3.Mose 21:1 – 24:23
Emor – Sage
- Torahlesung: 3.Mose 21:1 – 24:23
- Haftaralesung: Hesekiel 44:15 – 31
Übersicht:
- Ordnungen für die Priester.
- Ordnungen für das Essen der Opfer.
- Feste des Herrn.
- Ordnungen für die Leuchter und Schuabrote.
- Folgen bei Gotteslästerung, Totschlag und Körperverletzung.
Bis auf die letzten Verse im Kapitel 24, hat diese Lesung erneut mit der Unterscheidung von Heiligem und Unheiligem zu tun. Dabei kann man diese Woche in zwei Abteilungen unterteilen.
- Wie verhalte ich mich als Heiliger?
- Wie verbringe ich meine Zeit als Heiliger?
Besonders die Anforderungen an die Priester, sollten wir uns besonders anschauen, da auch wir als Priester berufen sind.
„Den, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ (Offenbarung 1:5b-6)
Der Priester stand in einer besonderen Stellung zwischen Gott und dem Menschen. Mit Hilfe des Priesters kamen Menschen in die Gemeinschaft mit Gott. Die Priester brachten Lobpreis und Anbetung dar und waren verantwortlich Fürbitte für das Volk zu leisten. Diese Grundlegenden Handlungen, Lobpreis, Anbetung, Fürbitte und Mittler zwischen Gott und dem Menschen, sind heute Aufgaben jedes Gläubigen.
Waren zur Zeit Mose die Priester eine besondere Gruppe von Menschen, die durch Geburt bestimmt waren, werden wir durch den Glauben an Jesus von neuem geboren und dadurch ebenfalls durch „Geburt“ als Priester berufen.
Um diesen Priesterdienst ausführen zu können, bedarf es jedoch verschiedener Verhaltensweisen und eines heiligen Lebenswandels. Dabei geht es nicht darum, was Menschen als „heilig“ ansehen, sondern einzig und allein was Gott als heilig ansieht, denn nur er ist heilig, heilig, heilig!
Keine Verunreinigungen durch einen Toten (21:1-6 und 11)
Die Heiligung gegenüber Gott stand höher als der Verlust eines Geliebten! Keinerlei Verstümmlungen, sollten für einen Toten geschehen. Die Antiken Praktiken, sich als äußere Anzeichen der Trauer den Bart oder den Kopf zu scheren, oder sich mit Messern Einschnitte am eigenen Körper zu machen galt als Tabu. Dabei glaube ich jedoch nicht, das Gott „herzlos“ handeln will, sondern das er vielmehr unseren Blick nach vorne richten will, denn eines Tage werden wir unsere Geliebten wiedersehen, im ewigen Reich unseres Herrn.
„Ein anderer aber von seinen Jüngern sprach zu ihm: Herr, erlaube mir, vorher hinzugehen und meinen Vater zu begraben. Jesus aber spricht zu ihm: Folge mir nach und laß die Toten ihre Toten begraben!“ ( Matthäus 8:21-22)
Als Priester dürfen wir uns von nichts abbringen lassen, unserem Gott zu dienen. Egal was passiert, wir sollen unsere Aufgabe erfüllen und Gott vor allem anderen stellen.
Einhaltung eines heiligen Ehebundes (21:7-15)
„…sondern eine Jungfrau aus seinen Volksgenossen soll er zur Frau nehmen.“ (14)
In unserer sexuell freizügigen Zeit ist es in der westlichen Welt fast eine Ausnahme jungfräulich in die Ehe zu gehen. Selbst Christen fällt es schwer zu warten, bis eine Ehe offiziell geschlossen wurde, um sich einander hinzugeben.
Aber warum ist es eigentlich so wichtig zu warten?
Gott hat in seiner unendlichen Weisheit sogar eine biologische Antwort darauf gegeben. Jeder Bund in der Bibel wird mit Blut geschlossen. Egal ob es sich um den Bund am Berg Sinai handelte, oder den Bund mit seinem Sohn Jesus. Jeder Bund in der Bibel wird mit Blut bekräftigt und auf Lebzeiten, oder sogar ewig geschlossen.
Auch der Bund der Ehe wird mit Blut eingeweiht und gilt auf Lebzeiten! Beim ersten sexuellen Kontakt mit einem Mann reißt das Jungfernhäutchen der Braut und Blut fließt, der „Bund fürs Leben“ ist eingeweiht.
Diesen Bund, sollen wir ausschließlich mit einem Ehepartner aus unserer Volksgemeinschaft schließen. Heißt das nun, das wir als z.B. Deutsche keine Franzosen heiraten dürfen? Darauf kommt es natürlich nicht an, sondern es kommt darauf an, ob unser Ehepartner ein Bürger des Himmelreiches ist oder nicht. Wenn wir Kinder höchsten Gottes sind, dann kommen für uns als Ehepartner ebenfalls nur Kinder unseres Gottes in Frage.
