sünde muß gerichtet werden, aber die Sünden des Gläubigen sind bereits auf dem Kreuz gerichtet worden. Deshalb steht er vollkommen gerechtfertigt da. Die Annahme, daß noch irgendetwas gegen den schwächsten Gläubigen sein könnte, wäre eine Verleugnung des ganzen Werkes am Kreuz. Der Tod des fleckenlosen Lammes hat alle Sünden und Vergehungen des Gläubigen für immer hinweg getan.
Halleluja!
Schabbat Schalom, Doron Schneider.