3.Mose 6:1 – 8:36
Tzav – Befehl
- Torahlesung: 3.Mose 6:1 – 8:36
- Haftaralesung: Jeremiah 7:21 – 8:3 | 9:24
Übersicht:
- Gesetz zum Brand und Speiseopfer.
- Einweihungsopfer für die Priester.
- Sündopfer.
- Schuldopfer.
- Heilopfer.
- Fett und Blut.
- Der Anteils des Priesters am Opfer.
- Salbung von Aaron und seinen Söhnen.
Während wir bei fast allen Opfergaben lesen, das die Priester und andere Personen Anteil am Fleisch haben, finden wir im Kapitel 7:26ff:
„Ihr sollt kein Blut essen in allen euren Wohnsitzen, es sei von den Vögeln oder vom Vieh. Jede Person, die irgendwelches Blut ißt, diese Person soll aus ihren Volksgenossen ausgerottet werden.“
Obwohl das Blut alles heiligte und reinigte und es der wesentliche Bestandteil fast aller Opfer war, war und ist es nicht zum Verzehr bestimmt.
Neben der Erwähnung in dieser Lesung, finden wir das gleiche Verbot im Kapitel 3:17 | 17:12 |19:26 und 5.Mose 12:23.
Und nicht nur das, obwohl die Speisegebote aus Levitikus 11 nicht mehr besonders im Neuen Testament erwähnt werden, ist besonders der Genuß von Blut untersagt.
“..daß sie sich enthalten von den Verunreinigungen der Götzen und von der Unzucht und vom Erstickten und vom Blut.” (Apostelgeschichte 15:20)
Was war denn so wichtig an der Abstinenz von Blut, daß es nicht nur fünfmal in der Torah steht, sondern auch noch besonders auf dem Ersten Apostelkonzil erwähnt wird?
Wenn wir uns verschiedene Quellen über die Zeit des Auszuges aus Ägypten anschauen, oder Kommentare von Rabbinern wie Maimonides und Nachmanides ansehen, ergeben sich zwei Möglichkeiten, warum es so wichtig ist, das Gebot der Abstinenz von Blut einzuhalten.
1. Möglichkeit
Maimonides, auch unter dem Namen Rambam bekannt, war einer der angesehensten Rabbiner aller Zeiten und lebte im 12. Jahrhundert. In seinem Werk „Guide to the Perplexed“ schreibt er:
Auch wenn Blut in den Augen der Götzendiener als unrein angesehen wurde, haben sie daran Anteil genommen, da sie glaubten es handelte sich um die Speise der Geister. Durch den Verzehr des Blutes war der Mensch dann in der Lage mit diesen Geistern zu kommunizieren, die ihm dann die Zukunft voraus sagten, in dem sie durch andere Menschen redeten.
Dennoch gab es andere Personen, die sich weigerten Blut zu trinken, da sie es als unnatürlich für den Menschen ansahen. Sie töten dann ein Tier, fingen das Blut in einem Gefäß auf und aßen das Fleisch des Tieres, während sie um den mit Blut gefüllten Topf saßen.
Sie stellten sich vor, das auf diese Art und Weise die Geister Teilhaber des Blutes würden, da es ja ihre Speise war. Die Götzendiener glaubten, das während des gemeinsamen Mahl mit den Geistern, eine Liebesbeziehung, Bruderschaft und Freundschaft aufgebaut werden konnte, die sich dann später darin äußerte, das die Geister die Menschen in ihren Träumen besuchen würden um ihnen die Zukunft zu sagen und ihnen Gunst zu erweisen.
Diese Idee wurde von allen Menschen in der damaligen Zeit akzeptiert und von keinem der normalen Menschen in Frage gestellt.
