2.Mose 18:1 – 20:26

Yitro – Jitro

  • Torahlesung: 2.Mose 18:1 – 20:26
  • Haftaralesung: Jesaja 6:1 – 7:6 | 9:5-6

Übersicht:

  • Jitro, Moses Schwiegervater kommt zu Besuch.
  • Einsetzung von Richtern.
  • Vorbereitung auf die Gesetzgebung.
  • Die Zehn Gebote.
  • Altarvorschriften.
  • Haftara: Jesaja vor dem Thron Gottes, Ankündigung des Messiahs.

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens. Groß ist die Herrschaft, und der Friede wird kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, es zu festigen und zu stützen durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des HERRN der Heerscharen wird dies tun. (Jesaja 9:5-6)

Meint nicht, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wer nun eins dieser geringsten Gebote auflöst und so die Menschen lehrt, wird der geringste heißen im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird groß heißem im Reich der Himmel.

Denn ich sage euch: Wenn nicht eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer weit übertrifft, so werdet ihr keinesfalls in das Reich der Himmel hineinkommen. (Matthäus 5:17-20)

Während in der letzten Woche, das Haus Israel seine ersten Ordnungen und Gebote erhielt, die nicht näher definiert wurden, steigt Mose, nachdem er den Ratschlägen seines Schwiegervaters Jitro folgte und Oberhäupter über das Volk einsetzte, auf den Berg Sinai und empfängt von Gott die zehn Gebote sowie weitere Anweisungen, wie sich das Volk zu verhalten hatte.

Unter Christen gibt es häufig eine Diskussion darüber, ob diese Gebote noch gültig sind oder nicht, ja sogar in wieweit die zehn Gebote noch gültig sind oder nicht.

Ein Problem bei der Antwort dieser Frage, besteht in der „Leserichtung“ der Bibel. Fange ich an, die Bibel von hinten zu lesen, stoße ich zuerst auf die Äußerungen von Paulus „wir sind frei von Gesetz“, dann auf die Äußerungen von Jesus und dann erst auf alle Vorschriften Gottes, die zwei volle Bücher füllen (3. und 5. Buch Mose).

Lese ich jedoch von vorne, stoße ich zuerst auf die Vorschriften, dann auf Jesus und dann erst auf Paulus.

Wie sehe ich meine Bibel ist die entscheidende Frage! Sehe ich das Alte Testament durch die „Brille“ des Neuen Testamentes oder das Neue Testament durch die „Brille“ des Alten? Als Nachfolger Jesu sollten wir, ja müssen wir, das Neue Testament durch die „Brille“ des Alten Testamentes sehen, denn alle Schreiber des Neuen Testamentes hatten das Neue ja noch gar nicht! Die einzig zur Verfügung stehenden Texte waren die Schriften des Alten Testaments.

Als Paulus in Beröa predigte (Apostelgeschichte 17), prüften die Einwohner dieser Stadt die Aussagen Paulus anhand der Schriften die ihnen zur Verfügung standen, welche ausschließlich aus dem Alten Testament bestanden. D.H. jedes Wort von Paulus wurde an dem gemessen, was in den Büchern Mose, den Schriften, den Propheten und den Psalmen stand. Nachdem sie herausgefunden hatten, das Paulus die Wahrheit redete, glaubten viele von ihnen (Apostelgeschichte 17:12). Sie glaubten, weil das Gesagte vollkommen mit den Aussagen Gottes im Alten Testament übereinstimmte.

Schauen wir uns das doch einmal ganz praktisch am Beispiel des Sabbats an.

“Denke an den Sabbattag, um ihn heilig zu halten. Sechs Tage sollst du arbeiten und all deine Arbeit tun, aber der siebte Tag ist Sabbat für den HERRN, deinen Gott.” (2.Mose 20:8-9)

Das Sabbat Gebot enthält im Grunde genommen zwei Anweisungen.

