2.Mose 35:1 – 38:20

Vayakhel – Und er versammelte

  • Torahlesung: 2.Mose 35:1 – 38:20
  • Haftaralesung: 1.Könige 1:40 – 50

Übersicht:

  • Das Sabbatgebot.
  • Freiwillige Gaben für das Heiligtum.
  • Vorstellung von Bezalel.
  • Sammlung der freiwilligen Gaben für die Stiftshütte.
  • Bau der Stiftshütte.
  • Beschreibung der Fertigkeiten Bezalels.
  • Haftara: Hiram und die Herstellung der Tempelgeräte.

Nachdem Mose erneut die Tafeln des Gesetzes erhalten hatte, “versammelte er die ganze Gemeinde der Söhne Israel” (35:1), um ihnen die Worte des Herrn mitzuteilen.

Obwohl Mose zwei mal 40 Tage und 40 Nächte in der Gegenwart Gottes war und Gott ihm in dieser Zeit das gesamte Gesetz erklärte und übergab, begann Mose nicht etwa mit moralischen Gesetzen und wie ich mich meinem Nächsten gegenüber verhalten sollte. Er begann auch nicht mit verschiedenen Opfergesetzen, die fast das gesamte Buch Leviticus füllen. Auch sprach er nicht zuerst über Geld oder freiwillige Gaben, sondern er sagte:

“Sechs Tage soll man seine Arbeit verrichten, aber den siebten Tag sollt ihr heilig halten, er sei euch ein ganz feierlicher Sabbat für den Herrn. Jeder, der an ihm eine Arbeit verrichtet, muß getötet werden. Ihr dürft am Sabbattag in all euren Wohnsitzen kein Feuer anzünden.”

Wenn etwas einmal in der Bibel steht hat es Bedeutung, steht es zweimal, dann ist das schon etwas wichtigeres, steht es jedoch noch öfters, dann will uns Gott wirklich dringend etwas sagen!

Das Sabbat Gebot kommt insgesamt viermal vor, (2.Mose 20:10; 31:13; 35:2 und 3.Mose 23:3) davon dreimal im Buch Exodus. Dazu gibt es eine fünfte Stelle, die ein indirektes Sabbat Gebot gibt (2.Mose 16:23ff). Gott spricht also von etwas sehr wichtigem, wenn es um den Sabbat geht, daher wollen wir uns anschauen, was es denn damit auf sich hat.

“Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn; denn an ihm ruhte er von seinem Werk, das Gott geschaffen hatte, in dem er es machte.” (1.Mose 2:3)

Noch bevor es die Torah und das Gesetz gab, bevor es Abraham, Isaak und Jakob und ganz besonders bevor es Israel und Christen gab, schuf Gott den Sabbat. Nach sechs Tagen Schöpfung, ruhte Gott am siebten Tag. Dieser Tag gehörte, obwohl er abgesondert und heilig war, immer noch zur Schöpfung, denn es heißt:

“Und Gott vollendete am siebten Tag sein Werk..” (1.Mose 2:1)

Dieser Tag war also nicht dafür da um separat betrachtet zu werden, sondern war Teil der Arbeit. Ohne Arbeit kein Sabbat, ohne Sabbat keine Arbeit.

Als das Haus Israel die Torah am Berg Sinai empfing, wurde der Sabbat nicht als ein neuer Tag eingeführt, sondern der bestehende Sabbattag wurde extra hervorgehoben und ein Gebot zur Erinnerung an diesen Tag gegeben.

“Denke an den Sabbattag, um ihn zu heiligen.”
(2.Mose 20:8)

In den zehn Geboten heißt es dann weiter: “..aber der siebte Tag ist Sabbat für den HERRN, deinen Gott.”

D.h. also, dass an den Tag, der schon seit Beginn der Menschheit festgelegt war nicht nur gedacht werden sollte, sondern er sollte ganz und gar für den HERRN sein.

Warum aber der Sabbat und nicht irgendein anderer Tag? Auch darauf geben uns die zehn Gebote Antwort:

“Denn in sechs Tagen hat der Herr die Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles, was in ihnen ist, und er ruhte am siebten Tag; darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.” (2.Mose 20:11)

Gott beendete an einem Sabbat sein Werk und nicht an einem anderen, daher ist der Sabbat Tag heilig und kein anderer.

Wie wurde denn der Sabbat für Christen zu einem Sonntag?

Ein Argument für diese Behauptung ist, das schon die Urgemeinde den ersten Tag der Woche heiligte, da Jesus an diesem Tage auferstanden sei. Es gibt verschiedene Bibelstellen, die vom ersten Tag der Woche reden. Da ich nicht jede einzelne aus Zeitgründen erörtern möchte, nur eine kurze Zusammenfassung:

Die Frauen am Grab.