Die Torah, die Perfekt in den Augen derer ist, die sie kennen, versucht den Menschen von dieser „Krankheit“ zu befreien verbietet ihm daher Blut zu essen. Dabei ist die Betonung des Verbots genau so abgefaßt, wie sie der Vorstellung der Götzendiener entsprach:
“gegen die Seele, die das Blut ißt, werde ich mein Angesicht richten und sie aus der Mitte des Volkes ausrotten“ (3.Mose 12:10)
Dieser Vers steht in dierektem Zusammenhang mit 3.Mose 20:5.
“..wenn er von seinen Kindern eins dem Moloch gibt, o daß es ihn nicht tötet, so werde ich mein Angesicht gegen diesen Mann richten..“
Es gibt keine anderen Zusammenhang als Götzendienst und der Verzehr von Blut, in dem der Ausdruck „ich werde mein Angesicht richten“ verwendet wird.
Auch heute noch gibt es Menschen, die Blut trinken, um an dem Geist des Tiere teilhaben zu können. Es wird geglaubt, das die Eigenschaften des Tieres beim Verzehr auf den Menschen übergehen. Dies ist von Gott nicht gewollt und wird in der Bibel mit der Todesstrafe belegt.
Die Verbindung zwischen Blut und Götzendienst wie von Rambam beschrieben, wird noch einmal in 3. Mose 19:26 dargestellt, in dem die wörtliche Übersetzung heißt:
“Ihr sollt nicht um das Blut herum essen. Ihr sollt nicht Wahrsagerei noch Zauberei treiben.“
2. Möglichkeit
Während Rambam auf die dämonischen Aspekte des Blutverzehrs eingeht, gibt es einen weiteren Aspekt, der im heutigen Judentum fast vergessen ist und auch bei Christen kaum erwähnt wird, da oder besser obwohl dieser Vers direkt auf das vergebende Blut Jesu hinweist:
“Denn die Seele des Fleisches ist im Blut, und ich selbst habe es euch auf den Altar gegeben, Sühnung für eurte Seelen zu erwirken. Denn das Blut ist es, dass Sühnung tut durch die Seele.“ (3.Mose 17:11)
Durch die Zerstörung des Zweiten Tempel hörte auch der Rituelle Opferdienst auf zu existieren. Die damaligen Juden, die nicht an Jesus glaubten standen vor einer Katastrophe. Wie konnten Sie Vergebung der Sünde erlangen, ohne einen Altar zu besitzen, auf dem das Opfer gebracht werden konnte und mußte. In den darauf folgenden Jahrhunderten entstand ein Judentum, welches nicht mehr auf die Vergebung durch das Blut aufgebaut war, sondern ausschließlich auf Gebeten beruhte, die laut Torah nicht ausreichen.
Im Blut ist die Seele. Durch den Verzehr des Blutes, können Eigenschaften der Seele des Tieres durch Dämonische Übergriffe auf den Genießer des Blutes übergehen. Dabei spielt es keine Rolle ob der jeweilige Mensch daran glaubt oder nicht.
Besonders in Afrika ist der Verzehr von Blut an der Tagesordnung, aber auch ungewöhnliche animalische Eigenschaften von Besessenen. Es sind Fälle bekannt geworden, in denen sich von Dämonen besessene Menschen wie Elefanten, Schlange oder andere Tiere aufgeführt haben.
Durch das Verbot des Verzehrs von Blut wollte Gott also zwei Dinge vermeiden, den Kontakt mit der Unsichtbaren Welt und den Dämonen, und den Übergang von Eigenschaften der Seele des Tieres auf den Menschen.
Was für eine Provokation muß es gewesen sein, als Jesus den Kelch nahm und sagte:
“Dies ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird, zur Vergebung der Sünden.”
(Math. 26:28)
Er bat seinen Jüngern symbolisch sein Blut an, da die Jünger an seinem Charakter und an seiner Person Anteil haben sollten. Doch tranken die Jünger nur Wein, damit gegen die Torah nicht verstoßen wird.
Auch heute noch ist dieses Verbot des Genusses von Blut in jeder Form in Kraft und sollte von Christen in aller Welt eingehalten werden.