2.Mose 27:20 – 30:11
Tezaveh – Und du sollst gebieten
- Torahlesung: 2.Mose 27:20 – 30:11
- Haftaralesung: Hesekiel 43:10-27
Übersicht:
- Das Öl für den Leuchter im Heiligtum.
- Die Kleidung der Söhne Aarons.
- Weihe des Aarons, seiner Söhne und des Altars.
- Regelungen des täglichen Opfers.
- Der Räucheraltar im Heiligtum.
- Haftara: Vision des neuen Tempels.
Während wir in der letzte Woche vom Richterstuhl des Schöpfers der Erde zum ehernen Altar geführt wurden, der im Vorhof stand, werden wir in dieser Lesung vom Öl des Leuchters über den Hohenpriester zum Räucheraltar geleitet. War es letzte Woche der Weg vom Richterstuhl zur Gnade, ist es diese Woche die “Erleuchtung” durch das Öl zum Lobpreis.
“Das Öl für den Leuchter.” (27:20-21)
Es gab und gibt noch heute, drei verschiedene Stufen der Ölherstellung aus Oliven. In der ersten Stufe werden die Oliven leicht angedrückt, bis das erste Öl heraustropft. Dieses erste Öl nennt sich Virginoil (w. Jungfrauenöl). Nur dieses reine Virginoil wurde für rituelle Zwecke benutzt. In der zweiten Druckstufe, fließt das Öl heraus, welches z.B. als Speiseöl benutzt wird.
Das Öl der dritten Produktionsphase ist schon mit Wasser aus der Olive vermischt und kann nur noch für kosmetische Zwecke verwendet werden.
Das reine (Virgin) Öl des Leuchters war die einzige Lichtquelle im Heiligtum. Die Priester, die vor dem Herrn erschienen, konnten also ohne das brennende Öl nichts sehen.
Das Licht durch das Öl ist auch Quelle der Information gewesen, welches durch das Urim und Tummim gegeben wurde (2.Mose 28:30). Durch Josephus (Antiquities 3:217) und später den Schreibern des Talmuds (u.a. Yoma 73b), wird der Schluß nahegelegt, das durch das Erscheinen des Hohenpriesters vor dem Herrn, also vor dem brennenden Öl, die Brustplatte mit dem besagten Urim und Tummin anfing aufzuleuchten und direkte Antworten auf Fragen zu geben, in dem das Licht in der Brustplatte reflektierte.
Das Öl symbolisiert aber vor allem den Heiligen Geist. Ohne das Öl des Heiligen Geistes können wir nichts sehen, wissen nicht wohin wir laufen und bekommen kein göttliche Antwort.
Es ist interessant, das Jesus in der Nacht in der er verraten wurde, im Garten Gethsemane war, was übersetzt “Garten der Ölpresse” heißt. Er, der den Heiligen Geist ohne Maß hatte, schwitze zuerst Blut, in den ersten Stunden des “Drucks”. Dann wurde er an das Kreuz genagelt und verblutete. Nachdem er sagte “in deine Hände lege ich meinen Geist” und verstarb, kam ein Soldat und stieß ihm mit einem Speer in die Seite, und Blut und Wasser floßen aus ihm.
Er, der das Licht der Welt ist (Johannes 8:12), sagt zu uns, “ihr seid das Licht der Welt” (Mat. 4:14).
Aber das Öl zum Leuchten, muß täglich erneuert werden, damit wir “vor dem Herrn leuchten”, denn dies ist eine “ewige Ordnung, für alle Generationen”.
Der Hohepriester (28:1-29:37)
Gott erwählte die Nachkommen Levi’s als seine Priester, die Ihm allein dienen sollten. Aus diesem Priestergeschlecht, den Cohen (hebr. für Priester), wurden Aaron und seine Söhne nach ihm als die Cohen HaGadol (der Hohe Priester) erwählt. Einen neu-testamentarischen Kommentar zur Funktion des Hohen Priesters, gibt uns in eindrücklicher Weise der Hebräerbrief im siebten Kapitel, dennoch wollen wir uns einige bemerkenswerte Sachen aus unserer Parasha anschauen.
Salbung
“..nimm das Salböl, gieße es auf sein Haupt und salbe ihn..” (Vers 29:7)
Das Öl ist auch hier Symbol für den Heiligen Geist. Sowohl Priester, Könige als auch Propheten wurden gesalbt. Durch die Salbung, wurden sie zu einem “Messias”, einem Gesalbten.
Während Männer wie Aaron, König David, Saul usw. nur für eine Position gesalbt wurden, ist Jesus DER Messias, der alle Funktionen in einem erfüllt. Er ist gleichzeitig der Hohepriester, der König der Könige und der von Mose verhießene Prophet.
Als “Christen” sind wir ebenfalls “Gesalbte”, zumindest heißt das griechische “Christ” nichts weiteres als das hebräische “Messias” oder das deutsche “Gesalbter”. Als Gesalbte will uns Gott zu einem Priestergeschlecht machen (Offenbarung 1:6).
Genauso wie die Priester und hier insbesondere Aaron und seine Söhne, Aufgaben hatten, müssen wir unsere Aufgaben als Priester vor Gott heute erfüllen. Für unsere Aufgaben bekommen wir eine geistige “Ausrüstung”, die uns befähigt unseren Dienst als Priester zu vollziehen.
Kleidung
Wenn die Priester in die Gegenwart Gottes gingen, mußten sie sich andere Kleider anziehen, die aus einem einzigen Garn gewirkt waren. Diese Kleider wurden nur während des Dienstes angezogen und während des “Privatlebens” ausgezogen.
