2.Mose 6:2 – 9:35

Va’eira – Und ich erschien

  • Torahlesung: 2.Mose 6:2 – 9:35
  • Haftaralesung: Hesekiel 28:25 – 29:21

Übersicht:

  • Berufung des Mose und sein Auftrag.
  • Stammbaum von Mose und Aaron.
  • Vor dem Pharao.
  • die ersten sieben Plagen.
  • Haftara: Drohrede gegen Ägypten.

Bevor Gott an Ägypten das Gericht verübt, offenbart er sich Mose in einer Art und Weise wie er es bisher weder bei dem Stammvater Abraham, noch seinen Auserwählten Isaak und Jakob getan hatte.

In den ersten zwei Versen erhalten wir drei verschiedene Namen Gottes.

  1. Elohim, meistens übersetzt mit „Gott“
  2. El Shaddai, übersetzt mit „Gott der Allmächtige“
  3. YHVH, das Tetragramm, der heilige Name Gottes, meistens mit „HERR“ wiedergegeben.

Meine Elberfelder Bibel übersetzt das Tetragramm mit Jahwe, und entsprechend der Einleitung erfährt man, dass zu den Konsonanten „YHVH“ die Punktierung des Wortes Adonai (Herr) hinzugefügt wurde, damit der heilige Name Gottes nicht ausgesprochen wurde.

Anhand des Masoretischen Textes, der die Grundlage aller alttestamentarischen Übersetzungen bildet, kann man aber keine Abweichung der Punktierung erkennen, die einen solchen Schluß zulassen würden.

Der Masoretische Text gibt als Betonung des Tetragramms klar den Namen „Jehovah“ wieder. Dieser Name ist durch eine gewisse Gruppierung in „Mißkredit“ geraten, dennoch wird er im hebräischen Urtext so geschrieben und von vielen hebräisch sprachigen Gläubigen auch so ausgesprochen.

Wie auch immer. Elohim stellt sich Mose als Jehovah vor und erwähnt, das er als Jehovah dem Abraham nicht bekannt war. Schauen wir uns jedoch an, wie Gott dem Abraham erschien, erkennen wir sehr wohl, das Gott dem Abraham als „Jehovah“ erschien (siehe z.B. 1.Mose 18:1)

Wenn es also nicht der Name als solches ist, dann muß die Offenbarung Gottes gegenüber Mose, eine vollkommen andere gewesen sein, wie gegenüber Abraham, Isaak und Jakob.

Den Schlüssel finden wir in der Lesung der letzten Woche:

„..Was ist sein Name?, was soll ich dann zu ihnen sagen? Da sprach Gott (Elohim) zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. .. Sage der Ich werde sein hat mich zu euch gesandt.“ (1.Mose 3:14-16)

Dieser „Name“ Gottes ist ein Charakterzug, den Abraham nicht kannte, den Mose jedoch in der Zeit als Führer Israels kennenlernen sollte.

Abraham lernte den Charakterzug des Allmächtigen (El Shaddai) kennen, der Gott, der ihn rief, der ihn „besuchte“, der von oben herab „Dinge in die Wege leitete“, der mit ihm aus der Ferne in großen Zeitabständen redete.

Mose lernte Gott als den „Ich werde sein der ich sein werde“ kennen. Als den Streiter Israels, der Feuer in der Nacht und Rauch am Tag war, dessen Herrlichkeit inmitten der Kinder Israels wohnte, der Manna vom Himmel regnen ließ, der seine Gebote seinem Volk gab und vor allem, der mit Mose von Angesicht zu Angesicht redete, wie man mit einem Freund spricht!

Gott stellt sich dem Mose als den souveräne Herrscher dar, der um seines heiligen Namens willen frei darüber entscheidet, wer er ist und was er tut.

In seiner Souveränität sagt er ebenfalls:

„Ich werde gnädig sein, wem ich gnädig bin, und mich erbarmen, über wen ich mich erbarme“ (2.Mose 33:19)(Römer 9:14ff)

Die Auswahl Gottes ist nicht auf Logik aufgebaut. Er entscheidet frei wen er wann und zu wem er was sein will. (ich hoffe es wird nicht zu kompliziert).

Während er Mose als Gegenüber erschien, erschien er dem Pharao als Richter und den Kindern Israels als Retter.

Obwohl sich Gott auf diese wunderbare Weise dem Mose zu erkennen gegeben hat, haben ihn die Kinder Israels nicht erkannt. Sie sind zuerst in Sünde und dann von ihm abgefallen. Dennoch, durch die freie Auswahl Gottes, redet er durch die Prophetenstelle der dieswöchigen Lesung:

„Wenn ich das Haus Israel aus den Völkern sammle, unter denen sie zerstreut worden sind, und ich mich an ihnen vor den Augen der Nationen als heilig erweise, dann werden sie in ihrem Land wohnen, das ich meinem Knecht Jakob gegeben habe. ……… Und sie werden erkennen, das ich „Jehovah“ bin (das ich der sein werde, der ich sein werde), ihr Gott.“ (Hesekiel 28:25-26)

Warum hat Gott Israel erwählt? Es war seine freie Entscheidung! Warum hat er uns erwählt, seinem auserwählten Messiahs nachzufolgen? Es war seine frei Entscheidung!

Wie wunderbar ist es, das er zuerst zu Abraham redete, dann zu Mose von Angesicht zu Angesicht und jetzt, „am Ende der Tage zu uns redet im Sohn, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt hat“ (Hebräer 1:1).

Wie er einst an Mose vorüberzog (2.Mose 33), zieht er heute durch seinen Heiligen Geist in unser Herz ein. Er sprich dann nicht mehr von „oben herab“, auch nicht mehr von Angesicht zu Angesicht, sondern direkt in unserer Herz. Wenn wir auf ihn hören, wie Mose auf ihn gehört hat, dann ist er das, was er sein wollte, unser Vater, mit dem wir eine persönliche Beziehung haben und dem wir nachfolgen. Immanuel – Gott mit uns.

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