3.Mose 14:1 – 15:33
Metzora – Lepra
- Torahlesung: 3.Mose 14:1 – 15:33
- Haftaralesung: 2.Könige 7:3-20
Übersicht:
- Vorschriften für Leprakranke.
- Vorschriften für Gebäude.
- Vorschriften für Unreinheiten bei Männern und Frauen.
Während die Kapitel 11-15 des dritten Buches Mose nicht nur über die Ursachen und Konsequenzen von Unreinheiten berichten, werden auch verschiedene Auswege aus diesen Unreinheiten gegeben.
Während in vielen Fällen das Waschen der Kleider und der Person ausreichen, um am Abend wieder rein zu sein, beschäftigt sich die dieswöchige Lesung mit einem ganzen Kapitel mit der Reinigung eines Leprakranken.
Lepra ist in einigen Teilen dieser Welt auch heute noch eine verbreitete Krankheit. Durch einen Bazillus, der das Blut angreift, fangen verschiedene Stellen des Körpers an zu faulen. Besonders die Nervenenden in den Händen, Füßen und Ohren hören auf zu funktionieren.
Man verspürt keinen Schmerz mehr in den Gliedmaßen, was zu Verletzungen führen kann, die dann nicht mehr verheilen. Der Zersetzungsprozess kann so weit fortschreiten, bis Gliedmaßen abfallen.
Selbst wenn jemand von Lepra geheilt wird, sind die Zeichen der Krankheit bis an das Lebensende sichtbar.
Für den Leprakranken bedeutet diese Krankheit ein Ausstoß aus der Gesellschaft und der Familie. In biblischen Zeiten lebten Leprakranke außerhalb des Lagers oder der Stadt. Nur bei entsprechenden Finanzen und Einfluß, blieb man im Haus eingeschlossen und hatte Diener die einen versorgten.
Während in der christlichen Denkweise Lepra ein Bild für Sünde im allgemeinen ist, stellt die Krankheit in jüdischer Auslegung die speziellen Sünden des Stolzes und der Überheblichkeit dar.
Die jüdische Auslegung basiert auf die Darstellungen verschiedener Personen, die mit Aussatz befallen waren und teilweise daran starben. Neben Moses Schwester Miriam werden besonders Naaman, der Heeroberste des Königs von Aram (2.Könige 5), Gehasi, der Diener Elisas (2.Könige 5) und Usija, König von Juda (2.Chr. 26) erwähnt.
Alle Erkranketen hatten eines gemeinsam, es war ihr Stolz und ihre Überheblichkeit, die sie krank machten, oder sie daran hinderten gesund zu werden.
Die jüdische Denkweise geht sogar so weit, daß sie jede Hautkrankheit (unter die auch Lepra fällt) mit der Sünde „Stolz“ in Verbindung bringt.
Im Neuen Testament gibt es verschiedene Heilungen von Leprakranken. Besonders interessant ist jedoch die Geschichte der zehn Leprakranken in Lukas 17:11ff.
Obwohl alle zehn geheilt wurden, kam nur einer, ein Samariter, zurück zu Jesus, gab ihm die Ehre und warf sich ihm zu Füßen.
Allen Geheilten jedoch wurde ein Gebot gegeben: gehet hin und zeigt euch den Priester, ihnen zum Zeugnis.
Obwohl Jesus die Autorität hatte, sie zu heilen, waren es die Priester, die die Aussätzigen rein erklärten. Auch hier hielt sich Jesus an die Torah, die forderte, das der Priester den geheilten Aussätzigen reinigen mußte. (3.Mose 14:11 u.a.)
Wenn wir die Krankheit Lepra unter dem Gesichtpunkt der Sünde „Stolz“ und „Überheblichkeit“ sehen, bekommt der Reinigngsprozess eine viel tiefere Bedeutung als nur die Wiedereingliederung in die Gesellschaft.
1. Schritt
Bevor eine Reinigung überhaupt stattfinden konnte, mußte der Erkrankte erst einmal geheilt sein. Es mußte also eine Art Umkehr erfolgen, um die äußeren Zeichen der Sünde zu beseitigen.
Im Falle Naaman’s, des Herroberst des Königs von Arams, war es das Ablegen allen Stolzes. Naaman mußte von seinem Pferd steigen, seine Kleider ablegen und in einem kleinen, dreckigen Fluß siebenmal untertauchen. Wenn wir die Geschichte in 2.Könige 5 lesen, werden wir feststellen, was das für ihn bedeutete!
Nachdem die erste Umkehr erfolgte und die äußeren Zeichen der Krankheit verschwunden waren, erfolgte der..
2. Schritt
Der Geheilte wusch sich und seine Kleider in Wasser und es war ihm erlaubt wieder in das Lager zu kommen. (Kapitel 14:8) Aber es war ihm noch nicht erlaubt in sein Zelt einzukehren. Egal wie seine innere Einstellung zur Umkehr war, es mußte eine Äußere „Umkehr“ erfolgen.
Am siebten Tag mußte sich der Geheilte scheren lassen. (14:9)
Von dieser komplett Rasur waren auch die Augenbrauen, der Bart und die Kopfhaare betroffen. Wer einmal in Israel gewesen ist kann sich vorstellen was das bedeutet.
Fast jeder religiöse Jude trägt hier einen langen Bart und Schläfenlocken.