“Belügt einander nicht, da ihr den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen, und den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bild dessen, der ihn erschaffen hat.” (Kolosser 3:9)
Während die Priester damals die Gegenwart Gottes, die im Tempel wohnte, verließen, wohnt Gott durch den Heiligen Geist in uns und macht uns damit zum Tempel seiner Herrlichkeit. Während die Priester damals also ihre Kleider auszogen, müssen wir, da wir immer “im Dienst” stehen, unsere Kleider ein für alle Mal anbehalten!
Diese Kleidung ist der neue Mensch, der durch den weißen Priesterschurz symbolisiert wird. Über diesem Priesterschurz liegt ein purpurfarbenes Ephod (28:12), welches das Blut Jesu symbolisiert.
Praktisch gesehen heißt das also, das wir ein heiliges (weißes) Leben führen sollen, was innerhalb der von Gott gegebenen Gebote verläuft. Alle Dinge, die Aaron für die Ausübung seines Dienstes benötigte, die Brustplatte (28:15), die Schultersteine (28:12), die Granatäpfel und Glöckchen (28:33), waren nicht etwa an der weißen Kleidung befestigt, sondern wurden auf Purpur gelegt oder von Purpur gehalten.
In unserem Leben heist das also, das unser Dienst, niemals an unserer eigenen Gerechtigkeit (der weißen Kleidung) hängt, sondern immer mit dem Blut Jesu verknüpft ist und darin seine Grundlage hat.
Das Blut und das Salböl
Von den Opfertieren, die bei der Weihung Aarons und seiner Söhne geschlachtet wurden, wurde Blut genommen und an die rechten Ohrläppchen, rechten Daumen und Zehen getupft, (29:20) sowie vermischt mit dem Salböl auf die Priester gesprengt (29:21).
Während das Ohr benötigt wird, um Gott zu hören, werden der Daumen und die Zehen dazu benötigt, das Gehörte auszuführen!
Der Daumen ist der einzige Finger, der alle anderen Finger der Hand ohne Probleme berühren kann, welches uns an das Bild des Apostels im fünffachen Dienst erinnert (1.Korinther 12:28).
Der große Zeh ist der wichtigste Zeh um das Gleichgewicht beim Gehen und Stehen zu halten. Erst wenn diese wichtigsten Teile dem Dienst Gottes unterstellt wurden, ist auch der ganze Körper dem Herrn geweiht.
Für uns heißt das heute:
- Wir schenken unser Gehör dem Herrn
- Wir halten unsere Hände zum Dienen bereit
- Wir lassen unsere Füße den Weg des Herrn laufen.
Der Räucheraltar
Am Ende unserer Lesung finden wir die Vorstellung des Räucheraltars. Der Räucheraltar steht direkt vor dem Vorhang, der das Heilige von dem Allerheiligsten trennt. Er ist der Gegenstand, der am nächsten vor Gott steht.
Auf ihm wird das Räucherwerk dargebracht, was in Kapitel 30:34ff beschrieben wird. Der Räucheraltar und das Räucherwerk versinnbildlicht das Aufsteigen des Lobpreises und der Gebete der Heiligen.
“Und ein anderer Engel kam und stellte sich an den Altar, und er hatte ein goldenes Räucherfaß; und es wurde ihm viel Räucherwerk gegeben, damit er es für die Gebete aller Heiligen auf den goldenen Altar gebe, der vor dem Thron ist. Und der Rauch des Räucherwerkes stieg mit den Gebeten der Heiligen auf aus der Hand des Engels vor Gott.” (Offenbarung 8:3-4)
Das Räucherwerk sollte “Morgen für Morgen” (30:7) und zwischen den “zwei Abenden” (Vers 8 ) auf dem Altar aufsteigen, während die Lampen auf der Menorah mit Öl aufgefüllt und zugerichtet werden. Gebet und Lobpreis sind mit dem Heiligen Geist verbunden!
Ohne Heiligen Geist sind wir nicht in der Lage vollmächtig zu beten und den Herrn zu preisen. Auf der anderen Seite, wird uns der Lobpreis Gottes, den wir Ihm entgegen bringen wieder mit dem Heiligen Geist füllen. Wie in der Stiftshütte steht der Räucheraltar auch im Himmel, direkt vor dem Thron Gottes. Der einzige Unterschied: der Vorhang ist verschwunden!
Es ist Gottes Wunsch, das wir ihm an diesem Altar tagtäglich, Morgens und Abends begegnen. Hochheilig ist er dem Herrn! (30:10)
Aber Gott hat seinen Weg, wie wir zu diesem Altar gelangen. Durch die Tür des Vorhofes, vorbei an dem Waschbecken und dem Altar, hinein in das Heiligtum, vorbei an dem Leuchter mit dem Öl und den Schaubroten, hin zum Rächeraltar, vor den Gnadenthron mit den Schirmenden Cherubim, die die Lade bedecken.
All das sind die Schatten auf die zukünftigen Dinge, die wir nun klar erkennen können. Durch die Tür Jesus, treten wir durch seinen Opfertod und die Taufe in das Reich Gottes ein. Dort brauchen wir das Öl seines Heiligen Geistes und den Blick auf den Leib Jesu, den er für uns gegeben hat, um als Priester Gottes Ihm im Gebet und Lobpreis die Ehre zu geben.
Da wir nun, Brüder, durch das Blut Jesu Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum, den er uns eröffnet hat als einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang – das ist durch sein Fleisch – und einen großen Priester über das Haus Gottes, so laßt uns nun hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in voller Gewißheit des Glaubens, die Herzen besprengt mit vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser. (Hebräer 10:22-23)