3.Mose 1:1 – 5:26
Vayikra – Und er rief
- Torahlesung: 3.Mose 1:1 – 5:26
- Haftaralesung: Jesaja 43:21 – 44:23
Dieser Sabbat (d.J. 18.03.) ist ein besonderer Sabbat, genannt Sabbat-Sachor, da er der Sabbat vor dem jüdischem Fest Purim ist, an dem zusätzlich die Bibelstelle aus 1. Samuel 15:2-34 gelesen wird.
Das Buch Levitikus (3. Mose) kommt von dem Wort Levit, einem Israeliten aus dem Stamm Levi. Dieses Buch der Torah beschreibt den (Gottes)Dienst im Heiligtum der Stiftshütte (später des Tempels) welcher von den Leviten, den Priestern, vollzogen wurde. Sie erhielten kein Landbesitz bzw. kein Erbteil in Israel zugesprochen, denn “der HErr selbst ist sein Erbteil” und “nur dem Stamm Levi gab er kein Erbteil. Die Feueropfer des HErrn, des Gottes Israels, sind sein Erbteil. (5. Mose 10:9; Josua 13:14+33; Hesekiel 44:28).
Das Buch Levitikus wird im Judentum auch als „Toraht Kohanim“ bezeichnet – die Torah der Priester.
Die ersten fünf Kapitel schildern uns verschiedene Opfergaben, die bis ins kleinste Detail ihre eigenen Ordnungen haben.
Die verschiedenen Opfer.
- Brandopfer – Ola
- Speiseopfer – Mincha
- Heilsopfer – Sewach Schlemim
- Sündopfer – Chatat
- Schuldopfer – Ascham
Pflicht des Salzung des Opfer.
„..bei allen deinen Opfergaben sollst du Salz darbringen.“, denn es ist das ‘Salz des Bundes deines Gottes’ steht in Kapitel 2 Vers 13.
Dabei hat sich diesbezüglich nichts geändert!
Im Neuen Testament wird dies in Markus 9:49 betont:
“Das Salz ist gut; wenn aber das Salz salzlos geworden ist, womit wollt ihr es würzen? Habt Salz in euch selbst, und haltet Frieden untereinander!”
Das bestreuen des Opfer mit Salz entwickelte sich in die Tradition, am Sabbat beim Brotsegen, es zu brechen und dann Salz darüber zu streuen, oder es in Salz eintunken. Es ist bis heute den religiösen Juden ein Symbol des (Speise)opfers.
Nach jeder Torahlesung schließt man in den Synagogen mit einem Abschnitt aus den Propheten, der sogenannten Haftara. Dieser Abschnitt erklärt uns oft den tieferen Sinn des Gesetzes und zeigt uns, was das Wichtigste am jeweiligen Gesetz ist. Aus der Haftara gewinnt der Gläubige Trost, Hoffnung und Zurechtweisung, daß der Mensch jedes Gesetz mit überzeugtem Herzen tue (vgl. Jesaja 1,13; Matthäus 9:13).
Darauf machte uns der Prophet Jesaja in der heutigen Haftaralesung aufmerksam, in dem er schreibt:
„Ich, ich bin es, der deine Verbrechen auslöscht um meinetwillen, und deiner Sünden will ich nicht gedenken.“ (Vers 25)
Unsere Taten können uns nicht rechtfertigen, sondern nur Gottes Gnade, Liebe und Treue zu Seinem Bund mit uns, wie es in Kapitel 44:1 steht:
„Aber nun höre, Jakob, mein Knecht, und Israel, den ich erwählt habe.“
Weiter lesen wir in unserm wöchentlichen Prophetenabschnitt:
„So spricht der HErr, der König Israels und sein Erlöser, der HErr der Heerscharen: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott.“ (Vers 6)
Dies sind für uns bekannte Worte, da Jesus über sich selbst sagte: „Ich bin das Alpha und Omega“.
(Korrekt wäre: Ich bin das Alef und das Taw, dem ersten und letzten Buchstaben im Hebräischen Alphabet.).
Einen weiteren interessanten Punkt fand ich bezüglich des Sündopfers.
Jesus der „wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wurde“ (Jes. 53:7) ist das Sündopfer der Welt.
In Hebräisch „Seh Chatat haOlam“ – dt. „Lamm des Sündopfers der Welt“ aus Johannes 1:29.
Und was lesen über das Sündopfer?
Es war ein Opfer für eine unwissende begangene Sünde (3. Mose 4:2)oder einfach eine Sünde aus Versehen. Genau das tat Jesus am Kreuz. Er starb für unsere Sünden, und schrie als Letztes:
„Vater, vergib ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lukas 23:34)
Jesus der Messias, in Hebräisch Jeschua HaMaschiach, der Gesalbte, ist für uns heute der Hohepriester, der unsere Sünde und Schuld auf sich nahm und uns den Zugang und Weg zum Allerheiligsten, zum Reich Gottes bereitet(e).
Ja, Jesus ist wahrlich das Sündopfer für die gesamte Welt. Aber auch wir sollen uns als Opfer Gott darstellen!
Nach jedem einzelnen Opfer finden wir den Ausdruck: „als wohlgefälliger Geruch für den Herrn.“ (1:9 | 1:13 | 1:17 | 2:12 | etc.).
Dabei werden wir an das Brandopfer von Kain und Abel erinnert. Während Gott auf das Opfer von Abel schaute, sah er das Opfer Kains nicht an. Warum? Weil es mit der falschen Herzenseinstellung dargebracht wurde.
Wiederum passt dazu eine Stelle aus der heutigen Haftara:
„Du hast mir nicht das Lamm deiner Brandopfer gebracht und mich mit deinem Schlachtopfer nicht geehrt.“ (Jesaja 43:23)
Wenn Gott selbst seinen eigenen Sohn nicht verschon hat, und ihn für die Sünde der Welt opferte, wieviel mehr müssen wir, die eine solches Geschenk erhalten haben, mit der rechten Herzenseinstellung vor den Thron Gottes kommen.
Jesus der sein eigenes Leben für Dich und mich nicht verschont hat fordert uns zur Nachfolge auf. Eine Nachfolge, die daraus besteht, unser Leben als ein wohlgefälliges Opfer vor Gott zu Leben um IHN damit zu ehren.
Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer, was euer vernünftiger Gottesdienst ist. Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, daß ihr prüfen möget, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. (Römer 12:1-2)