Das Abscheren des Bartes und dieser Locken gilt als Schande und geht an die Wurzeln des Stolzes eines jeden Mannes.
Aber dies war die äußere Umkehr und ein weiterer Schritt nach „unten“, um den Stolz zu besiegen.
Erst nachdem der inneren Umkehr auch die äußere gefolgt war, konnte der nächste Schritt erfolgen.
3. Schritt
Der Geheilte mußte neben anderen Opfern ein Schuldopfer darbringen, damit für ihn Sühnung erwirkt werden konnte (14:18).
Welch ein Zeugnis! Nach der inneren und äußeren Umkehr, wird dem Geheilten seine Schuld vergeben.
Dieses Prinzip, Entscheidung zur inneren Umkehr, das Sichtbar werden der Äußeren Umkehr und das darauf folgende Vergeben der Sünden gilt auch heute noch.
Wie gut ist es da, noch einen genaueren Blick auf die Art und Weise der Vergebung der Sünde zu werfen, um zu erkennen, wie wahre Umkehr und Vergebung aussehen muß.
„Und er schlachtete das Lamm..“ (14:13)
Zur Vergebung der Sünde bedarf es Blut eines Lammes (unter bestimmten Voraussetzungen das Blut einer Taube). Dieses Blut wurde dann auf das rechte Ohrläppchen, den rechten Daumen und den rechten großen Zeh getupft.
Wie wir schon anfänglich festgestellt haben, sind besonders diese Körperteile von Lepra befallen. Aber auch gerade diese Körperteile sind es, die jemanden verführen können Stolz zu sein.
Ohr
Werden wir nicht Stolz, wenn wir hören wie „gut“ wir sind, und was wir alles machen können? Durch unser Ohr dringt die Frage „hat Gott wirklich gesagt?“ in unser Herz und wird dort zum Ursprung vielen Übels. Es ist unser Ohr welches Dinge aufnimmt und dann an unseren Mund weitergibt, um sie zu verteilen.
„Neige dein Ohr und höre die Worte von Weisen und richte dein Herz auf meine Erkenntnis!“ (Sprüche 22:17)
Um das Ohr zu neigen, müssen wir den ganzen Kopf neigen. Das Ohr zu neigen ist ein Zeichen der Demut und nicht des Stolzes.
Daumen
Werden wir nicht Stolz, wenn wir darauf schauen, was unsere Hände alles gemacht haben? Der Daumen ist der einzige Finger, der in der Lage ist alle anderen Finger ohne Probleme zu berühren. Ohne Daumen hätten wir keine Kraft in der Hand und wir könnten nicht richtig zupacken.
„Und wenn deine rechte Hand dir Anlaß zur Sünde gibt, so haue sie ab und wirf sie von dir! Denn es ist dir besser, daß eines deiner Glieder umkommt und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.“ (Math. 5:30)
Zeh
Werden wir nicht Stolz, wenn wir nach hinten schauen und sehen, welchen Weg wir zurückgelegt haben? Es sind die Füße die uns zum Unglück tragen.
„Gib acht auf die Bahn deines Fußes, und alle deine Wege seien geordnet! Bieg nicht ab zur Rechten noch zur Linken, laß weichen deinen Fuß vom Bösen!“ (Sprüche 4:27)
Sowohl unser Ohr, als auch unsere Hände und Füße, müssen unter das Blut Jesu. Nur durch ihn haben wir das Blut, welches wir für unsere Vergebung unseres Stolzes brauchen. Nur in ihm, können wir vollständige Heilung erfahren.
Aber mit dem Blut allein sind wir immer noch nicht vollständig rein! Denn wenn wir unser Kapitel anschauen, folgt dem Blut das Öl.
„Und der Priester nehme etwas von dem Log Öl und gieße es in seine linke Hand. Und der Priester tauche seinen rechten Finger in das Öl, das in seiner linken Hand ist, und versprenge etwas von dem Öl mit seinem Finger siebenmal vor dem Herrn.“ (14:14)
Danach mußte der Priester das Öl ebenfalls auf das Ohr, den Daumen und den großen Zeh tupfen und zwar an die Stelle, an die er vorher das Blut tupfte.
Öl repräsentiert in der Bibel den Heiligen Geist. In diesem Falle sogar die sieben Geister Gottes die vor seinem Thron sind (Offenbarung 1:4 und 4:5). Obwohl ich mir nicht ganz sicher bin, was die sieben Geister im einzelnen repräsentieren, glaube ich doch fest, daß das siebenmalige sprengen des Öls mit der rechten Hand des Priester, die vollkommene Ausgießung des Heiligen Geistes repräsentiert, nachdem Jesus zur rechten Hand des Vaters aufgestiegen ist.
Um unsere Glieder also richtig einzusetzen, bedarf es nicht nur der Vergebung durch das Blut, sondern auch der Salbung durch den Heiligen Geist, damit wir in den Wegen wandeln können, die Gott vorher für uns bereitet hat.
Das was vormals der Priester gewesen ist, ist für uns heute Jesus, der Hohepriester, der Sühnung erwirkt hat mit seinem eigenen Blut. Er ist es, der uns durch sein Blut Sühnung bei Gott erwirkt und uns mit dem Heilgen Geist tauft, damit wir ein Leben nach Gottes Standard leben können.
„Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, der Sohn Gottes, so laßt uns das Bekenntnis festhalten! Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde.“ (Heb. 4:14-15)