3.Mose 25:1 – 26:2
BeHar – Auf dem Berg
Torahlesung: 3.Mose 25:1 – 26:2
Haftaralesung: Jeremia 32:6-27
Übersicht:
- Sabbat und Jobeljahr
Und der HERR redete auf dem Berg Sinai zu Mose. Rede zu den Söhnen Israel und sage zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch geben werde, dann soll das Land dem HERRN einen Sabbat feiern. (Lev. 25:1-2)
Die aus nur einem Kapitel bestehende Lesung in dieser Woche, beschäftigt sich hauptsächlich mit dem bei uns bekannten Jubeljahr. Dabei ist diese Bezeichnung im Grunde genommen falsch, da es sich nicht um eine Jahr handelt in dem ge-Jubel-t wird, sondern sich der Name vom hebräischen Wort für Widder „Jobel“ herleitet, dessen Horn zur Einleitung dieses Jahres geblasen wurde.
Dabei werden sicherlich viele im Jobeljahr gejubelt haben, da sie das zurückerhielten, welches sie in den letzten 49 Jahren verkauft hatten. Sowohl das Land, als auch Knechte und Sklaven aus dem eigenen Volk wurden in diesem Jahr zurückgegeben.
Worum geht es eigentlich in diesem Jobeljahr und ist dieses Jahr überhaupt noch praktikabel?
Zunächst erfahren wir in den Versen 1-7 des Kapitels, daß das Land alle sieben Jahre einen Sabbat feiern sollte. Das Land, nach Jahren des Beackern und der Bepflanzung, sollte weder besät noch beschnitten, noch gewerblich abgeerntet werden. Nur der Eigenbedarf für Mensch und Vieh sollte direkt vom Feld geholt werden, von dem was dort frei wuchs.
Nach sieben Sabbatjahren, im siebten Monat, am zehnten Tag wurde dann das Jobeljahr ausgerufen, welches mit der Beendigung des 49. Jahres begann.
Dies bedeutete, das anstatt zwei Jahren ohne Ernte, drei Jahre ohne Ernte gelebt wurde.
In diesem Jahr des Jobels sollt ihr jeder wieder zu seinem Eigentum kommen. (25:12)
Wir wissen leider sehr wenig darüber, wann es das letzte Mal ein solches Jobeljahr gegeben hat, oder ob dieses Jahr überhaupt gefeiert wurde, aber es gibt verschiedene Kommentatoren, die meinen das letzte Jobeljahr hätte stattgefunden, als Jesus von Nazareth seinen öffentlichen Dienst begann.
Im heutigen Judentum ist man sich des göttlichen Gebotes zwar bewußt, hat aber verschiedene „Schlupflöcher im Gesetz“ benutzt, um weder das Sabbatjahr, noch das Jobeljahr zu feiern. Anstatt das Land ruhen zu lassen, wird es in jedem sechsten Jahr auf dem Papier verkauft, um dann nach Abschluß des Jahres wieder an den ursprünglichen Besitzer zurückzugehen.
Somit erhält das Land, wie schon damals keine Ruhe, was schon in der Vergangenheit Gottes Gericht über das Volk Israel brachte, namentlich die Wegführung nach Babylon.
„damit erfüllt würde das Wort des HERRN durch den Mund Jeremias, bis das Land seine Sabbate ersetzt bekam. All die Tage seiner Verwüstung hatte es Ruhe, bis siebzig Jahre voll waren.” (2.Chronik 36:21)
Dabei wird so etwas ähnliches wie das Jobeljahr in den verschiedensten Ländern (wie z.B. auch in Deutschland) praktiziert. Man pachtet das Land für eine bestimmte Zeit, z.B. 99 Jahre und mit Ablauf der Zeit geht das Land, mit dem sich darauf befindlichen Besitz an den Verpächter zurück.
Wieso ist es denn so wichtig sowohl die Sabbat- als auch die Jobeljahre zu halten?
Weil das Land Israel nicht Menschen gehört, sondern Gott.
„Und das Land soll nicht endgültig verkauft werden, denn mir gehört das Land; denn Fremde und Beisassen seid ihr bei mir.” (25:24)
Gott, dem die ganze Welt gehört, erwählte sich ein bestimmtes Stückchen Erde, um seinen Namen dort wohnen zu lassen. Das Zentrum, der Augapfel Gottes, ist Jerusalem, das Land darum Israel. Dieses Land sollte von einem heiligen Volk von Priestern bewohnt sein.
Mit der Einhaltung der Sabbatjahre und ganz besonders des Jobeljahrs, unterwirft man sich der von Gott gestellten Autorität und Versorgung, ohne sich auf eigene Arbeit oder Versorgung von außen zu stützen.
Es ist eine Frage des Gehorsams und des Vertrauens zum Schöpfer, denn er verspricht:
„ich werde im sechsten Jahr meinen Segen für euch aufbieten, daß es den Ertrag für drei Jahre bringt. Und wenn ihr im achten Jahr sät, werdet ihr nach altes Getreide vom Ertrag des sechsten Jahres essen. Bis ins neunte Jahr, bis sein Ertrag einkommt, werdet ihr altes Getreide essen.“ (25:22)
Das Verbot zum Verkauf des Landes geht einher mit dem Verbot der Versklaverei der eigenen Landsleute. Auch hier erhebt der Herr Besitzanspruch auf jeden Einzelnen Israeliten.
„Denn mir gehören die Söhne Israel als Knechte. Meine Knechte sind sie, die ich aus dem Land Ägypten heraufgeführt habe, ich bin der HERR, euer Gott“ (25:55)
Sowohl die Rückgabepflicht des Landes als auch des Menschen, erinnert uns daran, wer der eigentliche Eigentümer ist, und das wir an den natürlichen Dingen nicht festhalten sollen, sondern das Ewige suchen sollen, daß was Bestand hat.
So wie Gott uns in der Zeit des Sabbat- und der Jobeljahre versorgen will und dreifachen Segen aufbringen will, so sollen wir auch mit unserem Nächsten umgehen.
In der Zeit der Not sollen wir unsere Hand öffnen und bereitwillig geben.
„Und wenn dein Bruder verarmt und seine Hand neben dir wankend wird, dann sollst du ihn unterstützen, wie den Fremden und Beisassen, damit er neben dir leben kann.“ (25:35)
Da das Sabbat- und Jobeljahr nur im Land Israel bestimmt ist, entfällt für uns natürlich die Beachtung derselben. Dennoch sollten wir an den göttlichen Prinzipien bezüglich des Umgangs mit unserem Nächsten – Bruder oder nicht – festhalten.