Zwei Evangelien berichten davon, das Frauen am ersten Tag der Woche zum Grab Jesu gingen. Dies ist selbstverständlich keine Heiligung dieses Tages, da sie ja selbst gewartet haben, bis der Sabbat vorbei war, um dann zum Grab gehen zu können. Jesus erscheint den Jüngern.

Am gleichen Tag, an dem die Frauen zum Grab gehen, dem Morgen des ersten Tages der Woche, erscheint Jesus seinen Jüngern. Nicht aber etwa Tagsüber, sondern Abends.

Obwohl das nach unserer Zeitrechnung der gleiche Tag ist, was es damals nicht so, da der Tag Abends begann und aufhörte.

Jesus erschien seinen Jüngern also nicht am ersten Wochentag, sondern am Zweiten.

Paulus predigt am ersten Wochentag.

Und zwar so spannend, daß einer der Zuhörer einschlief und aus dem Fenster fiel. Dieser Abend des ersten Tages der Woche ist Samstagabend und ist das, was man heute die Havdalah Feier nennt. So wie man den Beginn des Sabbats besonders feiert, feiert man auch seinen Ausgang.

Sabbat war der Tag der Zusammenkünfte und man versuchte dieses Erlebnis so lange es ging, in den neuen Tag (also Samstagabend) hineinzubringen, um den Segen des Sabbats in die Neue Woche mit hinüber zu nehmen. Sammlung für die Gemeinden Paulus fordert in 1.Korinther 16, das die Gemeinden am ersten Wochentag Geld zurücklegen sollen, damit dies Gaben nach Jerusalem werden können.

Zuerst einmal muß ich fragen, wie viele Gemeinden sammeln denn am Sonntag Gaben und senden sie nach Jerusalem? (Bei der Auswahl der richtigen Gemeinde in Jerusalem können wir gerne behilflich sein.)

Dann muß ich aber auch feststellen, daß es hier um eine Sammlung geht, nicht um ein Zusammentreffen.

Einer der Gründe kann durchaus sein, daß man Geld an einem Sabbat einfach nicht anfaßte (welches heute von religiösen Juden immer noch nicht gemacht wird) und daher die Sammlung des Geldes an einem anderen Tag stattfinden mußte.

Nicht eine der mir bekannten neu-testamentarischen Schriftstellen deuten darauf hin, das Sonntag als der erste Tag der Woche in irgendeiner Weise heilig war, gehalten wurde oder gefeiert wurde. Jesus selbst, der ja nicht gekommen war um das Gesetz aufzuheben, sondern zu erfüllen, hat den Sabbat gehalten, genauso, wie seine Jünger!

Wo liegt also das Problem?

Viele Christen meinen, das Jesus den Sabbat aufgelöst hätte, oder zumindest einen “breiteren Weg” aufgezeigt hätte. Jedoch zeigt uns Jesus in diesem Sinne keinen breiteren Weg. Sondern er ist nur gegen die Auslegung der Torah im Sinne einer bestimmten Gruppe der Pharisäer.

Zur Zeit Jesu gab es verschiedene Glaubensrichtungen, wie z.B. die Sadduzäer, die Essener und die Pharisäer. Die Pharisäer waren wiederum in verschiedene, sogenannte Schulen unterteilt. (So wie heute z.B Pfingstler, Charismatiker; Baptisten)

D. H. Jeder von Ihnen kannte die Schrift als Autorität an, aber die Auslegung war unterschiedlich. Die beiden Hauptschulen der Pharisäer waren die Schule Hillel’s und die Schule Schammai’s. Beide lebten kurz vor Jesus und waren die Oberhäupter des Hohen Rates (San Hedrin).

Während Hillel eine der Lehre Jesu sehr ähnliche Auffassung vertrat, war Schammai der “Hardliner”, ohne Gnade und Vergebung. Beide wichen in ca. 300 verschiedenen Lehrauffassungen voneinander ab. Aus der Mischna und dem Talmud wissen wir, das Jesus sehr häufig, wenn er die Lehre der Pharisäer anging, die Nachfolger der Schammaischen Schule kritisierte, er selbst aber überwiegend wie ein Pharisäer der Schule Hillels lebte, er also Pharisäer war.

Die Pharisäer waren diejenigen, die auf die genaue Einhaltung des Gesetzes Wert legten. Dies geschah als Folge der Vertreibung nach Babylon. Das Haus Judah war damals von Gott auf Grund ihrer Schuld und Sünde nach Babylon verschleppt worden.

