3.Mose 19:1 – 20:27
Kedoshim – Heilig
- Torahlesung: 3.Mose 19:1 – 20:27
- Haftaralesung: Amos 9:7-15
Übersicht:
- Verschiedene Ordnungen und deren Konsequenzen bei Verstoß.
„Und der Herr redete zu Mose: Rede zu der ganzen Gemeinde der Söhne Israel und sage zu ihnen: Ihr sollt heilig sein; denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig.“ (Levitikus 19:1)
Mit dieser Einleitung folgen zwei weitere Kapitel, an der sich eine Verordnung und Regelung an die andere reiht.
Die Frage für uns, als Christen, die von neuem, in das Reich Gottes hineingeboren wurden, lautet sehr häufig: „Wir sind doch frei vom Gesetz, welchen Wert haben also für mich diese Verordnungen?“
Sind sie überhaupt noch gültig?
Wenn diese Verordnungen keine Bedeutung mehr für uns haben, warum lesen wir sie dann noch? Warum reißen wir sie nicht einfach aus der Bibel heraus?
Der Ausdruck „Du sollst / ihr sollt“ kommt in diesen zwei Kapiteln insgesamt 34 mal vor! Das „Du sollst“ hat einen totalitären Anspruch auf unser Leben. Es heißt nicht „würdest Du bitte“ oder „wenn Du Lust hast, dann kannst Du“ oder „willst Du“.
„Du sollst“ ist ein Befehl, dem man gehorcht oder eben ungehorsam ist.
Wer hat diesen Befehl erteilt?
Der Ausdruck „Ich bin der HERR“ kommt in der Bibel insgesamt 82 mal vor, davon 18 mal alleine in dieser Torahlesung. Nicht umsonst heißt diese Lesung „Heilig“.
Der HERR, der Schöpfer des Himmels und der Erde, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, unser Vater im Himmel hat uns den Befehl gegeben „Du sollst…..“.
“Sowohl am Beginn als auch am Ende der Lesung gibt uns Gott den Grund warum wir diese Ordnungen tun sollen. „Meine Ordnungen sollt ihr halten.“ (19:19)
„Und ihr sollt mir heilig sein, denn ich bin heilig, ich, der HERR.“ (20:26)
Weil Gott heilig ist, sollen wir heilig sein. Der Standard für Heiligkeit ist in diesen Kapiteln festgelegt. Wie wichtig Gott dieser Standard ist, zeigt sich daran, das das höchste Gebot mit in diesem Standard enthalten ist:
„… und sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (19:18)
Als Jesus nach dem wichtigsten und höchsten Gebot gefragt wurde, gab uns Jesus das Doppelgebot der Liebe, welches im Zentrum des Alten Testamentes liegt. Er hob andere Gebote damit nicht auf, sondern zeigte uns, auf was es ankommt.
Wenn ich meinen Nächsten liebe, werde ich..
- ..ihn ernstlich zurechtweisen. (19:18)
- ..meinen Bruder im Herzen nicht hassen. (19:17)
- ..keinem Blinden etwas vor die Füße legen. (19:14)
- ..meine Tochter nicht zur Hurerei anhalten. (19:29)
- ..weder stehlen, lügen oder betrügen. (19:11)
Wenn ich Gott liebe, werde ich..
- ..seinen Sabbat halten (und nicht meinen). (19:30)
- ..mich nicht tätowieren lassen. (19:28)
- ..zu keinem Wahrsager oder Totenbeschwörer gehen. (19:31)
- ..zwischen reinen und unreinen Speisen unterscheiden und danach handeln. (20:25)
Wer soll all diese Dinge halten? Sind sie nicht viel zu schwer und unmöglich?
„Denn dies ist die Liebe Gottes, dass wir seine Gebote halten und seine Gebote sind nicht schwer.“ (1.Johannes 5:3)
Es ist die Liebe Gottes, die in uns durch den Heiligen Geist in unser Herz geschüttet wurde, die uns befähigt, Gottes Gebote nach seinen Vorstellungen auszuführe. Diese Liebe Gottes wollte, dass wir leben!
„Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, das er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ (Johannes 3:16)
Gott gab uns diese Gebote und Verordnungen nicht, damit wir eingeengt werden, unterdrückt und beschnitten, sondern damit wir in seiner Schöpfung und in seinem Reich leben können.
Damit uns diese Liebe immer wieder vor Augen kommt, ruft uns Gott drei verschiedene Aspekte immer wieder in Erinnerung:
Aspekt 1
Ich bin der HERR, euer Gott, der ich euch von den Völkern ausgesondert habe. (20:24)
„wie er uns denn erwählt hat durch denselben, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten sein heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe;“ (Epheser 1:4)
Gott hat Dich und mich von Anbeginn aller Zeiten erwählt, ausgesondert, erkannt, geliebt und herausgerufen. Nicht etwa weil wir so „toll“ waren, oder so schön, oder intelligent, oder stark, sondern weil er seinen Namen in uns offenbaren wollte.
Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament sollte dies geschehne durch einen Heiligen Lebensstil, der nichts mit der „Welt“ gemeinsam hat.
Aspekt 2
Ich bin der HERR, euer Gott, der ich euch aus dem Land Ägypten herausgeführt habe. (19:36)
„danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes,“ (Kolosser 1:12-13)
Gott erwählte uns und führte uns aus unserem „Ägypten“ heraus. Er erlöste uns aus der Hand des Todes, dem Reich der Finsternis, um sich uns als sein Eigentum darzustellen. Dieses Eigentum, wir, soll genauso heilig sein wir ER.
Aspekt 3
„Ich bin der HERR, der euch heiligt.“ (19:8)
„Denn so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche von der Kuh, gesprengt, heiligt die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Fehl durch den ewigen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!“ (Hebräer 9:13-14)
Gott der in uns ein Werk begonnen hat wird es auch vollenden! Es ist nichts was wir zu unserer Heiligung und Errettung hinzufügen könnten. Gott hat uns erwählt, aus der Finsternis herausgerufen und durch Christus geheiligt. Ich glaube nicht, daß es unterschiedliche Stufen von „Heiligkeit“ gibt. Entweder ist jemand durch Christus geheiligt oder nicht.
Es ist die Gnade Gottes im Alten und im Neuen Testament, die uns dieses ewige Leben verheißt. Da wir nun von der Sünde, durch Jesus, befreit wurden, können wir mit Freude und Freiheit das Gesetz Gottes und die Anforderungen seiner Ordnungen erfüllen.
Heißt das etwa, das wir von nun an, als Heilige Gottes tun und lassen können was wir wollen? Nein, nicht was wir wollen sondern was der HERR will!
„Denn die Sünde wird nicht mehr über euch herrschen, denn ihr seid nicht mehr unter Gesetz, sondern unter Gnade. Was nun, sollen wir sündigen, weil wir nicht mehr unter Gesetz, sondern unter Gnade sind? Das sei ferne!”
Entweder Sklaven der Sünde zum Tod, oder Sklaven des Gehorsams zur Gerechtigkeit.
Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“ (Römer 6:14, 16b + 23)