  1. Sechs Tage sollst du arbeiten.
  2. Heilige den Sabbattag am Siebten Tag für Gott.

Der Mensch der von Gott nach seiner Schöpfung in den Garten gesetzt wurde, sollte den Garten bewahren. (Adam war also der erste Gärtner und Parkwächter.) Gott setzte seine Ordnung direkt in die Schöpfung hinein: sechs Tage arbeiten und einen Tag ruhen. Es gab keine 35 Stunden Woche an fünf Tagen! Der Mensch wurde von Gott geschaffen um zu arbeiten, produktiv zu sein und Frucht zu bringen.

Am Ende von sechs Tagen Arbeit sollte der Mensch von seinen Werken ruhen, wie Gott nach der Schöpfung von seinen Werken ruhte. Die Anzahl der Tage begann mit: „…und es wurde Abend…“, dadurch fing der biblische Tag bei Sonnenuntergang an und hörte bei Sonnenuntergang auch auf. Der siebte Tag, der Sabbat, ist der Tag, der bei uns heute von Freitagabend bis Samstagabend dauerte. Der erste Tag der Woche dauerte somit von Samstagabend bis Sonntagabend.

In der Bergpredigt bestätigt Jesus eindeutig, das er auch dieses Gebot NICHT aufgehoben hat. Dennoch feiert die Christenheit nicht den von Gott gegebenen Sabbat, sondern den Sonntag.

Warum Sonntag?

„Deshalb möchten wir nichts Gemeinsames mit den Juden haben, denn der Erretter hat uns einen anderen Weg gezeigt; in unserer Anbetung folgen wir einem besseren und passenderen Kurs. Indem wir diese Regelung ohne Widerstreben annehmen, wünschen wir, liebe Brüder, uns von der abscheulichen Gemeinschaft der Juden zu trennen.. Auch wenn dies nicht so sein würde, ist es immer noch eure Pflicht, eure Seelen nicht durch die Gemeinschaft mit diesem bösen Volk (den Juden) beschmutzen zu lassen.. Wir sollten nichts Gemeinsames mit dem jüdischen Volk haben.”

(Aus der Zusammenfassung von Dr. Henry R. Percival aus „Die Nicäaer und spätere Nicäanische Väter“ Band XIV, Grand Rapit: Erdmans Pub. 1979, Seiten 54-55, gefunden in dem Buch „Die heilende Kraft der Wurzel“ von D.Bierman)

Alle biblischen Fest- und Feiertage sind durch das Konzil von Nicäa (4.Jahrhundert) abgeschafft worden. Nicht etwa, weil Jesus sie abgeändert hätte, sondern weil die antisemitischen Kirchväter nichts mehr mit den Juden zu tun haben wollten.

Dabei wurde vollkommen übersehen, das Jesus selber Jude ist. Der Sonntag wurde gewählt, um es den heidnischen Sonnenanbetern einfacher zu machen, Teil der „christlichen“ Kirche des Römischen Reiches zu werden.

Das Feiern des Sonntags ist so tief im Christentum verwurzelt, das es schon fast eine „Sünde“ ist, einem Bruder zu sagen, es sollte den Sabbat feiern. Man wird als Sektierer, ja gar als Ketzer beschuldigt, wenn man den Sabbat dem Sonntag vorzieht.

Selbstverständlich gibt es eine ganze Reihe von „Argumenten“, warum Christen den Sonntag feiern, leider ist nicht ein einziges dieser Argumente biblisch und hält einer biblisch geführten Diskussion stand. Weder Jesus, noch Paulus, noch irgend ein anderer Schreiber des Neuen Testamentes fordert uns auf, das Sabbatgebot außer Acht zu lassen, oder gar zu brechen.

Anhand des Sabbats sehen wir also, das es nicht genügt, eine Predigt oder Traditionen ohne Überprüfung an der Bibel zu übernehmen, denn sie könnten sogar vollkommen gegen Gottes Willen sein!

Warum aber ist es denn wichtig den Sabbat zu halten? Leben wir denn nicht unter der Gnade und all diese Gebote spielen eher eine nebensächliche Rolle, weil Jesus uns das Doppelgebot der Liebe gegeben hat?

In all meinen Gesprächen über die Torah, kam immer wieder der Verweis auf das Doppelgebot der Liebe. Gott ist Liebe und in dem Moment wo wir unsere Nächste Lieben, erfüllen wir das Gesetz und die Propheten. Stimmt. Doch.. wie liebe ich meinen Nächsten?