Als nach 70 Jahren die Zeit der Gefangenschaft vorbei war, gingen Ezra und Nehemia zurück nach Jerusalem. Ezara gilt als Begründer der Pharisäer, da er als Erster anfing das Gesetz wieder zu lehren.

Um das Sabbatgebot “du sollst nicht arbeiten” zu halten, wurden “Schutzmauern” um dieses Gebot aufgerichtet. Während die Mischna 39 Kategorien kennt, die als Arbeit gelten, kennt der Talmud, der Kommentar zur Mischna, schon weitaus mehr.

Heute bestehen diese “Schutzmauern” aus hunderten kleinen und kleinsten Vorschriften über das was man machen darf und was nicht. Dabei ging und geht es nicht um ein neues Gesetz, sondern darum, wie man das von Gott gegebene Gesetz halten sollte.

Durch all diesen Vorschriften ist der ursprüngliche Gedanke Gottes verloren gegangen. Dies war auch schon zur Zeit Jesu.

Das Abpflücken von Ähren zum eigenen Verzehr galt unter den Pharisäern der Schammaischen Schule als Sabbatbruch, wogegen Jesus jedoch zeigte, daß sie damit falsch lagen. Es gibt weitere Stellen bei denen Jesus Erklärungen zum Gesetz gibt, die von den Erklärungen der Pharisäer abweichen.

D.H. aber nicht, das er das Gesetz aufhebt, sondern nur, das er eine andere (richtige) Auffassung der manchmal sehr offen gestellten Forderungen des Gesetzes vertritt.

In einer der vielen Emails, die wir auf unsere Kommentare erhalten erschien die Frage: “Müssen Christen den Sabbat jetzt halten oder nicht?”

Die Antwort darauf lautet biblisch gesehen ganz klar “JA”. Doch hier taucht das nächste Problem auf. Wie?

Wie halte ich den Sabbat?

Auf Grund der Bibel gibt es keine Entschuldigung, sich der Heiligung des Sabbats zu verschließen. Jeder Christ, der Jesus als seinen Herrn angenommen hat und den Gott Abrahams, Isaak und Jakobs anbetet, muß den Sabbat halten. Schon deshalb, weil er Teil der zehn Gebote ist.

Jedoch haben wir das Problem, das sich das Christentum aus den verschiedensten Beweggründen so weit vom biblischen Judentum entfernt hat, das wir heute nicht mehr wissen wie wir die Gebote Gottes halten sollen. Auch glaube ich, ist die heutige religiöse jüdische Auslegung, wie der Sabbat zu halten sei, keine Option.

Die höchste Autorität der Torah – nämlich Jesus - wird vollkommen ablehnt und es kommt daher zu Entscheidungen, die einzig und allein auf Menschenweisheit beruhen und nicht auf Gottes Weisheit.

Jedoch haben wir von Jesus eine Zusagen bekommen:

“Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten; und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.”  (Johannes 14:17-26)

Wenn Du Jesus liebst, dann wirst Du den Sabbat halten. Und Jesus selbst, wird den Vater für uns bitten, damit wir die Heiligung seines Sabbats richtig umsetzen. Der Heilige Geist wird uns zeigen, was es heißt nicht zu arbeiten (was wohl nicht so schwer fallen dürfte) und was es heißt kein Feuer anzünden zu dürfen.

Abschließend können wir also feststellen, das der Sonntag den Sabbat, der von Freitagabend bis Samstagabend dauert, nicht abgelöst hat und egal, welche Aktivitäten wir am Sonntag vollziehen, die Forderung der Sabbat Heiligung bestehen bleibt, wir jedoch den Geist Gottes bekommen haben, damit wir in der Lage sind, den Sabbat zu feiern, wie es angemessen ist.

Die Minimumanforderung der Bibel an die Sabbatheiligung ist:

  • Anerkennung des Zeitpunktes.
    Da der Sabbat von Freitagabend bis Samstagabend dauert.
  • Keine Arbeit.
    Die einfachste Definition währe wohl: Unterlassung der Tätigkeit, die man sonst zum Broterwerb ausübt.
  • Kein Feuer anmachen.
    Dazu gehören z.B. auch Grillparties an einem Freitagabend.

“Und die Söhne der Fremde (das sind wir), die sich dem HERRN angeschlossen haben (wenn wir an Jesus glauben, haben wir das), um ihm zu dienen und den Namen des HERRN zu lieben, ihm zu Knechten zu sein, jeden, der den Sabbat bewahrt, ihn nicht zu entweihen, und alle, die an meinem Bund festhalten: die werde ich zu meinem heiligen Berg bringen und sie erfreuen in meinem Bethaus.” (Jesaja 56:6-7)

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