Nun kommen sehr viele Menschen erst nach einer Lebenskrise zum Glauben an Jesus, oftmals in einer Scheidung. Ich glaube, das Gott gnädig ist und uns gewähren läßt und seinen Segen gibt, wir jedoch mit den Konsequenzen unseres vorherigen Lebens leben müssen, woeauch immer diese aussehen mögen.
Leider hat jedoch eine neuste Untersuchung gezeigt, das z.B. in der USA die Scheidungsrate unter „Christen“ höher ist als unter der „normalen“ Bevölkerung. So etwas ist nicht nur ein schlechtes Zeugnis, sondern der Herr selbst untersagt so etwas und ich glaube, daß diejenigen die so etwas tun, ihre Schuld tragen werden.
„Ich aber sage euch, der seine Frau entlassen wird, außer wegen Hurerei, macht, daß mit ihr Ehebruch begangen wird; und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.“ (Matthäus 5:32)
“Trete makellos vor den Herrn.” (21:16-23)
Seit dem der Tempel im Jahre 70 zerstört wurde, haben die Priester keinen Platz mehr, um die vorgeschriebenen Opfer darzubringen. Alle darzubringenden Opfer sind in dem Einen zusammengefaßt: Jesus. Durch sein Blut wurde für uns, ein für alle Mal Sühnung erwirkt am Kreuz. Es ist nicht mehr das Blut von Lämmern und anderen Tieren, sondern der Blick auf das Kreuz, welches uns von aller Schuld reinigt.
So wie die Opfer ein Bild auf Jesus waren, sind die körperlichen Gebrechen ein Bild auf unseren geistigen Zustand als Priester.
Es ist für unsere Aufgabe als Priester unmöglich in einem Zustand der Sünde zu leben. Unsere Leben muß makellos sein.
„Das Brot seines Gottes von dem Hochheiligen und von dem Heiligen mag er essen.“ (21:22)
Viele von uns schlagen sich vielleicht immer noch mit der ein oder anderen Sünde herum. Obwohl wir errettet sind, sündigen wir in dem ein oder anderen Bereich. Sind wir deshalb von der Gemeinschaft mit Gott ausgeschlossen? Nein! Wir sind ja noch auf dem Weg, um mehr und mehr in das Bild Jesu verwandelt zu werden.
Dennoch sind wir untauglich, unsere Berufung als Priester auszuführen. Erst müssen wir den Makel beseitigen, dann können wir Gott als wahrhafter Priester dienen.
„…. wenn jemand untadelig (ohne Makel) ist, Mann einer Frau, gläubige Kinder hat, die nicht eines ausschweifenden Lebens beschuldigt oder aufsässig sind. Denn der Aufseher muß untadelig sein (ohne Makel) als Gottes Verwalter, nicht eigenmächtig, nicht jähzornig, nicht dem Wein ergeben, nicht ein Schläger, nicht schändlichem Gewinn nachgehend..“ (Titus 1:6-7)
“Esse das Opfer nach dem Willen Gottes.” (22:1-33)
Das Opfer war der Anteil der Leviten (dem Priestergeschlecht), die keinen Landbesitz erhalten hatten, um sich zu ernähren, denn der Herr war ihr Erbteil. Von bestimmten Opfern wurde ein Teil für den Herrn verbrannt, oder auf andere Weise „für den Verzehr ungeeignet gemacht“. Die verbleibenden Opfer wurden dann aber nicht nur gegessen um sich zu sättigen, sondern auch um Gemeinschaft mit Gott zu haben, da es im Heiligtum gegessen wurde.
Es ist für uns immer noch lebenswichtig das Opfer nach dem Willen Gottes zu essen!
„Wer also unwürdig das Brot ißt oder den Kelch des Herrn trinkt, wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig sein. Der Mensch aber prüfe sich selbst, und so esse er von dem Brot und trinke von dem Kelch. Denn wer ißt und trinkt, ißt und trinkt sich selbst Gericht, wenn er den Leib des Herrn nicht richtig beurteilt. Deshalb sind viele unter euch schwach und krank, und ein guter Teil sind entschlafen.“ (1.Korinther 11:27-30)
Wenn wir am Abendmahl teilnehmen, dann nehmen wir am Opfer, welches Gott für uns bereitet hat teil.
„Und sie sollen meine Vorschriften beachten, damit sie nicht deswegen Sünde auf sich laden und dadurch sterben, weil sie es entweihen. Ich bin der HERR, der sie heiligt.“ (3.Mose 22:9)
Jeder männliche Gläubige sollte seine Berufung als Priester ausüben. Es ist eine Position die nicht nur von Theologen, Pastoren, Pfarrern, Vikaren, Diakonen oder sonstigen „Offiziellen“ wahrgenommen werden soll, sondern von jedem männlichen Christen, der aufgefordert wird in seiner Familie, auf seiner Arbeit, in seiner Nachbarschaft und bei seinen Freunden Gott zu loben und zu preisen und Menschen zu IHM hinzuführen. All dies in Heiligkeit, wie es sich für einen Priester geziemt.