Schauen wir uns doch einmal an, was Jesus sagte. Auf die Frage: “Lehrer, welches ist das größte Gebot im Gesetz?“

Antwortete Jesus:

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner Seele und mit deinem Verstand. Dies ist das größte und erste Gebot.

Das zweite aber ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten“ (Matthäus 22:34-40)

Durch dieses Doppelgebot der Liebe sagt Jesus NICHT etwa, dass alle anderen Gebote nicht mehr gelten, oder aufgehoben sind, sondern er setzt die Prioritäten in die richtige Reihenfolge und gibt uns damit einen Schlüssel für das Verständnis der gesamten Torah.

Jesus zeigt uns, dass es zwei verschiedene Richtungen von Beziehungen gibt. Das eine ist die vertikale und das andere die horizontale Richtung, denn wir haben einmal die Beziehung zu Gott unserem Vater und Schöpfer (vertikal) und zum Anderen die Beziehungen untereinander (horizontal).

Jedes Gebot der Torah läßt sich sowohl der einen oder anderen Richtung zuordnen, wobei sich die 10 Gebote jeweils zur Hälfte mit den beiden Richtung auseinandersetzen.

Die wichtigere Richtung ist jedoch die vertikale: Wir sollen Gott mehr gehorchen als Menschen, formulierte es Petrus treffend.

Wie liebe ich Gott? Indem ich seine Gebote halte!

Es wird von mir nicht gefordert, dass ich alles verstehe (obwohl ich gerne alles verstehen würde) oder logisch erklären kann, sondern es geht einzig und allein um Gehorsam gegenüber meinem Schöpfer. Durch das was ich tue, drücke ich meine Liebe zu meinem himmlischen Vater aus.

„Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt..“ (Johannes 14:21)

„Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.“ (Johannes 15:10)

Genauso wie ich Gott liebe und seine Gebote halte, soll ich auch meinen Nächsten lieben. Nun gibt es vielerlei Vorstellungen darüber wie ich meinen Nächsten lieben kann, aber die Torah gibt uns genaue Auskunft darüber was es heißt meinen Nächsten zu lieben.

Ich werde Ihn nämlich nicht ermorden, oder bestehlen. Ich werde nicht mit seiner Frau die Ehe brechen und werde nicht sein Gut begehren. Ich werde meinen Vater und meine Mutter ehren. Das sind keine „schwammigen“, unklare Vorstellungen, sondern exakte Anweisungen was es heißt seinen Nächsten zu lieben.

In dem Moment, wo ich beginne Gottes Gebote zu verlassen, stelle ich meine eigenen auf, den ohne Regeln geht es nicht. Ich bin sicher sie kennen alle diese Gebote:

Du darfst keine unchristliche Musik hören, du darfst nicht in eine Diskothek, du darfst keine Jeans in den Gottesdienst anziehen, kein Alkohol trinken, dieses oder jenes Wort „in den Mund nehmen“ usw. Es gibt Dinge, die wir uns als Christen selber auferlegt haben, die nichts mit der Bibel oder Jesus zu tun haben, haben aber in gleicher Weise Gottes Gebote mit Füßen getreten und sind schuldig geworden, an Gott und an Menschen.

Bitten Sie doch einmal ganz bewußt Gott um Vergebung, dass Sie sein Gesetz übertreten (heißt auf griechisch Sünde) haben und bitten Sie den Heiligen Geist Ihnen ganz persönlich zu zeigen worauf es IHM ankommt und lassen Sie Sich von Ihm in die ganze Wahrheit leiten.

Torah.de Emailliste
Über die Torah.de Emailliste erhalten Sie jede Woche ausführliche und lehrreiche Bibelkommentare.

Wenn Sie sich jetzt in das untenstehende Formular eintragen, erhalten Sie das komplette Buch "Wer ist Israel?" kapitelweise zugeschickt.

Um diese Bibelkommentare zu erhalten, tragen Sie sich direkt hier ein:

Vorname:
Name:
Email:
Themenübersicht
Archiv
Copy Protected by Chetan's WP-CopyProtect.